Provence, Trüffel und Lebenslust – im Gespräch mit Andreas Heineke
Shownotes
In dieser Folge nehme ich Sie mit in den Luberon, mitten in die Provence – gemeinsam mit Andreas Heineke, der dort seit vielen Jahren recherchiert und schreibt.
Sie hören unter anderem:
– wie der Luberon aufgebaut ist: zwei Bergketten, ein Tal und Dörfer auf der Nord- und der Südseite – wie Peter Mayles „Mein Jahr in der Provence“ Andreas in die Region gebracht hat – wo in Lourmarin die Spuren von Albert Camus zu finden sind – wie aus akribischer Recherche vor Ort seine Provence-Krimis entstehen – warum für ihn jeder Aufenthalt mit einem Glas Rosé im Café Kaby beginnt
Für wen ist diese Folge besonders interessant?
Für Menschen, die
– die Provence lieben oder zum ersten Mal in den Luberon reisen möchten – gern über Märkte schlendern und regional einkaufen – französische Krimis lesen oder hören und die echten Schauplätze kennenlernen möchten – sich für Trüffel, Wein und die Küche der Provence interessieren
Orte und Stationen aus der Folge
– Lourmarin – Gordes, Bonnieux und Lacoste – Ménerbes mit dem Trüffelmuseum – L’Isle-sur-la-Sorgue – Banon – Sisteron
Rubriken aus der Folge
– Frankreich zum Mitnehmen: Peter Mayle – „Mein Jahr in der Provence“ – Reisetipp à la carte: die Märkte im Luberon – freitags Lourmarin, dienstags Gordes, sonntags L’Isle-sur-la-Sorgue – Das kleine Genusslexikon: Trüffel – Plantagen, Sommer- und Wintertrüffel, echtes Trüffelöl
Kulinarische Eindrücke aus der Folge
– Banon-Käse, in Blätter eingewickelt – Lammbraten mit Lamm aus Sisteron – Bouillabaisse – ein Glas Rosé zum Ankommen
Reisetipp aus der Folge
Die schönste Reisezeit ist für Andreas der Juni, wenn der Lavendel blüht. Im Hochsommer sind die Dörfer im Luberon sehr voll – im Frühjahr und Herbst erleben Sie die Region deutlich ruhiger.
Weiterführende Inspiration
Wenn Sie tiefer in die Provence eintauchen möchten, finden Sie auf unserer Website eine sorgfältig kuratierte Reiseidee. Sie bildet die Grundlage für ein individuelles Reiseangebot:
https://tourexquisit.de/reiseangebote-provence-frankreich/
Das Transkript zum Nachlesen: https://tourexquisit.de/provence-andreas-heineke-podcast/
Mein Gast: https://www.andreas-heineke.de/
Ein herzliches Dankeschön an Atout France (https://www.france.fr/de/) für die Unterstützung bei den Kontakten zu dieser Folge.
Transkript anzeigen
00:00:04: Bienvenue bei „À table!“, dem Frankreich-Podcast von Tour Exquisit mit Antje Seele.
00:00:10: Hier hören, schmecken und erleben Sie Frankreich auf vielfältige Weise – mit Menschen, die dem Land verbunden sind.
00:00:17: Heute reisen wir in die Provence, gemeinsam mit Filmemacher und Drehbuchautor Andreas Heineke.
00:00:28: „Das Leben kann sehr schön sein, wenn man die Zeit dafür hat.“
00:00:32: Das ist ein Zitat meines heutigen Gastes.
00:00:35: Zeit für Freunde, Kochen, Genießen, einfach das Leben feiern.
00:00:40: Er mache außerdem, sagt er, ausschließlich Dinge, die ihn reizen und auf die er Lust hat.
00:00:45: Das scheinen viele Reize gewesen zu sein, denn er war Radiomoderator, Musikmanager, arbeitet als Filmemacher und Drehbuchautor und er schreibt Provence-Krimis.
00:00:56: Was verbindet ihn mit dieser Region und wie tickt der Mensch Andreas Heineke?
00:01:00: Das erfahren Sie in diesem Gespräch.
00:01:03: Hallo Andreas!
00:01:04: Hallo, Antje.
00:01:05: Das ist ja ein nettes Intro.
00:01:08: Vielen Dank.
00:01:09: Ich freue mich, dass du mich eingeladen hast.
00:01:12: Sehr, sehr gerne.
00:01:13: Wenn ich dich so sehe, leicht verschmitzt, freundlich, gut gelaunt, könntest du fast ein Franzose sein.
00:01:19: Welche Eigenschaft spricht dagegen?
00:01:22: Heute auch noch im Streifenshirt.
00:01:24: Das stimmt. Ich sehe heute eigentlich ein bisschen bretonisch aus.
00:01:28: Welche Eigenschaft dagegen spricht? Tatsächlich relativ wenig.
00:01:32: Vielleicht ist es eine gewisse Genauigkeit, die ich durch meinen Job bedingt einfach haben muss. Pünktlichkeit ist auch nicht meine Stärke, also wäre das auch schon wieder fast ein bisschen französisch.
00:01:49: Ich werde oft als ein Mensch mit einer französischen Seele beschrieben, auch in meinem Freundeskreis.
00:01:56: Deswegen fällt mir tatsächlich gar nicht so richtig etwas dazu ein. Vielleicht im Verlauf des Gesprächs, dann reiche ich das noch nach.
00:02:03: Da habe ich ja schon ins Schwarze getroffen.
00:02:05: Sehr schön.
00:02:06: Ich habe heute Morgen in deinem zweiten Band aus der À-la-Provence-Reihe, „Versuchung à la Provence“, weitergelesen und war gleich wieder mitten in Frankreich.
00:02:15: Ich spüre sofort die Leidenschaft für die Region, die Atmosphäre ist total regional.
00:02:20: Nimm uns mal mit. Deine Romane spielen im Luberon. Was genau ist der Luberon eigentlich?
00:02:25: Der Luberon ist eigentlich ein Tal, also es sind zwei Bergketten. In der Mitte geht eine Straße, die jeder irgendwann mal fährt. Rechts und links in den Bergen sind vereinzelte Dörfer.
00:02:36: Und das sind vor allem diese Dörfer, die es mir angetan haben.
00:02:39: Das ist eigentlich die Gebirgskette, der Luberon.
00:02:42: Das geht etwa von Cavaillon aus. Da geht es so ein bisschen los, und dann zieht es sich quer durch den Luberon, über Apt und noch ein Stück weiter.
00:02:53: Und die Orte, die ich besonders liebe – also mein Lieblingsort ist auf der Südseite des Luberon, das ist Lourmarin.
00:03:01: Wenn jetzt aber Touristen unterwegs sind, dann fahren die ja auf die Nordseite. Und das kann ich auch verstehen, weil da mehr schöne Dörfer sind.
00:03:08: Also da sind dann eben Orte wie Lacoste, Bonnieux, da ist Gordes. Das ist alles auf der anderen Seite.
00:03:14: Und man muss über eine kleine Straße fahren, eine Serpentinenstraße durch das Gebirge, um auf die andere Seite zu kommen.
00:03:21: Und die dauert etwa zwanzig Minuten.
00:03:24: Am Anfang fährt man die mit totaler Begeisterung. Irgendwann nervt sie halt total, weil die Südfranzosen dann auch so rasen und drängeln und so weiter.
00:03:31: Aber man macht es auch. Wenn man Lourmarin so liebt wie ich, dann fährt man da einfach rüber, weil da auch die Orte sind, die schöner sind, und wo vor allem die ganzen Märkte sind.
00:03:40: Aber da kommen wir sicher später noch drauf.
00:03:42: Da kommen wir noch zu, genau.
00:03:43: Also das heißt, das ist in der Haute-Provence, also so ein bisschen im Hinterland?
00:03:47: Nee. Die Haute-Provence ist nördlicher, noch einen Tick nördlicher.
00:03:52: Das ist eigentlich so mittendrin. Das ist etwa eine Dreiviertelstunde von Marseille entfernt.
00:03:59: Bei Aix-en-Provence und dann ein Stück nördlicher, da beginnt der Luberon eigentlich.
00:04:04: Die Haute-Provence ist ja eigentlich auch sehr einsam.
00:04:07: Das ist da überhaupt nicht der Fall.
00:04:09: Also die Orte im Luberon sind gerade in den Sommermonaten komplett überlaufen.
00:04:14: Ja, ich kenne die Region, aber ich dachte, das wäre schon sozusagen die Ur-Provence.
00:04:17: Nee, die Ur-Provence geht dann ein bisschen nördlicher. Banon und so.
00:04:21: Also die Ecke, wo dann auch der Banon-Käse gemacht wird. Das ist dann die Ur-Provence.
00:04:26: Da sind dann auch viel, viel weniger Dörfer.
00:04:29: Ja, da ist auch dieses Bücherdorf in Banon, ne?
00:04:32: Genau. Ganz faszinierend ist die, ich glaube, fünftgrößte Buchhandlung in ganz Frankreich.
00:04:37: Hier ist ein kleines Dorf, das sich Banon nennt. Da gibt es diesen wahnsinnigen Buchladen.
00:04:44: Da gibt es übrigens auch ein paar deutsche Bücher, relativ wenige, aber ein paar gibt es.
00:04:48: Und da gibt es einen Laden, der hat die längsten Würste Europas. Das sind so getrocknete, ewig lange Würste.
00:04:56: Du kommst da rein und siehst kaum was, weil es dunkel ist. Überall hängen diese Würste von der Decke.
00:05:00: Ist ja auch lecker, so Knoblauchgeschmack und so.
00:05:03: Und halt der Banon-Käse, der legendäre Banon-Käse, der ja – für die, die es nicht kennen – in Blätter eingewickelt ist.
00:05:10: Und dadurch ist er relativ lange haltbar.
00:05:14: So hat man ihn früher, als es noch keine Kühlschränke gab, eingewickelt, und dadurch konnte man den Käse länger haltbar machen.
00:05:22: Oh, da kriege ich gleich richtig Hunger.
00:05:24: Wieso kennst du dich da eigentlich so gut aus?
00:05:26: Ich habe, wie glaube ich ganz viele Provence-Touristen und -Liebhaber, in den 90er-Jahren Peter Mayle gelesen.
00:05:34: Das Buch „Mein Jahr in der Provence“.
00:05:37: Und dieses Buch macht eigentlich nichts anderes: Erstens ist es ein Tagebuch, das sich über Monate erstreckt.
00:05:43: Peter Mayle – das muss ich dann vielleicht doch kurz erzählen, auch wenn es einen Tick länger ist – war ein Engländer.
00:05:50: Er hatte jedenfalls in London gelebt, hatte eine Werbeagentur, hat die irgendwann verkauft und sich ein kleines Mas gekauft, also eines dieser kleinen Bauernhäuser in der Provence.
00:05:59: Diese Steinhäuser, ne?
00:06:00: Diese Steinhäuser, genau.
00:06:03: Das hat er renoviert und eigentlich nur von diesem einen Jahr erzählt, in dem er dieses Haus renoviert hat.
00:06:08: Handwerker kommen gar nicht oder viel zu spät.
00:06:10: Er hat viel über Essen und über Wein geschrieben und über die Nachbarn.
00:06:14: Und das ist ein wahnsinnig witziges Buch, das sich auch ein bisschen über die Provenzalen lustig macht.
00:06:23: Und er hatte einen Freund in New York bei Random House, und dem hat er dieses Buch geschickt.
00:06:28: Einfach nur, weil er ein Freund war: „Du kennst dich ja damit aus, wie findest du das?“
00:06:32: Und der hat sich totgelacht darüber und es veröffentlicht.
00:06:34: Und nach einer Woche hatte er schon 200.000 Stück in Amerika verkauft, und so ging es dann weiter. Am Ende waren es sechs Millionen.
00:06:47: Und das hat mich damals dahin gezogen.
00:06:49: Ich wollte wissen, ob das wirklich so ist.
00:06:51: Ich habe Peter Mayle dann übrigens noch kennengelernt. Ein bisschen später.
00:06:54: Es gibt auch einen ganz zauberhaften Film. Wenn man einen Provence-Urlaub macht, muss man „Ein gutes Jahr“ einmal gucken.
00:07:01: Den kenne ich, der ist super.
00:07:02: Fantastisch.
00:07:06: Weil er genau dieses Gefühl trifft.
00:07:10: Und er hat halt den Fehler gemacht, dass er in diesem Buch, „Mein Jahr in der Provence“, genau beschrieben hat, wo er wohnt.
00:07:17: Und dann begann eine Art Tourismus zu diesem Ort. Erst waren es nur Autogramme, und es endete dann damit, dass irgendwann ein Reisebus vorfuhr, viele asiatische Menschen ausstiegen, Fotos machten, in seinen Pool sprangen, und er sagte: „Um Gottes willen, was ist denn hier los? Was machen Sie denn alle in meinem Garten?“
00:07:34: Und dann kam der Reiseführer mit so einem Prospekt, und da war sein Haus darauf abgebildet. Und er sagte: „Ja, wieso? Das ist ja ein Teil unserer Tour.“
00:07:42: Und dann ist er weggezogen.
00:07:44: Hast du ihn da mal tatsächlich getroffen?
00:07:46: Ja, ja.
00:07:47: Ich habe eine Zeit lang für das Büchermagazin geschrieben. Würde ich auch immer noch gerne machen, aber ich schaffe es leider nicht mehr so.
00:07:54: Und da habe ich ihn in Lourmarin getroffen, übrigens in seinem Lieblingsrestaurant.
00:08:00: Und da war er dann auch so herrlich, dass er um elf Uhr einen Rosé bestellt hat.
00:08:03: Und dann haben wir ein bisschen Rosé getrunken, und ich habe einen wahnsinnig witzigen, tollen, sehr künstlerischen Typen kennengelernt.
00:08:15: Und ich war genau da, als er gestorben ist.
00:08:17: Ich habe an dem Tag eine Trüffeltour gemacht, und dann ging das in Frankreich durch die Medien. Und da bin ich ihm zum Gedenken abends auch noch mal in sein Lieblingsrestaurant gegangen.
00:08:29: Aber ich habe einen tollen Menschen kennengelernt.
00:08:31: Ja, also ich kann mir das richtig gut vorstellen.
00:08:33: Ich habe natürlich das Buch gelesen und dann später den Film geguckt. Und ich finde auch: Viel mehr Provence geht nicht als das, was da dargestellt wird.
00:08:41: Und geht es dir da nicht so, dass du wissen willst: Ist das echt so, wie der das schreibt?
00:08:46: Ich wusste das nicht.
00:08:48: Ich hatte damals einen alten Bulli, so einen Camper.
00:08:51: Ich bin mit meiner damaligen Freundin dahin gefahren, habe mir das alles angeguckt und war begeistert.
00:08:56: Dann war ich viele Jahre nicht da und später wieder mit meiner Frau, mit der ich auch schon seit über zwanzig Jahren zusammen bin. Mit ihr habe ich dann diese Tour gemacht, und seitdem bin ich eigentlich jedes Jahr da, oft auch alleine zum Schreiben.
00:09:07: Und im Sommer sind wir meistens zusammen als Familie da.
00:09:09: Ich bin da schon mehrfach gewesen und habe mir immer wieder die kleinen Orte angeguckt.
00:09:14: Mich schreckt es im Hochsommer natürlich auch. Da sind mir zu viele Leute. Aber so im Frühjahr oder im Herbst: ein Traum.
00:09:20: Echt toll.
00:09:21: Absolut. Also ich bin auch im Hochsommer da.
00:09:24: Das liegt einfach daran, dass unsere Tochter nun mal nur in den Sommerferien weg kann.
00:09:28: Und deswegen kennen wir auch die 40-Grad-Tage.
00:09:31: Und den Klimawandel kann man da sehr hautnah erleben.
00:09:36: Zu dem Ort oder zu der Region gibt es ja noch einen anderen berühmten Schriftsteller, der mir da sofort einfällt: Albert Camus, französischer Schriftsteller, Nobelpreisträger.
00:09:47: Gibt es von dem da auch noch Spuren?
00:09:50: Oh ja, und wie.
00:09:52: Lustigerweise auch in Lourmarin, also in dem Ort, in dem ich immer schreibe, meinem Lieblingsort dort, wo ich inzwischen auch ein paar Leute kenne.
00:10:00: Da hat er gelebt. Seine Enkeltochter lebt da immer noch, in dem Haus, in dem auch er lebte.
00:10:06: Und er ist tatsächlich damals von Lourmarin nach Paris gefahren.
00:10:13: Und da ist auch der tödliche Autounfall passiert, also auf dem Weg zwischen Lourmarin und Paris.
00:10:18: Und er ist in Lourmarin begraben.
00:10:19: Und wenn man die französischen Friedhöfe kennt – die muss man übrigens mal besuchen.
00:10:24: Das sind ja so riesige Steinkonstrukte, wahnsinnig geschmückt und so.
00:10:31: Und das Grab von Camus ist wirklich in der letzten Ecke auf diesem Friedhof. Es ist nur ein kleiner Stein. Da stehen Albert Camus und seine Lebensdaten drauf.
00:10:39: Und das war's.
00:10:40: Und relativ verwahrlost.
00:10:42: Und ich habe seine Enkeltochter einmal getroffen, sogar in einem Laden für Küchenaccessoires.
00:10:49: Und da erzählte die: „Camus’ Tochter.“ Und dann kam die kurz rein und ging auch ganz verhuscht wieder raus.
00:10:52: Also, mein Französisch ist nicht so gut, dass ich da mit all den Leuten sprechen kann – und schon gar nicht mit diesem provenzalischen Dialekt.
00:11:01: Also, es gibt sehr viele Spuren von Camus.
00:11:04: Sein Haus steht noch, man kann da vorbeiwandern. Es ist ein bisschen versteckt.
00:11:07: Man muss das schon wissen. Du kommst nicht genau ran.
00:11:10: Dann gibt es den Friedhof da und die Geschichte.
00:11:13: Das ist denen im Luberon und in Lourmarin schon sehr bewusst.
00:11:18: Aber das ist interessant, weil das heißt ja wahrscheinlich: Der touristischere Magnet ist eigentlich diese Peter-Mayle-Geschichte.
00:11:25: Es kommen jetzt nicht so viele, zumindest ausländische Touristen, wegen Camus, sondern eher wegen dieser Peter-Mayle-Geschichte dahin.
00:11:34: Ja, man sieht lustigerweise immer wieder – das war jetzt auch im letzten Jahr oder im Sommer –, dass da eine Frau mit einem Buch von Peter Mayle in den Cafés saß und gelesen hat.
00:11:46: Also, er hatte sein Haus damals bei Ménerbes.
00:11:48: Das ist ein anderer Ort. Da ist übrigens ein Trüffelmuseum, sehr sehenswert, hinten ist auch ein tolles Restaurant dran.
00:11:54: Und er hatte sein Haus in Ménerbes.
00:11:57: Und der zweite Wohnsitz war dann irgendwo bei Lourmarin.
00:12:00: Ja, ich glaube schon, dass das ein Magnet ist.
00:12:03: Aber die Orte werden ja auch oft zu den schönsten Dörfern im Luberon gewählt.
00:12:08: Und da gewinnt Lourmarin auch oft, weil es einfach traumhaft ist.
00:12:13: Apropos traumhaft, da habe ich gerade so ein Bild im Kopf.
00:12:17: Träumst du denn davon, dass irgendwann mal jemand im Café sitzt und dein Buch liest oder eines deiner Bücher liest?
00:12:23: Oder hast du das vielleicht sogar schon erlebt?
00:12:26: Nein, in Frankreich habe ich das nicht erlebt.
00:12:28: Ich habe das einmal in einem Buchladen erlebt.
00:12:31: Das war an dem ersten Tag, als es veröffentlicht wurde, und eine Frau nahm dieses Buch und blätterte da so rein.
00:12:37: Und ich habe sie beobachtet, und dann hat sie es wieder hingestellt. Und ich habe gesagt: „Na ja, kaufen Sie das, ich signiere Ihnen das. Das ist mein Buch.“
00:12:42: Das war ein bisschen peinlich, aber irgendwie auch lustig.
00:12:47: Ach, das ist ja aber auch was Tolles.
00:12:48: Also ich finde, auf ein Buch kann man so stolz sein. Dass du jetzt da in der Region bist – haben Peter Mayle oder Camus irgendetwas damit zu tun, dass du dir ausgerechnet diese Region ausgesucht hast, um zu schreiben?
00:13:05: Also ja, Peter Mayle hat mich da eigentlich hingebracht, über sein Buch. Über ihn habe ich die Region lieben gelernt, und ich konnte alles verstehen, was er geschrieben hat.
00:13:15: Ich habe das alles genauso vorgefunden.
00:13:18: Ich recherchiere da sehr viel.
00:13:20: Also, ich schreibe da natürlich auch, aber vor allem fahre ich hin, um zu recherchieren, um auf Ideen zu kommen und unter denen zu sein, die da leben.
00:13:30: Und bei mir ist das ziemlich akribisch.
00:13:33: Manchmal auch übertrieben akribisch recherchiert: Jede Straße, die ich nenne, jedes Haus, das vorkommt, und eigentlich auch jedes Restaurant gibt es wirklich.
00:13:44: Also, nur der Fall und die Geschichte sind fiktiv, und der Rest ist alles wahr.
00:13:51: Ah, also auch die Restaurantnamen? Das wollte ich gerade sagen.
00:13:56: Ich habe eins umbenannt. Es gibt in Bonnieux ein Restaurant, das liegt direkt am Tal, du kannst also über dieses Tal schauen. Das ist ein großartiger Blick.
00:14:08: Das ist aber ein italienisches Restaurant. Eine sehr gute Trüffelpizza haben die übrigens.
00:14:14: Und das habe ich wegen der Terrasse „La Terrasse“ genannt, in dem Buch, das du gerade liest, in „Versuchung à la Provence“, weil ich da ein Sternerestaurant draus machen musste.
00:14:23: Ah, damit das zur Geschichte passt.
00:14:25: Ja, genau. Da habe ich es umbenannt, aber das Setting stimmt genauso.
00:14:28: Also, er geht ja mal über eine Straße und serviert Champagner auf der anderen Seite.
00:14:32: Und da ist eine Straße zwischen den Außenplätzen und dem Restaurant.
00:14:36: Und da habe ich oft gesessen und gegessen.
00:14:41: Das hört sich so schön an.
00:14:42: Ich könnte mir das auch gleich vorstellen.
00:14:45: Oder ich versuche es mir mal vorzustellen.
00:14:46: Du hast ja gesagt, du fährst im Frühjahr jetzt wieder dorthin.
00:14:50: Was machst du als Erstes, wenn du da ankommst?
00:14:52: Hast du ein Ritual?
00:14:54: Ja, definitiv.
00:14:56: Ich bringe schnell meinen Koffer hoch, und dann gehe ich ins Café Kaby.
00:14:59: Das ist ein Café im Ortskern.
00:15:03: Ich kenne auch den Besitzer inzwischen.
00:15:07: Und da trinke ich einen Rosé. Als Erstes.
00:15:11: Kein Kaffee, sondern ein Rosé.
00:15:13: Ich trinke Rosé. Ich trinke Tee, ja, genau.
00:15:23: Und dann fahre ich einkaufen für die Woche. Ich weiß ja, wann die Märkte in den einzelnen Orten sind.
00:15:30: Da kaufe ich dann natürlich auch viel. Aber erst mal so eine Grundausstattung.
00:15:34: Und dann mache ich einen Spaziergang durch das Dorf. Das ist auch ein Ritual.
00:15:38: Dauert etwa 45 Minuten.
00:15:41: Also durch Lourmarin.
00:15:43: Das ist der Ort, in dem du warst?
00:15:45: In dem bin ich, ja. Genau.
00:15:47: Und dann geht man an einem kleinen Bach vorbei, in der Entfernung auch am Haus von Camus.
00:15:54: Und dann kehre ich irgendwo ein.
00:15:57: Und dann fange ich so langsam an. Dann schreibe ich meistens abends schon.
00:16:02: Am nächsten Tag fahre ich dann los und recherchiere irgendwas.
00:16:04: Wenn du noch so, lass uns noch mal …
00:16:09: Nein.
00:16:11: Das wissen sie nicht.
00:16:12: Ich glaube sogar, dass sie sich darüber wundern. Wer fährt denn im Januar dahin und mietet eine Wohnung?
00:16:18: Die meisten sind auch gar nicht so ausgestattet, dass man sie im Winter vermieten kann.
00:16:24: Nein, das ist überhaupt nicht so.
00:16:26: Ich glaube, die wissen das nicht.
00:16:27: Ich habe das irgendwann mal dem Boutiquebesitzer erklärt, weil er das von mir wissen wollte.
00:16:34: Aber ich glaube, das hat er längst vergessen.
00:16:36: Da gibt es so eine sehr schöne Boutique, deren Besitzer Lou ist.
00:16:40: Und er ist auch für Frauen ein echter Hingucker, er ist ein attraktiver Typ.
00:16:44: Und er verkauft halt so Sachen.
00:16:46: Und den kenne ich. Mit dem trinke ich ab und zu mal ein Glas Wein oder so.
00:16:49: Genau gegenüber ist so eine Weinbar mit Fässern draußen.
00:16:54: Und dann sitzt der da und hat seinen Schlüssel da liegen, sein Handy, sein Portemonnaie.
00:16:58: Und wenn jemand in seinen Laden geht, dann lässt er das einfach liegen, geht rüber in den Laden und macht das so.
00:17:02: Also es gibt so ein Grundvertrauen.
00:17:04: Auch im Hochsommer?
00:17:06: Nein, im Hochsommer nicht.
00:17:07: Nein, nein, nein.
00:17:08: Da hat er auch keine Zeit, da zu sitzen. Da ist der Laden immer voll.
00:17:14: Ach so. Aber das ist also nicht so, dass du da bist und dann ausschließlich schreibst, sondern du recherchierst wirklich eher?
00:17:24: Oder machst du beides?
00:17:26: Beides.
00:17:27: Beides. Ich fahre los, meistens besuche ich vormittags irgendeinen Markt. Dann gucke ich mir irgendetwas an, wo ein Schauplatz ist.
00:17:35: Irgendwann am Nachmittag bin ich dann wieder da, esse etwas und schreibe meistens bis tief in die Nacht.
00:17:41: Das Schöne ist ja: Wenn man Familie hat, hat man eigentlich schon so einen Rhythmus. Und der geht da verloren, und das genieße ich total.
00:17:50: Und kannst du das denn so takten? Also dass du sagst: Wenn ich da bin, dann recherchiere ich tagsüber, und abends fällt mir dann auch immer etwas ein?
00:17:59: Was machst du denn, wenn dir nicht das Richtige einfällt? Oder passiert dir das nicht?
00:18:04: Also eigentlich ist es so: Bei einem Krimi musst du wissen, wo es anfängt und wo es aufhört. Und ich bin dann strukturiert.
00:18:12: Vielleicht unterscheidet mich das von Franzosen, um auf deine erste Frage zurückzukommen.
00:18:17: Ich habe ein Treatment und die Kapitel, und ich weiß, was in welchem Kapitel passiert.
00:18:22: Das verändert sich natürlich beim Schreiben, aber grundsätzlich verändert sich das Grundgerüst nicht.
00:18:31: Das bleibt grob, wie es ist.
00:18:34: Denn du kannst nicht irgendwann auf Seite 150 den Mörder auswechseln.
00:18:38: Oder wenn du hinten etwas verändern musst, musst du es vorne auch verändern.
00:18:41: Das ist wie so eine Gleichung.
00:18:43: Und deswegen weiß ich das grundsätzlich schon.
00:18:46: Ich schreibe da auch oft die Teile, die eben die Gegend beschreiben.
00:18:54: Den Fall, den Mord und all das schreibe ich dann auch oft zu Hause oder irgendwo.
00:19:00: Ich kann Gott sei Dank überall schreiben.
00:19:01: Ich schreibe auch viel im Zug, weil ich viel mit dem Zug unterwegs bin.
00:19:04: Das ist für mich überhaupt kein Problem.
00:19:06: Also, ich mache beides vor Ort. Da hast du schon recht.
00:19:09: Und gibt es eine Lieblingszeit, in der du da bist? Du sagst, du fährst jetzt im Januar. Aber das hörte sich an, als wäre das außergewöhnlich.
00:19:18: Ja, ist es auch.
00:19:19: Da ist sonst keiner.
00:19:21: Die Restaurants haben eigentlich auch alle zu.
00:19:24: Ein paar haben immer auf. Ich weiß auch, welche.
00:19:28: Wenn man in den Wintermonaten da ist, sehen die Restaurants übrigens so aus, als gäbe es sie gar nicht mehr.
00:19:34: Die sind so verrammelt, und dann kommt man abends vorbei und das Licht ist an, als sei nichts gewesen.
00:19:39: Also, das ist ganz komisch.
00:19:40: Man kann das ganz schwer sagen. Und auch die Öffnungszeiten, die im Internet stehen, stimmen fast nie.
00:19:47: Ich weiß nicht, nach welchem Prinzip. Ich habe es bis heute nicht durchschaut, wann sie aufmachen und wann nicht. Vielleicht einfach, wenn sie gerade Lust haben, keine Ahnung.
00:19:56: Das kenne ich übrigens aus fast ganz Frankreich.
00:19:58: Das kenne ich auch von unseren Kunden, wenn die unterwegs sind.
00:20:02: Das ist wirklich schwer. Man kann immer nur sagen: Das ist so Pi mal Daumen.
00:20:06: So genau können wir es auch nicht sagen.
00:20:08: Ja, genau.
00:20:09: Aber um deine Frage zu beantworten: Ich finde schon, der Juni ist die schönste Reisezeit in der Provence, wenn der Lavendel blüht.
00:20:17: Das ist unfassbar.
00:20:19: Dieser Lavendelgeruch, der überall in der Luft ist.
00:20:24: Im Juli, August mähen sie dann manchmal. Bei der Lavendelernte ist das natürlich noch intensiver, weil durch das Mähen der Geruch so aufsteigt.
00:20:32: Aber das ist schon im Juni.
00:20:33: Wenn sich das dann wie ein Teppich durch die Landschaft zieht, sieht das schon verdammt gut aus.
00:20:39: Also der Juni ist eigentlich schon der schönste Monat da.
00:20:42: Oder die Weinernte – der September ist auch schön.
00:20:44: Deine Romanfigur ist ja der Kommissar Pascal Chevrier.
00:20:49: Er ist ein leidenschaftlicher Koch.
00:20:52: Wir haben ja jetzt schon ein bisschen was von Restaurants und so weiter gehört.
00:20:55: Er hat den Traum, später mal ein Restaurant zu führen.
00:20:59: Ich nehme an, das ist auch so ein bisschen dein Traum.
00:21:03: Nein.
00:21:04: Nein, das ist überhaupt nicht mein Traum.
00:21:06: Das ist überhaupt nichts für mich, jeden Tag zur gleichen Uhrzeit und dann noch abends irgendwo hinzugehen und da zu arbeiten.
00:21:14: Ich brauche diese Flexibilität, und ich muss machen, was ich will und wann ich das machen will.
00:21:18: Als Gastronom bist du ja die ganze Zeit im Dienst der Gäste.
00:21:24: Ich habe wahnsinnig gerne Gäste hier und koche auch für sie.
00:21:27: Wahnsinnig gerne.
00:21:27: Das sind oft so unsere Abende. Und am Wochenende kommen oft Freunde und so.
00:21:31: Das mache ich total gerne, aber ich würde das niemals in einem Restaurant machen.
00:21:34: Das ist absolut nicht mein Traum.
00:21:37: Aber ich finde, es passt.
00:21:38: Dann hat er nur die Kochleidenschaft von dir übernommen.
00:21:39: Ja, die hat er.
00:21:42: Ich war neulich auf einer Lesung in der Eifel. Da kam eine Frau, die sich wirklich sehr mit meinen Büchern beschäftigt hatte und sehr analytisch an die Sache herangegangen ist.
00:21:54: Und die sagte dann: „Wie viel von dir steckt denn eigentlich in dem Pascal?“
00:21:59: Und ich sagte: „Ach, eigentlich nicht viel.“
00:22:01: Und dann sagte sie: „Ja, aber wieso?“
00:22:02: Der hat eine Tochter, der hat einen Hund, der liebt die Provence – und sie hat noch weitere Sachen aufgezählt.
00:22:09: Und da dachte ich: Ja, stimmt. Das ist bei mir.
00:22:12: Ja, also das Kochen und auch diese alten Traditionen, das habe ich schon ein bisschen herausgehört.
00:22:18: Ich finde das interessant.
00:22:20: Ich bin überhaupt nicht auf diesem „Früher war alles besser“-Trip. Null.
00:22:27: Aber ich interessiere mich sehr für diese Traditionen, gerade beim Kochen, und dafür, was heute daraus gemacht wird.
00:22:35: Und in der Provence heißt es ja immer – so wie hier auch –: Omas Küche ist die beste.
00:22:40: Deswegen haben die auch viele Rezepte einfach traditionell übernommen. Die Bouillabaisse kommt aus dem … 7 v. Chr. wurde das wohl entdeckt.
00:22:51: Also seit über 2.000 Jahren wird da zum Beispiel Bouillabaisse gegessen.
00:22:57: Wahnsinn.
00:22:57: Ich dachte immer, Bouillabaisse kommt mehr direkt von der Küste, wegen des frischen Fischs.
00:23:02: Ist auch so.
00:23:07: Du hast ja gesagt, du gehst gerne und viel auf Märkte.
00:23:10: Hast du einen Lieblingsmarkt oder sind sie unterschiedlich?
00:23:15: Ja, ja, ja.
00:23:19: Ist ja auch ein Tourismus-Podcast, ne?
00:23:21: Na ja, es ist ein Podcast, der Lust auf Frankreich machen soll.
00:23:24: Okay.
00:23:25: Ich nenne mal ein paar Märkte, wo man hinmuss, wenn man da ist.
00:23:29: Natürlich muss ich zuerst Lourmarin nennen. Der ist immer freitags.
00:23:32: Das ist der, wie ich finde, schönste Markt. Liegt sicherlich auch am Dorf.
00:23:36: Es gibt eine Platanenallee am Sportplatz entlang, und dann geht der Markt durch das ganze Dorf.
00:23:43: Im Sommer sind Musiker an jeder Ecke, und das ist eine wahnsinnig tolle Atmosphäre.
00:23:50: Und die Provenzalen machen ja auch immer alles so hübsch.
00:23:54: Die Stände sind so toll aufgebaut. Das ganze Gemüse wird ausgelegt wie Schmuck in einer Boutique.
00:23:59: Also richtig schön.
00:24:01: Das ist mein Lieblingsmarkt.
00:24:03: Dann gibt es dienstags den Markt in Gordes.
00:24:06: Das ist auf der anderen Seite, also auf der Nordseite des Luberon.
00:24:12: Das ist so einer der Vorzeigeorte.
00:24:14: Da gibt es einen Spot, wo auch die ganzen Insta-Mädels immer stehen und ihre Bilder und Videos machen.
00:24:19: Ja, ich habe genau vor Augen, wo.
00:24:21: Das weiß ich nicht.
00:24:22: Ja, das weißt du.
00:24:23: Und da ist dienstags immer der Markt.
00:24:25: Der ist auch wahnsinnig schön.
00:24:26: Ein paar Händler sind eher Kunsthändler, die dann Bilder verkaufen, und auch Klamotten, vor allem in den Sommermonaten.
00:24:34: Der ist auch wahnsinnig schön.
00:24:35: Und dann muss ich den Luberon einmal verlassen und nach L’Isle-sur-la-Sorgue gehen.
00:24:42: Ah, da ist der Antiquitätenmarkt.
00:24:44: Richtig. Sonntags.
00:24:46: Und der ist der Hammer.
00:24:48: Das ist ja eine Mischung.
00:24:50: Also, es ist auch ein normaler Markt mit Lebensmitteln und allem Möglichen, mit Opinel-Messern und Uhren und was sie da sonst noch alles verkaufen. Oder natürlich Seife, ganz viel auch.
00:25:01: Aber die Antiquitäten sind das Besondere.
00:25:03: Und dann ist da die Sorgue, dieser Fluss.
00:25:06: Ich bin übrigens auch mal zur Quelle gefahren. Die ist nämlich nicht weit von da.
00:25:09: Der ist so saukalt.
00:25:11: Ich war jetzt im Sommer da. Du hältst die Füße rein und die frieren dir wirklich ab.
00:25:15: Es ist wie so ein Gebirgsfluss. Also, es ist ja eigentlich auch ein Gebirgsfluss.
00:25:19: Und L’Isle-sur-la-Sorgue heißt ja „Insel auf der Sorgue“. Der Fluss geht einmal um den ganzen Ort herum.
00:25:26: Und da gibt es halt auch die ganzen Restaurants direkt am Wasser.
00:25:29: Und nach dem Bummel über diesen Sonntagsmarkt dann in eines dieser Restaurants zu gehen und diese frischen Sachen zu essen – großartig.
00:25:37: Aber du isst ja nicht die Sachen, die du gekauft hast. Die nimmst du ja mit nach Hause.
00:25:40: Die nehme ich mit nach Hause.
00:25:41: Da komme ich doch gleich zur nächsten Frage: Was machst du denn dann damit? Sag mir doch mal eines deiner Lieblingsrezepte.
00:25:47: Also nur … so kurz angerissen?
00:25:51: Nur kurz angerissen.
00:25:52: Also, ich finde eine gute Bouillabaisse schon den Hammer.
00:25:56: Ich weiß, das ist jetzt noch einen Tick südlicher, nämlich die Ecke Marseille. Aber die gibt es da ja auch. Mag ich total gerne.
00:26:02: Und dann esse ich oft Lamm.
00:26:06: Lammbraten in Kräuterkruste.
00:26:09: Ja, genau.
00:26:10: Lammbraten mit Lamm aus Sisteron. Das ist der Ort, wo die besten Lämmer der Welt herkommen, sagen die Franzosen.
00:26:18: Für die kommen ja ohnehin die besten Sachen immer aus Frankreich.
00:26:23: Lämmer gibt es aber auch in England oder in Neuseeland und hier in Dithmarschen auch.
00:26:29: Aber das können die schon sehr, sehr gut machen.
00:26:33: Und dann eigentlich alles, was mit Trüffeln zu tun hat.
00:26:36: Ich liebe Trüffel.
00:26:39: Das kann man auch in deinem ersten Roman sehr deutlich merken, denn in „Tod à la Provence“ geht es ja unter anderem um Trüffel.
00:26:48: Erklär mir doch mal, warum die dort so gut wachsen. Das war mir bisher überhaupt nicht klar.
00:26:53: Etwa 83 Prozent – nagel mich jetzt nicht fest – der Trüffel kommen inzwischen aus Plantagen.
00:27:00: Man hat ganz lange versucht, sie anzubauen.
00:27:03: Und das Problem bei Trüffeln ist: Sie brauchen Sonne und sie brauchen viel Wasser.
00:27:08: Also, das schließt sich ja ein bisschen aus.
00:27:11: Und trotzdem werden sie gerade auf diesen Plantagen sehr, sehr gepflegt.
00:27:17: Es ist halt unfassbar aufwendig.
00:27:19: Das sind sogenannte Trüffeleichen, und an den Wurzeln sind Trüffelsporen.
00:27:28: Diese Eichen werden eingegraben, und wenn du Glück hast, kommen nach 30 Jahren Trüffel oder nach 25.
00:27:35: Also, es ist ein sehr, sehr langfristiges Geschäft.
00:27:39: In dieser Airbnb-Wohnung, die ich immer miete, war es so, dass der Vermieter mich immer gefragt hat. Ich merkte das schon in den Jahren vorher: Der will wissen, was dieser Typ aus Deutschland mit seinem schlechten Französisch im Januar oder im Februar oder teilweise noch im März hier in Lourmarin macht.
00:28:04: Was ist das für ein komischer Typ?
00:28:06: Ich hatte die Wohnung immer gebucht, und er war immer ganz aufgeregt wegen seiner Heizung, weil es im Winter da ja auch kalt ist.
00:28:12: Und dann wollte er wissen, was ich mache.
00:28:14: Dann habe ich ihm erzählt: Ich habe hier ein Buch geschrieben, teilweise auch in dieser Wohnung. Das habe ich hier ins Regal gestellt.
00:28:22: Es gibt ja immer diese Ferienwohnungsregale. Und ich habe da auf Deutsch etwas reingeschrieben: „Wenn Sie hier wohnen und dieses Buch lesen – stellen Sie sich mal vor, dass es hier geschrieben worden ist. Wenn Sie Deutsche sind, lassen Sie mir mal einen Kommentar da. Und zwar nicht online, sondern bitte mit Kugelschreiber in dieses Buch.“
00:28:34: Und das habe ich ihm gezeigt. Das war ihm gar nicht aufgefallen.
00:28:37: Und er meinte: „Worum geht es?“
00:28:38: Dann habe ich ihm gesagt, es geht um Trüffel.
00:28:41: Und er meinte: „Ah, okay. Kommen Sie mal mit. Wir trinken mal ein Bier zusammen, ich erzähle Ihnen mal was über Trüffel.“
00:28:46: Und ich fand dieses Feilschen spannend, wenn die dann die Trüffel abwiegen, die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sagen: „Gott, ist viel zu teuer!“
00:28:56: Und dann mit dem Fingernagel die Erde rauskratzen und sagen: „Hier ist vielleicht doch ein Gramm weniger.“
00:29:04: Ist das super, oder?
00:29:05: Ist das super.
00:29:06: Also hast du selber schon mal Trüffel gesucht?
00:29:09: Ja.
00:29:10: Ich habe das mal gemacht. Man kann – ich will jetzt echt keine Airbnb-Werbung machen, es gibt auch vieles, was die machen, was schlimm ist –
00:29:19: aber die haben manchmal unten so Tipps. Und da wurde eine Trüffelsuche angeboten.
00:29:25: Das habe ich gemacht. Ich habe Koordinaten von so einem Waldstück bekommen und bin da hingefahren. Das war eine Trüffelplantage.
00:29:33: Der Mann, der das geleitet hat, war ein Amerikaner. Das war früher eine Obstplantage, und er hat daraus eine Trüffelplantage gemacht und 20 Jahre gewartet.
00:29:45: Die Hunde wissen irgendwann, dass an jedem Baum Trüffel sind, wenn es gut läuft.
00:29:51: Da habe ich eine Trüffelsuche mitgemacht. Der hatte alles. Der hatte auch Trüffelhonig, und der ist echt ein bisschen gewöhnungsbedürftig.
00:29:59: Das heißt, wie läuft das?
00:30:01: Du bist dann dabei, ihr seid eine kleine Gruppe, und er ist mit seinen Hunden da. Die laufen vorneweg. Und dann steht man irgendwo. Dürft ihr selber graben?
00:30:09: Nein, nein, nein.
00:30:10: Du darfst nur zugucken.
00:30:11: Und die Trüffel – dann kriegst du auch einen in die Hand. Aber du musst ihn auch kaufen.
00:30:14: Also, die verschenken da nichts.
00:30:16: Und dann erzählt er ein bisschen was über die Trüffelsuche und die Hunde. Wir waren etwa sechs Leute, unter anderem eine brasilianische Familie.
00:30:26: Die Kinder durften die Hunde streicheln, aber nur vorher, nicht während der Arbeit.
00:30:32: Und dann sind die halt in ihrem Film und graben die Trüffel aus.
00:30:36: Es macht Spaß.
00:30:38: Zu welcher Jahreszeit war das?
00:30:40: Das war im Herbst. Es waren Sommertrüffel.
00:30:45: Das wollte ich nämlich gerne noch wissen. Es gibt ja Winter- und Sommertrüffel. Was ist der Unterschied?
00:30:50: Wintertrüffel sind die besseren.
00:30:52: Also, es gibt so viele unterschiedliche, aber vom Geschmack her sind die Wintertrüffel viel, viel intensiver.
00:30:58: Also eigentlich müsste man das eher im Februar oder März mal machen.
00:31:00: Vielleicht war es auch im März, kann auch sein. Ich weiß es gar nicht mehr genau.
00:31:03: Ja, aber Wintertrüffel sind natürlich auch teurer, ne?
00:31:08: Genau. Und jetzt verstehe ich auch, warum die insgesamt so teuer sind, weil einfach dieser ganze Anbau so wahnsinnig lange dauert.
00:31:15: Ja.
00:31:15: Es gibt auch welche, die suchen. Die haben auch eine Lizenz.
00:31:17: Du brauchst eine Lizenz, wenn du da in den Wäldern suchst.
00:31:20: Aber das sind inzwischen im Verhältnis relativ wenige.
00:31:26: Auch wenn man Trüffelöl kauft, musst du echt darauf achten. Wenn das chemisch hergestellt ist – das ist der letzte Müll.
00:31:37: Wenn du das drei Tage im Mund hast, dann merkst du, dass es völlig drüber ist.
00:31:41: Du musst immer darauf achten, dass da auch echte Trüffel verarbeitet sind.
00:31:45: Und wenn man dann sagt: „Boah, ist mir aber echt zu teuer, 20 Euro für so eine kleine Flasche“, ehrlich gesagt: Dann lass es.
00:31:52: Es ist okay, aber du musst nicht dieses chemische Zeug kaufen.
00:31:56: Das hat mit Trüffel nichts zu tun.
00:31:59: Ja, man muss nur auch erkennen, was was ist. Sonst zahlst du 20 Euro und hast trotzdem das chemische Zeug.
00:32:04: Ja.
00:32:05: Aber wenn du in der Provence in die richtigen Läden gehst, in Feinkostläden, da kriegst du schon das Richtige.
00:32:11: Also, ich kenne das aus dem Piemont.
00:32:13: Ich war in Alba auf dem Markt, und da gibt es ja auch herrliche Trüffel.
00:32:18: Daher kannte ich das und war deswegen so überrascht, weil mir das in der Provence gar nicht so klar war.
00:32:24: Na ja, jetzt ist natürlich eigentlich dein Totschlagargument hier, wenn du mit dem Piemont ankommst: Das sind natürlich die besten Trüffel.
00:32:32: Die Provenzalen würden vehement widersprechen.
00:32:35: Aber das Piemont ist natürlich so ein Trüffelanbaugebiet.
00:32:40: Ja, also das wollte ich jetzt gar nicht als Totschlagargument meinen. Ich finde, das Schöne auf Reisen ist ja immer, sich auf die Regionen einzulassen.
00:32:48: Man muss das auch gar nicht immer vergleichen und sagen: Da ist es aber noch besser. Es hängt ja auch immer an diesem ganzen Terroir.
00:32:55: Dann trinkst du einen Rosé und hast den Trüffel, und das hast du halt nur da.
00:33:00: Italien ist dann wieder ganz anders.
00:33:03: Ja, ja.
00:33:04: Hast du auch schon Weintouren gemacht?
00:33:08: Ja, ja, habe ich auch schon.
00:33:09: Ich habe schon Weintouren gemacht.
00:33:11: Ist das nicht toll?
00:33:13: Also, ich habe ja eine Zeit lang in Burgund gelebt und habe da eine Weinlese mitgemacht.
00:33:20: Das war wirklich das Härteste, was ich je gemacht habe, glaube ich.
00:33:24: Das ist so anstrengend.
00:33:26: Ja, das ist wirklich anstrengend.
00:33:27: Und dann war es halt auch Nieselregen, auf den Knien, und es musste schnell gehen.
00:33:30: Ich hatte mir die Finger blutig geschnitten, aber es war ganz toll.
00:33:34: Es hat wirklich Spaß gemacht.
00:33:35: Ja, da kann man mal sehen, was da geleistet wird.
00:33:39: Ja, und das machen ja viele Wanderarbeiter, weil es den meisten Leuten zu anstrengend ist.
00:33:48: Ich habe es auch nicht die ganze Zeit gemacht.
00:33:50: Ich habe es drei Tage gemacht.
00:33:52: Dann hatte ich auch genug.
00:33:53: Aber mir hat mal ein Freund, der Weinhändler ist, gesagt: „Wenn du in Burgund anfängst, bist du fürs Leben versaut, was Wein angeht.“
00:34:02: Da ist natürlich ein bisschen was dran.
00:34:04: Aber ich finde, es gibt so viele tolle Weinregionen. Das hört nicht auf.
00:34:10: Also, da bin ich noch lange nicht am Ende.
00:34:12: Jetzt kommen wir mal zurück nach Deutschland.
00:34:20: Du bist Hamburger und wohnst in Schleswig-Holstein.
00:34:22: Ich bin ja Schleswig-Holsteinerin und wohne in Hamburg.
00:34:26: Du machst aber Lesungen in ganz Deutschland, ne?
00:34:28: Ja, ja.
00:34:29: Ich bin in ganz Deutschland unterwegs, und im Süden ehrlich gesagt fast noch mehr als hier.
00:34:34: In letzter Zeit sehr viel in Bayern.
00:34:37: Niedersachsen ist auch noch so ein Gebiet, wo ich ganz gerne unterwegs bin.
00:34:47: Rheinland-Pfalz ein bisschen, Baden-Württemberg relativ viel.
00:34:50: Die sind wahnsinnig interessiert.
00:34:52: Vielleicht liegt es auch an der Nähe zu Frankreich, das glaube ich schon.
00:34:56: Und die Bayern finden es interessant, weil die eigentlich immer nur nach Italien fahren.
00:35:00: Und dann sagen: „Komm, gucken wir uns mal was anderes an.“
00:35:04: Ja, ich bin in ganz Deutschland unterwegs.
00:35:06: Jetzt nächste Woche auch in Bayern und am Rhein, in Wörth am Rhein.
00:35:12: Man lernt ja auch Orte kennen, von denen man gar nicht weiß, dass es sie gibt.
00:35:16: Nee, aber es ist toll.
00:35:17: Man bringt ja so ein Stück Frankreich in die ganz unterschiedlichen kleinen Ecken in Deutschland.
00:35:22: Das finde ich irgendwie auch eine tolle Botschaft.
00:35:27: Du liest jetzt sozusagen aus deinem letzten Provence-Krimi.
00:35:32: Und wovon handelt der?
00:35:35: Die Geschichte habe ich aus Lacoste.
00:35:38: Lacoste ist auch ein Ort im Luberon.
00:35:42: Lacoste hat übrigens nichts mit dem Krokodil zu tun, der Ort heißt einfach so: Lacoste.
00:35:47: Und da gibt es ein Schloss. Ich habe immer gedacht – und allen, die ich da mal hingeführt habe, gesagt: „Ey, du musst mal was über dieses Schloss machen. Das ist ja toll.“
00:35:54: Das ist total zerfallen, das ist eigentlich eine Ruine.
00:35:58: Und da hat früher der Marquis de Sade gelebt und auch „Die 120 Tage von Sodom“ geschrieben.
00:36:05: Und dann habe ich gedacht: Boah, das ist schon hart, was der da in seiner Burg so veranstaltet hat.
00:36:12: Ich weiß nicht, ob das so mein Thema ist. Habe ich eine Biografie gelesen? Nee, das ist irgendwie nicht.
00:36:15: Und dann habe ich aber herausgefunden, dass 2001 Pierre Cardin dieses Schloss gekauft hat, der Modedesigner, für ganz wenig Geld.
00:36:24: Und der hat das dann renoviert. Das war die Auflage, und das hat er auch gemacht.
00:36:30: Er hatte aber im Ort oben die ganzen Häuser und Wohnungen gekauft, zu total überteuerten Preisen, weil er im Nachbarort von dem Schloss, in Lacoste, ein Kulturfestival veranstaltet hat.
00:36:43: Und bei diesem Kulturfestival kommen alle – zum Beispiel der Tenor Jonas Kaufmann – und die lesen dann da also.
00:36:47: Dieses Kulturfestival wollte er ganz groß machen, weil er sehr kulturell interessiert war.
00:36:53: Er ist 2020, glaube ich, gestorben, mit über 90 Jahren.
00:36:58: Und ich dachte: Das ist ein gutes Thema. Ich muss jetzt was über dieses Schloss machen und über Pierre Cardin.
00:37:04: Und dann habe ich herausgefunden, dass Pierre Cardin schon in den 70ern gesagt hat: Mode muss bezahlbar sein. Er macht jetzt Massenmode.
00:37:10: Und dann war es für mich nicht mehr weit zum letzten Schritt, zur Fast Fashion.
00:37:15: Dann ist es ein bisschen gesellschaftskritisch geworden, weil ich diese Fast-Fashion-Kultur – wenn man überhaupt von Kultur sprechen kann – zum Thema gemacht habe.
00:37:25: Da gibt es ein Model, das dort die letzte Kollektion des verstorbenen Pierre Cardin vorführen soll, und das verschwindet.
00:37:34: Und mit der Zeit kommt heraus, dass sie sich schon lange aus der Modebranche verabschieden wollte, sich gegen Fast Fashion stellt, nachhaltige Mode machen will und schon ein riesiges Netzwerk hatte.
00:37:49: Das kommt dann alles nach und nach heraus.
00:37:51: Das Interessanteste: In diesem Ort Lacoste habe ich eine Deutsche kennengelernt.
00:37:56: Eine über 80-jährige Frau, eine Künstlerin, eine Malerin.
00:38:00: Sie ist die letzte Purpurkünstlerin der Welt.
00:38:05: Eine Deutsche, die seit über 20 Jahren in Lacoste lebt.
00:38:09: Und sie hat ihr Grundstück genau neben dem Schloss von Pierre Cardin.
00:38:14: Und dann ist sie mit mir – die Frau ist 84, das ist Wahnsinn – über den Zaun geklettert und hat gesagt: „Komm, ich zeige dir mal das Schloss.“
00:38:22: Da darf man eigentlich nicht hin, aber: „Hier können wir ja rüber. Hier sieht uns ja keiner.“
00:38:27: Großartig.
00:38:28: Und diese Frau hat einen großen Teil zu diesem Buch beigetragen.
00:38:32: Es gab da Bewegungen, dass die Bewohner ihre Häuser und Wohnungen zurückhaben wollten.
00:38:36: Und es gab selbst eine ganz große Kunstszene in Lacoste, und Pierre Cardin hat das alles nicht interessiert.
00:38:42: Und diese Frau spielt eine ganz, ganz große Rolle in diesem Buch.
00:38:48: Die ist toll.
00:38:49: Dann werde ich mir das auch noch besorgen, wenn ich die anderen hier durchhabe.
00:38:54: Also, ich mache das ja wirklich gerne.
00:38:57: Ich lese wahnsinnig gerne diese französischen Krimis und träume mich dann immer ein bisschen weg. Oder ich höre sie als Hörbücher, wie auch immer ich sie kriegen kann.
00:39:05: Und meine Idee zu diesem Podcast ist ja auch ein bisschen daraus entstanden, dass ich in der Bretagne war, diese Bretagne-Krimis gehört und gedacht habe: Das ist so toll.
00:39:14: Das muss man eigentlich nicht nur auf Reisen machen. Das kann man auch gut mal zu Hause machen, weil man dann noch mal ein ganz anderes Gefühl dafür kriegt.
00:39:23: Ja, die Bretagne ist auch schön.
00:39:24: Ist auch ein tolles Setting.
00:39:25: Ich kenne die auch, die Bannalec-Krimis meinst du, ne?
00:39:27: Genau.
00:39:29: Ja, die sind auch toll.
00:39:30: Verstehe ich.
00:39:31: Was ich ja spannend finde, vielleicht noch zum Abschluss:
00:39:34: Ich habe mich ja doch intensiv mit dir und deinem Schaffen beschäftigt.
00:39:38: Du machst ja viele, viele Dinge auf einmal.
00:39:41: Was hast du denn jetzt noch für Projekte, also außerhalb des Schreibens?
00:39:46: Ja, das sind schon mehr Projekte außerhalb des Schreibens als das Schreiben selbst.
00:39:50: Ich war jetzt gerade auf der Buchmesse, und da ging die Zahl rum, dass nur fünf Prozent aller Autoren davon leben können.
00:39:56: Und zu diesen fünf Prozent zähle ich auch nicht.
00:39:59: Auch wenn ich ganz zufrieden bin – also mehr, als ich erwartet hatte –, aber allein davon leben kann ich noch nicht.
00:40:07: Ich mache im Moment einen Film über die Musicalstadt Hamburg.
00:40:12: Hamburg ist die drittgrößte Musicalstadt der Welt.
00:40:18: Mit „König der Löwen“, „MJ“ und so weiter.
00:40:24: Und da habe ich zwei Studentinnen begleitet, die gerne Musicalstars werden wollen.
00:40:30: Und ich habe einige Stars aus dieser Szene interviewt, unter anderem den MJ-Darsteller.
00:40:38: Und das läuft am 26. Dezember um 20:15 Uhr im NDR.
00:40:42: 90 Minuten über das Thema.
00:40:49: Das mache ich im Moment.
00:40:50: Und dann gibt es den Deutschen Nachhaltigkeitspreis, der wird in Düsseldorf verliehen. Dafür mache ich die Einspielfilme, also so MAZen, drei, dreieinhalb Minuten.
00:40:59: Ich habe gerade für den Bayerischen Fernsehpreis, der eigentlich „Blauer Panther“ heißt, die Einspielfilme gemacht.
00:41:05: Und dann gibt es im ZDF „Der Quiz-Champion“, das ist eine Sendung mit Johannes B. Kerner.
00:41:11: Ein Quiz, bei dem einer gegen Profis gewinnen muss, die aus ihrem Bereich kommen. Der muss mehr wissen als die.
00:41:16: Und da mache ich auch mal die Einspieler.
00:41:20: Und nächstes Jahr mache ich noch einen Film über einen Arzt von der Charité.
00:41:24: Also, es ist viel.
00:41:25: Ja, das stimmt.
00:41:26: Und ich mache einen Podcast.
00:41:28: Darf ich das noch kurz sagen?
00:41:30: Ich mache auch einen Bücher-Podcast.
00:41:32: Der heißt „2MannBuch“. Den mache ich mit einem guten Freund, und wir sind Männer, die gerne lesen.
00:41:36: Das ist scheinbar irgendwie selten geworden.
00:41:40: Und deswegen rezensieren wir alle zwei Wochen jeder ein Buch.
00:41:45: Das stimmt. Das habe ich in der Vorbereitung auch gelesen.
00:41:47: Und da gab es noch eine ganz schöne Aussage von euch.
00:41:51: Das fand ich sehr sympathisch, dass ihr sagt: Wir empfehlen nur Bücher, wir machen keine Verrisse.
00:41:57: Ich finde, das passt ein bisschen zu unserer Einstiegsfrage: das Schöne nach vorne holen und nicht in diese Negativität fallen.
00:42:06: Das ist, finde ich, auch etwas ganz, ganz typisch Französisches.
00:42:09: Ja, das stimmt.
00:42:10: Das habe ich auch gelesen.
00:42:11: Du hast gesagt: „Eine Essenseinladung in Südfrankreich ist die Vorstufe zu einer Freundschaft.“
00:42:16: Das fand ich einen so tollen Satz.
00:42:20: Deswegen habe ich jetzt gedacht, lieber Andreas, ich würde dich gerne einladen.
00:42:23: Wir machen ja in unregelmäßigen Abständen eine sogenannte „Table d’hôte“, eine Gästetafel von Tour Exquisit in verschiedenen Restaurants.
00:42:33: Und wenn die das nächste Mal in Hamburg ist, dann würde ich dir gerne Bescheid sagen.
00:42:37: Ich komme gerne.
00:42:38: Super, vielen Dank für die Einladung.
00:42:42: Ich war sogar mal in der französischen Botschaft eingeladen.
00:42:45: Ich auch. Von Atout France.
00:42:46: Was, warst du da auch?
00:42:47: Da war ich auch, letztes Jahr.
00:42:49: Ja, letztes Jahr war ich da nicht. Das war bei mir ein paar Jahre her.
00:42:52: Ja, ich war da letztes Jahr.
00:42:53: Das war toll. Das war wie in einem James-Bond-Film.
00:42:55: Plötzlich geht da so eine Wand hoch, und dahinter ist dann die Tafel.
00:42:58: Und so war das bei euch auch?
00:42:59: Das war unglaublich.
00:43:01: Mit unserem Superkoch.
00:43:03: Wir haben eigentlich noch gar nicht über Wein gesprochen.
00:43:08: Wir haben noch mehr Themen.
00:43:09: Ich starte ja den Podcast erst. Das heißt, wir können das gerne noch mal vertiefen.
00:43:13: Toll, dass du das machst, übrigens. Finde ich super.
00:43:15: Ich freue mich drauf. Auch auf die anderen Folgen natürlich.
00:43:18: Ja, das freut mich.
00:43:19: Dann danke ich dir sehr, dass du da warst, und ich hoffe, wir machen das bald noch mal.
00:43:24: Ich freue mich.
00:43:24: Danke, Antje.
00:43:30: Wie schön, dass Andreas Heineke heute bei uns am Tisch saß und uns mitgenommen hat in seine Provence – voller Lavendel, Geschichten und Rosé.
00:43:38: Wenn Sie Lust bekommen haben, selbst durch den Luberon zu reisen, finden Sie passende Reisen bei Tour Exquisit.
00:43:45: Im Newsletter teilen wir außerdem Andreas’ persönliche Tipps – vom Lieblingsmarkt über einen ganz besonderen Caféplatz bis zum schönsten Ort für den Apéro im Abendlicht.
00:43:55: Merci, dass Sie dabei waren.
00:43:56: À bientôt bei „À table!“
Alexander
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