02 - Mit Johannes J. Arens: Frankreich erleben zwischen Terroir, Tischkultur und Privatunterkünften

Shownotes

Folge 02: Im Gespräch mit Johannes J. Arens

Ein Gespräch über Terroir, private Unterkünfte, Tischkultur, Picknicks – und die Frage, warum Frankreichs Genusswelt so tief berührt. „Ein Sommer ohne Frankreich ist kein richtiger Sommer.“ (J. J. Arens)

Erwähnte Orte & Themen

Loire: Privatunterkünfte, Frühstück mit hausgemachten Konfitüren

Pyrenäen & Baskenland: Piment d’Espelette, Süßwein aus Banyuls, baskischer Käsekuchen

Terroir: Regionale Produkte, Identität im Glas und auf dem Teller

Französische Rituale: Apéritif am Freitagabend, Café gourmand

Tischkultur: Table d’hôtes, lange Sonntagsessen

Picknick: Baguette, Käse, Cornichons, Reineclauden

Kulinarik unterwegs: Restaurantbesuche auch allein genießen

Rubriken aus der Folge

Frankreich zum Mitnehmen: Café gourmand – kleine Desserts als Moment purer Lebensfreude

Reisetipp à la carte: Übernachten in Chambres d’hôtes – echte Begegnungen & Zugang zur Alltagskultur

Das kleine Genusslexikon: Terroir – Zusammenspiel aus Landschaft, Klima, Handwerk und regionaler Tradition

Weiterführende Links

Tour Exquisit – Genussreisen mit Seele: https://www.tourexquisit.de

Reisen, über die wir sprechen: Loire · Pyrenäen · Baskenland (Links einfügen)

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Transkript anzeigen

[0:05] Bienvenue bei A Table, dem Frankreich-Podcast von Tour Exquisit mit Antje Seele.

[0:12] Ein Sommer ohne Frankreich ist kein richtiger Sommer. Für Johannes J. Ahrens ist das mehr als ein Satz, es ist fast schon ein Lebensmotto. Der Journalist, Autor und Kulturanthropologe reist seit vielen Jahren durch Frankreich. In seinen Texten zeigt er die Vielfalt und Lebendigkeit der französischen Küche und Kultur. Was ihn jedes Jahr aufs Neue nach Frankreich zieht und warum Privatunterkünfte der Schlüssel zu echten Einblicken in die französische Kultur sind, das erzählt er uns in diesem Gespräch.

[0:45] Willkommen, Herr Ahrens. Dankeschön, dass ich da sein darf. Sehr gerne.

[0:50] Genau wie wir bei Tour Exquisit lieben Sie die kleinen privaten Unterkünfte auf Ihren Reisen. Wenn Sie dort übernachten, welcher Moment ist Ihr Lieblingsmoment? Das ist meistens der der Ankunft, weil man sich ja doch sehr freut auf die Unterkünfte, die man ausgewählt hat, wo man zum Teil lange nach gesucht hat, wenn man wie ich oder wie wir kreuz und quer im Land unterwegs ist.

[1:17] Und wenn man dann ankommt und das Schöne ist, man muss diese Momente mittlerweile suchen, aber das Schöne ist, wenn es eine Unterkunft ist, wo man wirklich in Kontakt mit den Personen kommt und ihnen keine Schlüsselbox, wenn man dann quasi ankommt und die Tür geht auf und da ist jemand, mit dem man vielleicht vorher mal kurz geschrieben oder telefoniert hat und ja, man lernt sich so ein bisschen kennen. Und das sind eigentlich diese Einblicke in den französischen Alltag, die man nur so bekommen kann. Wenn man eben privat irgendwo unterkommt und nicht im Hotel ist. Das ist auch genau der Ansatz, den wir auf unseren Reisen haben.

[1:56] Gibt es da eine Szene, die Ihnen direkt in den Sinn kommt? Irgendwie so eine Ankunftsszene, von der Sie uns erzählen können? Ja, das ist schon relativ lange her, aber das ist wirklich so ein Schlüsselmoment, an den ich auch relativ häufig noch denke. Das war in der PKD jetzt nicht unbedingt das schlüssigste Reiseziel, weil da viel Landwirtschaft ist und wenn man sich für den Ersten Weltkrieg interessiert, ist da viel. Aber ansonsten fährt man da durch und wir haben damals da angehalten und waren in einer Villa auf dem Land und es waren Leute, deren Kinder aus dem Haus waren, die hatten viel Platz und die haben sich dann gedacht, ach, wir können ein bisschen was dazu verdienen oder wir sind weniger alleine, wenn wir Zimmer vermieten. Und wir kamen an und wir wurden dann hereingebeten in den Wintergarten. Und dann gab es erst mal was zu trinken und dann hat man sich unterhalten.

[2:49] Und mein Französisch ist leidlich, muss ich dazu sagen. Also ich kann mich ganz gut unterhalten, aber ein bisschen was geht auch verloren. Und das passte aber alles so gut, dass wir nachher über den Hof geführt wurden. Und dann gab es da eine Oldtimer-Sammlung und wir durften mit den Oldtimer fahren über den Hof. Das war ein sehr besonderer Moment.

[3:12] Das klingt toll. Ich finde ja besonders schön immer das Frühstück, wenn man angekommen ist und hat da schon die erste Nacht verbracht und dann kann man ganz viel aus dem Frühstück ableiten.

[3:24] Kennen Sie das, dass Sie da so ganz besonders überrascht oder berührt sind? Ja, berührt. Auch da eine Anekdote. Berührt hat mich sehr. Das war in der Loire, in Mont-Louis-sur-Loire. auch wieder ein ähnliches Setting. Ein großes Haus mit einem großen Garten drumherum, ältere Leute und morgens saßen wir beim Frühstück mit, ich glaube, es war ein englisches Ehepaar, die auch da waren. Das ist ja auch schön, dass man andere Leute auch vor Ort trifft und dann mit denen gemeinsam frühstückt. Und es gab, wenn ich mich recht erinnere, acht verschiedene hausgemachte Konfitüren und Marmeladen allesamt aus dem Garten. Und das ist für mich als Kulturwissenschaftler und als Foodie natürlich der Himmel. Also wenn ich quasi sehen kann durchs Wohnzimmerfenster, wo die Pfirsiche gewachsen sind oder die Erdbeeren im Garten waren. Und das sind schon sehr, sehr schöne Momente und da gibt es schon relativ viele. Aber wie gesagt, man muss gucken, dass man diese privaten Momente auch sucht. Die gibt es halt nicht im Hotel. Ja, und die Gastgeber sprechen ja auch oft so ein bisschen Englisch.

[4:34] Also wir suchen das oft danach aus, dass die Gastgeber sich auch auf Englisch unterhalten können, wo unsere Kunden auch nicht alle französisch sprechen. Genau. Also das Französische wird ja immer noch gerne als Hinderungsgrund für den Frankreich-Urlaub gesehen, hier in Deutschland, was ich überhaupt nicht so empfinde. Wie gesagt, ich spreche es einigermaßen meinen Mann überhaupt nicht. Und in all den Jahren, die wir in Frankreich unterwegs sind, gab es nicht eine Situation, wo er dachte, hier bin ich jetzt überfordert. Weil, und ich glaube, das hat sich über die Jahrzehnte auch geändert.

[5:09] Die Franzosen einen auch verstehen wollen. Also es ist ja nicht so, dass die sagen, du sprichst kein Französisch, dann hast du Pech gehabt, sondern die versuchen ja auch irgendwie anders zu kommunizieren. Und gerade was jüngere Generationen angeht, ist Englisch mittlerweile wirklich Standard. Da kommt man ganz gut durch. Ich denke, das ist noch in den Köpfen vieler Reisender drin, aber es hat sich wirklich stark geändert in Frankreich. Und ich finde auch das Schöne ist, man merkt, diese Gastgeber lieben total, was sie tun. Also wenn man so eine kleine Privatunterkunft führt, dann sind das so diese besonderen Herzlichkeiten. Haben Sie da noch ein besonderes Paar oder so, dass Ihnen dazu einfällt? Ja, also wir waren mal, ich muss jetzt immer so ein bisschen auf der Landkarte denken, wo es war. Wir waren mal in der Champagne.

[5:59] Da hatten wir Freunde auch dabei, da waren wir zu viert unterwegs. Und da hatte ich dann den Hausherrn gefragt. Wir hatten am Abend vorher im Garten eine Flasche Champagner getrunken und da hatte ich ihn gefragt, wo die herkommen. Und dann sagt er, ja, das ist ein befreundeter Champagnerbauer hier in der Gegend. So, Ende der Unterhaltung. Und am nächsten Morgen beim Frühstück kommt er auf mich zu und sagt, ich habe da angerufen, ihr könnt da gleich mal vorbeifahren. Wie die Franzosen manchmal halt so sind. Da wird nicht lang gefackelt, sondern da werden Nägel mit Köpfen gemacht. Die anderen drei in der Reisegruppe, alle nicht französisch sprechend, waren etwas mäßig begeistert, sage ich mal. Und wir sind dann dahin, aber trotzdem. und wir saßen dann irgendwann auf diesem Sofa und haben Champagner verkostet. Das war wirklich im Privathaus dann. Und der machte mal eine Flasche nach der anderen auf. Und ich habe immer wieder gesagt, wir müssen doch noch fahren. Also wir können jetzt nicht alles hier auftrinken.

[6:56] Und das war ein ganz skurriler Moment. Das war ein toller Moment. Und das ist einer, wo wir heute, und das ist bestimmt schon 15 Jahre her, immer noch alle von sprechen, weil das so ein lustiger, besonderer Moment war. Also, dass Sie Genuss lieben, das merkt man ja sofort.

[7:14] Die Frage ist, wie sind Sie bei Frankreich gelandet? Waren Sie schon in der Schule vom Französischen so begeistert? Ich muss sagen, dass ich in der Schule ein relativ schlechter Französischschüler war, muss ich bekennen. Das fiel so in die Zeit, in der neunten Klasse fing das an, dass wir Französisch hatten und da war ich nicht besonders motiviert in der Schule. Aber meine Mutter kam aus der Gegend von Saarbrücken, also an der französischen Grenze und ist die ersten Jahre ihres Lebens als Saarländerin de facto auch Französin gewesen. Und mein Vater kam aus der Nordeifel, da war eine Nähe zu Belgien da, was ja auch also zumindest der frankophile Teil dann doch sich stark an Frankreich orientiert deshalb gab es bei uns immer, Also Frankreich war immer das beste Land, wo man hinfahren konnte. Also über die Grenze einfach vielleicht mal kurz einkaufen, wenn man bei der Oma war. Aber auch Urlaub machen, die Hochzeitsreise meiner Eltern ins Burgund. Wir sind da als Kinder wirklich viel gewesen.

[8:23] Frankreich war Lebensart und Frankreich bedeutete gutes Essen und schöne Landschaften. Und das habe ich in mich aufgenommen eigentlich. Also das ist immer schon da gewesen.

[8:33] Und dann, ja, als junger Mensch will man ein bisschen was von der Welt sehen und da sind vielleicht die nahegelegenen Länder nicht mehr so interessant. Und als ich dann selber verheiratet war, haben wir beide zu Frankreich gefunden über eine Art Dokumentation über französische Kathedralen. Kathedralen. Und mein Mann sagte damals zu mir, ich war noch nie in Frankreich, das würde ich mir aber gerne mal anschauen. Und dann dachte ich so, jetzt ist die Chance und seitdem machen wir das. Das heißt, Ihre erste Frankreich-Reise ging wohin? Also Ihre erste gemeinsame? Die erste gemeinsame, das war ein kurzer Ausflug nach Amiens, Laon und Chartres, wo wir wirklich uns die Kathedralen angeschaut haben. Und dann ging es relativ schnell weiter, dann waren wir mal im Elsass und die allererste große Tour war dann an der Loire. Ah, die Flöster der Loire. Richtig, genau. Schön. Ja, schön.

[9:32] Ich habe natürlich ein bisschen recherchiert und herausbekommen, dass Sie da so eine richtige Systematik oder auch ein Konzept entwickelt haben. Das heißt, Sie bereisen jedes Jahr eine andere Region. Können Sie ein bisschen genauer erklären, wie das Konzept aussieht? Es ist jedes Jahr eine andere Region oder Region nennen. Und das grundlegende Konzept ist nicht länger als zwei Tage an einem Ort. Oder zwei Nächte.

[9:58] Das heißt, wir bleiben maximal zwei Nächte an einem Ort und dann geht es weiter. Das ist jetzt kein Erholungsurlaub, muss man sagen. Also das ist schon manchmal auch ein bisschen anstrengend, das raus und rein und hin und her mit Koffern und so.

[10:15] Aber man kommt so voller Eindrücke und Ideen und Inspiration wieder zurück, dass mich das auch in meiner Arbeit so das ganze Jahr eigentlich trägt, diese zwei oder manchmal auch drei Wochen. Wir haben das mal unterbrochen. In Corona-Zeiten waren wir nicht in Frankreich, weil wir nirgendwo waren außer zu Hause. Nach Corona haben wir gesagt, es ist vielleicht nicht die beste Idee, zwei Wochen lang zu gucken, wo kriegt man jetzt was zu essen und wo funktioniert gerade was. Und da sind wir auch mal eine Woche in der Bretagne und eine Woche in den Wugiesen gewesen. Das war auch toll.

[10:57] Aber wenn ich wählen kann, finde ich dieses Rumreisen eigentlich viel schöner. Also wirklich so einen Roadtrip zu machen. Also mir gefällt dieses Rumreisen auch sehr gut. Ich kann aber auch gut drei oder vier Nächte an einem Ort bleiben, einfach um wirklich in die Gegend richtig einzutauchen. Aber ich kann beides verstehen. Also ich finde beides toll. Wie planen Sie das denn? Legen Sie im Vorfeld genau die ganze Reiseroute fest oder lassen Sie sich auch ein bisschen treiben? Wir legen das meistens ziemlich genau fest schon und wir haben ganz zu Anfang auch immer mal gedacht, ah, das ist vielleicht auch romantisch, dass man einfach losfährt und dann guckt, zumindest bei einem Teil der Unterkünfte, wo findet man was. Ich finde das aber schwierig, ehrlich gesagt, vor Ort, weil häufig viel ausgebucht ist. Die Regionen, wo wir sind, also wir fahren jetzt nicht unbedingt in die.

[11:47] Größten Urlaubsregionen, da sind häufig Unterkünfte auch weit, gestreut, da muss man schon mal ein bisschen fahren und insofern ist das bei so einer Reise, wenn man 14 Tage unterwegs ist, ganz schön zu wissen, ah, da sind wir da und da sind wir da und man kann dann zwischendurch auch gucken, was kann man sich anschauen auf der Route. Wie wir das machen, ist, wir haben eine große Landkarte, ich bin ein großer Landkarten-Fan, weil man da Dinge doch nochmal anders sehen kann, als irgendwie auf dem Bildschirm. Die wird ausgebreitet und dann geht es erstmal um die Frage, wohin.

[12:19] Welche Himmelsrichtung ungefähr es werden soll und wenn die ausgewählt ist, dann gucken wir, was sind Städte. Jetzt muss ich dazu sagen, dass wir inzwischen alle Regionen einmal irgendwie abgereist haben und insofern gucken wir, wenn wir jetzt nächstes Jahr aller Voraussicht nach, in die Pyrenäen fahren, Wo waren wir da schon mal? Was hat uns gut gefallen? Was kennen wir noch nicht? Und dann gibt es nochmal eine kleine Formel, die sehr wichtig ist. Und das ist Wein, Wurst und Käse in dieser Reihenfolge. Dass wir schauen, wo gibt es landestypische Spezialitäten, die wir mal erkunden wollen. Also Wein sind wir beide große Fans von. Wurst, wie gesagt, meine Mutter ist Saarländerin gewesen. Das habe ich von ihr geerbt.

[13:09] Das ist auch immer ein wichtiger Teil. Und Käse natürlich auch. Und insofern sind es immer auch kulinarische Reisen, muss man sagen. Ja, das habe ich schon auch so verstanden. Planen Sie auch die Restaurants vorher?

[13:23] Die Restaurants nicht. Dafür ist die Planung meistens viel zu weit im Voraus. Und bei Restaurants finde ich es auch wirklich schön zu gucken, was gibt es, also was findet man oder aber auch, was lässt man sich empfehlen? Weil häufig sind das die wirklich spannenden Geschichten. Wir waren in diesem Sommer auch wieder an der Loire und da gab es ein kleines Restaurant im Nachbarort.

[13:53] Wo ein Spitzenkoch, muss man sagen, in einem Bauernhof kocht mit Weinbergen drumherum. Das hätte ich so nie gefunden. Und das kam, weil die Vermieter halt gesagt haben, das ist eins, was wir euch empfehlen. Es gibt hier nicht viel, aber fahrt da mal hin. Und deshalb lasse ich mich da gerne ein bisschen treiben und gucke vor Ort, was ist hier eigentlich gerade so drin. Das kann aber auch mal, im selben Ort waren wir abends auf so einer Art Campingplatz an der Straße, wo jemand in einem Wohnwagen Burger und Würstchen gegrillt hat. Das war genauso toll. Ich finde, das ist aber auch wie beim Wein und bei anderen Dingen die Mischung macht. Man kann mal das ganz, ganz großartige Gedeck und mal darf es auch ein bisschen einfacher sein. Das finde ich viel, viel spannender, als alles auf einem Niveau zu haben. Genau. Also die kleinen Geheimtipps am Wegesrand sagen, sie finden sie sozusagen auch

[14:50] viel über die Gastgeber. Ja, so arbeiten wir auch, dass wir das mit den Partnern irgendwie gemeinsam besprechen.

[14:57] Sie haben mal was ganz Lustiges über sich gesagt. Ich mache einen Plan, lege los und etwas anderes kommt dabei raus. Oder in Kurzform schlampe ich, aber charmant. Ich fand das so herrlich. Fühlen Sie sich im Geiste als Franzose? Ja, irgendwie schon ein bisschen. Also in Frankreich merke ich immer, wie deutsch ich dann in bestimmten Dingen auch bin. Also gerade wenn es um Restaurants geht, wenn ich um 19 Uhr einen Tisch reserviert habe, dann bin ich als ordentlicher deutscher Bürger auch um 18.59 Uhr vor der Türe und nicht zehn Minuten oder eine Viertelstunde später. In Deutschland denke ich manchmal, ja, da bin ich schon so ein bisschen französisch. Und gerade was die Aufmerksamkeit und die Bedeutung von Lebensmitteln und von gutem Essen und Trinken betrifft, da glaube ich, können wir uns alle eine Scheibe abschneiden im Nachbarland. Das ist einfach eine Wertschätzung, die das Leben schöner macht, sage ich mal. Das spiegelt sich ja auch in Ihrem Begriff, in Ihrem Beruf wieder. Erklären Sie doch mal den Begriff Kulturanthropologe.

[16:09] Kulturanthropologie ist ein Fach, was nicht das Vermesseln von Schädeln ist. Das sage ich mal als allererstes dazu. Manchmal ist das noch so die Vorstellung, die man hat. Als ich es studiert habe, hieß das Fach noch Volkskunde und es geht eigentlich um Alltagswissenschaften. Also alles, was der Kunstgeschichte, was den Literaturwissenschaften zu banal ist, um es jetzt mal polemisch zu formulieren, das bearbeiten wir. Also alles, was wir im Leben so tun, ohne dem viel Aufmerksamkeit zu schenken. Und ich habe mich relativ schnell auf Essen und Trinken fokussiert, weil das in der Familie eine große Bedeutung hat und weil das für mich einfach ein spannendes Thema ist. Und es geht natürlich weit über das kulinarisch-gustatorische, sensorische hinaus, weil die Art und Weise, wie wir essen und trinken natürlich immer auch das Leben spiegelt. Also daran kann wir erkennen, was uns wichtig ist, was uns bewegt, was uns Angst macht. Das sind alles Dinge, die kann man, wenn man genau auf Ernährung schaut, da rauslesen. Diese Wichtigkeit von Essen und Trinken und was Sie gerade gesagt haben mit dem Genuss, dass wir uns davon alle eine Scheibe abschneiden können. Haben Sie in Deutschland auch ein persönliches Ritual, das mit Essen und Trinken zu tun hat oder mehrere? Rituale, ja. war.

[17:39] Ich lebe seit 30 Jahren in einer festen Beziehung, aber wir wohnen nicht zusammen. Und wir sehen uns am Wochenende und da spielen Essen und Trinken immer eine ganz große Rolle. Und da gibt es seit geraumer Zeit eigentlich schon das Ritual, dass wir den Freitagabend mit einem Aperitif beginnen und dann was... Zu essen natürlich und dass immer derjenige, wo man sich aufhält, also in zwei Wohnungen, derjenige muss sich um ein Aperitif und das Einkaufen kümmern. Und der Aperitif ist aber eigentlich das Wichtigere an dem Abend, weil das so ein Moment ist, wo man, ganz ritualisiert sagen kann, jetzt lassen wir dieses Stück Alltag hinter uns, die Woche, die Arbeitswoche ist vorbei und man geht so ins Wochenende hinein und wir geben uns auch immer so ein bisschen Mühe, dass es neue Dinge sind, die man entdecken kann und, das ist so eins der Rituale, die ich habe. Und so Rituale mit Freunden, gehen Sie gemeinsam essen oft mit Freunden? Ich gehe natürlich beruflich sehr viel essen, weil ich über Essen und Trinken schreibe und hin und wieder, früher habe ich sehr viel mehr gemacht, mittlerweile nicht mehr ganz so viel, auch Kritiken schreibe und rezensiere. Insofern ist es immer auch ein Stück weit Arbeit, bei mir lässt sich Arbeit und Vergnügen aber nicht wirklich trennen.

[19:00] Und wir gehen auch viel mit Freunden essen, wobei, das kennen Sie vielleicht auch, wenn man gerne essen geht und gut essen geht und auch sagt, das ist mir wichtig und da nehme ich auch schon mal ein bisschen Geld in die Hand, dann wird das Feld der Leute, mit denen man essen gehen kann, schon ein bisschen dünner manchmal. Also nicht, weil das keine guten Freunde sind, sondern all die einfach andere Prioritäten auch haben. Aber wir haben durchaus auch Freunde, mit denen wir viel und gerne essen gehen. Und das Schöne ist, wenn man mit Leuten am Tisch sitzt und ich kann mich halt drei Stunden am Stück über Essen unterhalten. Das funktioniert einfach hervor, weil es halt so viel zu erzählen und zu sagen gibt. Das machen wir auch gerne. Ich gehe aber ehrlich gesagt auch gerne alleine essen. Das ist so ein bisschen schwierig manchmal, weil man bei den Restaurants, je nachdem was für Restaurants sind, nicht immer so beliebt ist, wenn man einen einzelnen Tisch belegt mit einer Person, weil natürlich der Umsatz geringer ist, als wenn jetzt da zwei Leute oder vier Leute dran sitzen. Aber ich mache das grundsätzlich gerne, weil ich auch sehr, sehr gerne Menschen im Restaurant beobachte. Und da gibt es natürlich auch große Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich.

[20:15] Das mache ich auch sehr gerne, ja. In Frankreich gibt es ja diesen Table d'Ot. Unser Podcast heißt ja auch A Table, also zu Tisch, weil wir die Leute im Prinzip an einen Tisch bringen möchten. Sowohl im Gespräch als auch in der ganzen Kultur. Können Sie den Begriff Table d'Ot nochmal erklären? Table d'Ot in Anlehnung an Chambre d'Ot, also das Gästezimmer, der Gästetisch eigentlich, wo man Leute empfängt, also man kocht und es kommen Leute zum Essen, die man nicht kennt. Das sind im Regelfall dann die Leute, die auch, wenn man Chambre d'Ot anbietet, die in den Zimmern unterkommen. Das muss aber nicht immer sein. Also es gibt ja auch Angebote von Table d'Ot, wo man einfach so hinkommen kann. Ich kann mich erinnern, dass ich in meiner Jugend mal einen Reiseführer über die Provence hatte und da wurde beschrieben, dass eine alte Frau, ich weiß gar nicht mehr, wo es war, ein Table d'Ot anbietet und ich fand dieses Konzept so unglaublich, dass es kein Restaurant ist, sondern dass da jemand kocht und da geht man hin und isst bei den Leuten.

[21:25] Das gibt es in Frankreich ja nicht mehr ganz so viel, wie das mal war. Es wird leider auch ein bisschen weniger, aber da haben wir auch wirklich sehr, sehr schöne Abende schon verbracht. Auch mit ganz unterschiedlichen, ungewöhnlichen Konstellationen. Wir waren mal schon Lothringen gewesen, aber auch ein Haus auf dem Land. Das waren zwei Niederländerinnen, die das da betrieben haben. Und wir waren zum Schluss am Tisch, sechs Personen, zwei Niederländer, zwei Engländer und wir. Und am Anfang war das so ein bisschen steif und man wusste nicht so, wie wird das jetzt. Die Niederländer waren offensichtlich sehr regiös und haben vor dem Essen gebetet und es war nachher so ein lustiger Abend und wir haben alle sechs zusammengesessen bis tief in die Nacht draußen im Garten, weil das einfach dieser Tisch schafft. Also wenn man zusammen isst, das eröffnet einfach Kanäle, weil man erstmal über das Essen sprechen kann, aber über das Essen hinaus schon über andere Dinge spricht. Und das geht eigentlich nur beim gemeinsam am Tisch sitzen. Ja, deswegen finde ich das Konzept so schön, weil das eigentlich was ist, wonach wir uns heute alle sehen.

[22:33] Mehr Austausch, Verbindung und das passiert genau in solchen Momenten. Gehen wir mal weiter beim Essen. Stichwort Picknick. Was ist für Sie ein gutes französisches Picknick? Ein gutes französisches Picknick ist erstmal das Brot natürlich, das stimmen muss. Käse auf jeden Fall.

[22:54] Wir haben auf unseren Reisen immer die Regel, und auch hier gilt, nachher kommt immer was anderes bei raus, die Regel ist aber grundsätzlich, einen Tag Essen gehen, einen Tag Picknick, damit es nicht so ganz aus dem Ruder läuft. Das funktioniert nicht immer weil manchmal sind einfach so tolle schöne Restaurants oder Brasserien oder was auch immer da und dann macht man es eben nicht, aber wenn wir Picknick machen, dann kaufen wir ein Brot, Käse Paté, Wein ganz wichtig ganz ganz wichtig das allererste was wir kaufen wenn wir in Frankreich sind Cornichons dafür, weil die so ganz anders sind als bei uns nämlich dreimal so sauer wie hier, Und das mag ich sehr gerne, weil das auch so gut zu einer fettigen Pâté oder auch zu einem kräftigen Käse passt. Das sind so die Standardsachen. Und dann, wenn man in Frankreich im Sommer unterwegs ist, wird man erschlagen von der Fülle von Obst und Gemüse aus dem Land selber. Also die Franzosen haben ja einen sehr großen Hang zu französischen Produkten, gerade im Sommer. Und was da immer auch als allererstes in den Einkaufskorb wandert, sind René Cloden, weil die hier so schwer zu bekommen sind. also diese grünen, runden, kugeligen Pflaumen.

[24:10] Mehr brauche ich dann auch schon nicht für ein Picknick. Und wir haben eigentlich im Auto immer so ein Picknick-Set. Das ist so eine kleine Tasche da, so wie Teller und Besteck und Gläser drin. Ja, und da guckt man halt, wo es schön ist und setzt sich einfach hin. Und das Tolle ist, wenn man irgendwo auf dem Land unterwegs ist, wo auch ein bisschen vielleicht Urlaubstourismus ist, um 12 Uhr machen die Franzosen das ja alle. Also man sieht halt überall ja Leute sitzen, wenn sie nicht im Restaurant sind und irgendwo was essen. Und insofern fällt man auch überhaupt nicht auf, wenn man plötzlich ein Picknick macht. Im ländlichen Frankreich, das ist man ja so als Großstädter nicht gewohnt, wenn man jetzt kein Picknick dabei hat und diesen Zeitpunkt verpasst ab 14 Uhr, gibt es dort eigentlich nichts mehr zu essen. Ist es Ihnen da schon mal passiert? Das ist uns sehr häufig schon passiert. Also mittlerweile weiß man das, man vergisst es aber trotzdem immer wieder mal. Mittlerweile wissen wir auch, dass montags die besten Reisetage sind, weil dann, wenn die Geschäfte überhaupt aufhaben, sie erst am Nachmittag aufhaben.

[25:17] Ja, man muss eben dieses Fenster, also Mahlzeiten sind halt gerade tagsüber oder mittags relativ in ein strammes Zeitfenster gepackt in Frankreich. Also zwischen 12 und 14 Uhr wird gegessen und davor und danach wird es schwierig. Also wenn man Glück hat, findet man noch eine Bäckerei, die irgendwo was hat, aber auch nicht unbedingt immer. Das ist uns auch schon passiert, aber gut, das lernt man im Laufe der Jahre dann. Das ist mir auch schon häufig passiert, wenn man es immer wieder vergisst. Was essen Sie dann mittags? Plats du jour?

[25:51] Wir gehen meistens abends essen, weil das so ein schöner Ausklang des Tages ist, weil wir tagsüber natürlich auch viel fahren dann, also von A nach B und Sachen anschauen. Wir gehen auch schon mal mittags essen, wenn uns was über den Weg läuft, aber wo man so denkt, wenn wir jetzt richtig essen gehen, ist das doch eher abends. Das Plâne du Jour ist natürlich toll. Oder auch ein Mittagsmenü. Das machen wir schon mal in den Städten, weil es einfach auch ein bisschen günstiger ist. Wobei man da auch gucken muss, dass man Plätze bekommt, weil die Franzosen eben mittags doch sehr viel essen gehen. Wir waren vor zwei Jahren in Clermont-Ferrand in der Auvergne und da gab es ein schönes kleines Restaurant. Und wir kamen um, es wird irgendwie kurz nach zwölf gewesen sein. Ich glaube, um zwölf machten die auf. und es war eigentlich relativ leer und dann haben wir so gefragt, tisch für zwei Personen, dann sagt er ja so, ja, einen hätte er noch und dann dachte ich, naja, ist ja nichts los und dann saßen wir und dann kam quasi der Bus und das Ding war bumsvoll bis 14 Uhr und dann waren alle wieder weg. Da muss man halt, also man darf mittags gerade so in den Städten muss man schon auch gucken, wo man unterkommt. Ja, ich empfehle auch, also mittags gar nicht so sehr, aber abends auf jeden Fall empfehle ich auch oft zu reservieren oder wir reservieren für unsere Kunden. Gibt es eine Region, die Sie kulinarisch besonders überrascht hat?

[27:18] Ja, ich glaube, es ist die, wo wir nächstes Jahr wieder hinfahren, nämlich die Pyrenäen. Also unten von Banjulz auf der einen Seite, rüber bis Saint-Jean-de-Luz auf der anderen Seite. Das ist eine Region, die Kant, also klar wusste ich, wo die Pyrenäen sind, aber ich hatte überhaupt keine Vorstellung davon, wie es da aussieht und was für kulinarische Schätze da auch zu bergen sind, weil, und das ist das Schöne an dieser Region, da natürlich auch schon spanische Einflüsse drin sind.

[27:52] Wenn man hoch in die Berge fährt, nach Espelette beispielsweise, wo der Piment d'Espelette, also das Paprikapulver herkommt, da merkt man schon die Nähe zu Spanien oder unten bei Jules mit dem berühmten Süßwein. Das hat mir sehr gut gefallen, auch kulinarisch. Den baskischen Käsekuchen mit

[28:11] den Kirschen drin, Macarons, die ich gegessen habe, das fand ich schon sehr besonders. Also ein bisschen abseits von dem, was man vielleicht auch kennt von Frank. Da gibt es ja auch immer wieder in der französischen Küche taucht der Begriff Terroir auf. Können Sie das nochmal erläutern? Also Terroir, eigentlich ein Begriff aus der Weinkunde, der besagt, dass man das Terroir, also die Gegend, das Land schmecken kann. Beim Wein ist es ja relativ ausdifferenziert, auch in der Sprache. Also wir sprechen von mineralisch, weil der Boden so ist oder man schmeckt beim Riesling jetzt hier, um in Deutschland zu bleiben, den Schiefer.

[29:00] Aber das Konzept kann man natürlich ausweiten auf alle anderen Lebensmittel, die irgendwo angebaut werden. Und es ist eigentlich eine Vorstellung, die sehr tragfähig für die Zukunft ist, weil sie automatisch Nachhaltigkeit auch beinhaltet. Also wenn ich in einer Region bin und ich versuche das Terroir zu erkunden, dann esse ich ja Dinge, die in der Region angebaut werden, die automatisch kurze Wege haben, die frischer sind und womit ich weniger Energie verbrauche, um sie auf den Teller zu bekommen.

[29:45] Die Franzosen lieben ihr Land sehr. Das merkt man an allen Orten und an allen Ecken und Kanten. Und das ist auch sehr schön. Und da, ich finde, man kann das ganz gut auch im Supermarkt sehen. Es gibt da diese Marken, die unsere Spezialitäten, ich weiß es gar nicht, Sie kennen das wahrscheinlich, so Verpackungen, die immer ein bisschen gleich aussehen. Aber es ist dann der Käse aus der Region, aus der Region, aus der Region. Ich müsste nachgucken, wie es heißt. Und wo man einfach sehen kann, ein Franzose weiß, dass ein Schaurs aus der Champagne kommt. Und er weiß, dass der Banyuls unten an der Grenze zu Spanien herkommt. Also die kennen sich auch sehr, sehr gut aus, was das Terroir jetzt als geografische Angabe angeht. Und ja, teilweise geht es halt so tief rein, dass man quasi auch die Landschaft schmecken kann. Das stimmt. Das ist ja, vielleicht ist das der große Unterschied. Das wäre nochmal meine Frage. Was können wir Deutschen von den Franzosen in Bezug auf Genuss lernen? Vielleicht ist es genau das, dieses Wertschätzen der einzelnen Regionen.

[30:57] Das Wertschätzen der Traditionen, der traditionellen Produktionsweisen. Es mag vielleicht ein bisschen komisch klingen, wenn man sich zum ersten Mal damit beschäftigt, dass der Camembert, wenn der Camembert heißen will, mit einem Löffel in ein Gefäß eingefüllt werden muss und nicht automatisch das passieren darf. Also traditionelle Herstellungsweisen, Methoden, Zutaten, da können wir sicherlich uns ein Stück von abschneiden, obwohl das in Deutschland unterschiedlich ist. Also in Bayern, wenn ich in Bayern unterwegs bin, da hat auch irgendwie jedes Dorf sein eigenes Bier und seine eigene Wurst. Also da ist im ländlichen Raum auch noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit für solche Dinge da bei uns.

[31:46] Gerade hier im Westen, das ist jetzt ja in Köln relativ wenig. Also die Brauhausküche hier ist die gleiche wie in Bonn und wie in Aachen. Und da gibt es wenig Unterschiede. Das ist sicher was, was wir lernen können.

[32:02] Die Aufmerksamkeit fürs Essen, aber auch und die Zeit, die man sich nennt. Als ich, wie alt war ich, 15 oder 16, habe ich mal einen zweiwöchigen Schüleraustausch nach Frankreich gemacht und war in einer Familie und dann sonntags fuhr man halt zur Oma, weil die Großfamilie sich da traf. Und das Essen hat irgendwie drei oder vier Stunden gedauert nachmittags. Also es fing mittags an und ging quasi bis zum Abend.

[32:28] Und das ist auch eine Art von Wertschätzung. Also man nimmt sich Zeit für die Dinge und für die Gespräche, aber auch immer wieder fürs Essen. Und das ist bei uns relativ weit verloren gegangen, dass wir uns Zeit nehmen fürs Essen. Das ist das, was ich meinte, was man, finde ich, gerade an Sonntagen auch in den Restaurants sehr gut beobachten kann, wie diese Familien zusammenkommen und das wirklich zelebrieren. Ganz schöne Tradition. Sie interessieren sich ja grundsätzlich, habe ich so verstanden, auch für den Unterschied zwischen Tradition und Moderne in den Gerichten. Da gibt es noch vieles, was ich gerne wissen würde. Sie sind, glaube ich, leidenschaftlicher Hobbykoch, haben aber in der Corona-Zeit ja auch ein Buch geschrieben über französische Patisserie und auch noch ein neues Buch über Konditorei, wo immer zwei Rezepte, also traditionell und modern, umgesetzt werden.

[33:24] Das finde ich total spannend, weil ich auch selber ein großer Hobbykonditor bin. Das würde ich gerne nochmal in einem anderen Podcast mit Ihnen besprechen, weil ich das ein ganz tolles Thema finde und das Buch ja auch schon sehr freudig gelesen habe dazu.

[33:41] Vielleicht können Sie mir hier als Abschluss des Podcasts noch ein Lieblingsdessert sagen, weil das Dessert ist ja immer am Ende des Menüs. Aus Ihren zahlreichen Rezepten, die Sie schon probiert haben? Ich versuche es. Ich bin nämlich derjenige von uns beiden, der im Restaurant immer sagt, kein Dessert, sondern Käse. Und mein Mann ist das Dessert. Der ist nämlich in der Tat kein Hobbykonditor, sondern war mal richtiger Konditor. Ist auch schon lange her, aber immerhin. Also da ist auch ein bisschen mehr Expertise als bei mir fast noch. Dessert. Der Klassiker ist natürlich die Creme Brulee, die toll ist, weil das einfach ein sensorisches Erlebnis ist. Denken Sie an die fabelhafte Welt der Amélie, wo sie mit dem Löffel so auf den, geschmolzenen Zucker haut. Also diese Sensorik, die da drin ist. Da bin ich in Frankreich immer wieder überrascht, wie groß die Portionen sind von Creme Brulee. Bei uns sind es immer so klein, aber das ist ja so eine flache Schale, die immer richtig voll ist.

[34:51] Wunderschön und spektakulär finde ich die Île Flottante, die schwimmende Insel. Also eine Art Vanillesoße, Custard mit so Eiweißinseln drin, die manchmal dann auch noch flambiert wird. Das ist ein sehr spektakuläres Ding. Etwas, was ich mir immer wünsche, aber noch nie bekommen habe, ist das Kokombouche. Also so Profiterol, so kleine Windbeutel, die so einem Turm so aufgeschichtet sind und dann mit flüssigem Zucker übergossen sind. Aber das würde auch den Rahmen eines jeden Restaurantbesuchs sprengen. Das und was wir so in den letzten Jahren eigentlich erst entdeckt haben, das ist natürlich auch immer abhängig von der Region, wo man sich befindet, ist der Café Gourmand, wo man eine Tasse Kaffee bekommt. Und so kleine, also das ist meistens so ein Madeleine bei oder ein kleines Canelé, also so kleine Dinge und dann kann man mehrere Sachen probieren, das finde ich auch immer. Und auch ein schöner Abschluss immer. Genau, schöner Abschluss von so einem reichhaltigen Essen. Ich finde, da haben Sie uns sehr schön durchgeführt. Vielen Dank und ich hoffe, wir hören uns dann nochmal zu einem Podcast über die französische Patisserie. Sehr gerne. Vielen Dank, Herr Ahrens.

[36:14] Wie schön, so einen tollen Einblick in die französische Kultur erhalten zu haben. Ich denke an einige der Momente, die ich selber mit Gastgebern erlebt habe und muss schmunzeln. Jetzt blätter ich noch ein bisschen im Buch über französische Patisserie. Wenn Ihnen unsere Folge gefallen hat, abonnieren Sie unser Newsletter. Alle zwei Wochen gibt es hier neue Podcast-Folgen. Merci, dass Sie dabei waren. A bientôt bei A Table, Ihre Antje Seele.

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