Alpe d'Huez: Wo die Tour de France in den Alpen entschieden wird

Shownotes

Heute geht es in die Alpen, dorthin, wo die Tour de France jedes Jahr ihre größten Geschichten schreibt. Mein Vater sagte immer denselben Satz, wenn Jan Ullrich im magentafarbenen Trikot am Berg angriff: Der Telekom Express rollt wieder. Ich saß neben ihm auf dem Sofa, draußen lief der Alltag weiter, drinnen waren wir in den Alpen. Diese Etappe 2026 führt von Gap hinauf zur Alpe d'Huez – gleich zweimal endet die Tour dort oben, das gab es seit Jahrzehnten nicht mehr. In den Flachetappen wird taktiert, im Zeitfahren werden Sekunden gewonnen, aber in den Alpen fällt die Entscheidung.

ANFAHRT ZUR ALPE D'HUEZ

Mein Gast in dieser Folge ist Simon Langer, Unternehmer, Coach und früher mit einer Handelsagentur im Radsport unterwegs. Er war mit Freunden und Wohnmobil mehrfach an der Alpe d'Huez, der Königsetappe, und verrät die erste Grundregel: immer so weit nach oben fahren, wie es geht, bis einen ein Polizist zurückschickt. Der Tag beginnt früh, gegen halb sechs Uhr morgens, wenn Tausende Menschen den Berg hinaufpilgern, um ganz oben am Ziel zu stehen. Ein Wohnmobil hilft dabei sehr – Toilette, Kühlschrank, eine Dusche zwischendurch, wenn es im Sommer knallheiß wird.

DIE SPANNUNG STEIGT

Zwei Stunden bevor die Fahrer kommen, zieht die Werbekarawane durch, dann wird es laut: Hubschrauber kreisen, die Zuschauer rücken näher an die Straßenmitte. Simon beschreibt diesen Moment, kurz bevor das Feld vorbeizieht, so: Man steht dem Gegenüber Nasenspitze an Nasenspitze gegenüber, fast wie bei einem Rendezvous, und blickt gemeinsam sehnsüchtig den Berg hinunter. Dann kommen die Motorräder, die Gendarmerie mit ausgebreiteten Ellenbogen, um Platz zu schaffen – und schließlich die Fahrer selbst, so nah, dass ein Schweißtropfen abfällt. Ein Bild, das man nie wieder vergisst.

LEGENDÄRE NAMEN DER TOUR

An jeder der 21 Kehren der Alpe d'Huez steht ein Schild mit dem Namen des jeweiligen Etappensiegers – Kehre für Kehre die Geschichte des Radsports. Fausto Coppi war 1952 der Erste, er soll oben mit den Zuschauern ein Glas Wein geteilt haben. Später kamen die großen Duelle: Ullrich gegen Armstrong, zwei Fahrer, so verschieden wie möglich – der eine schwer und erdverbunden, der andere federleicht und scheinbar mühelos. Diese Spannung, die sich über Wochen aufbaute und sich in den Alpen entlud, hat mich die Tour lieben gelehrt – nicht nur als Sport, sondern als Drama und als echtes Menschsein unter extremen Bedingungen. Und dann ist da noch der Col du Galibier, von Tour-Gründer Henri Desgrange ein „Berg, neben dem alles andere nur Hügel ist" genannt: 2.642 Meter, früher ohne befestigte Straßen, mit Fahrern, die ihre Räder schieben mussten.

DIE ALPEN ALS KIND

Ich kenne die Alpen seit meiner Kindheit, aus Frankreich, Österreich und der Schweiz. Einmal war es ein Club Med, in dem alle Französisch sprachen und ich mit Schnürschuhen statt Skischuhen ständig auf die Nase flog. Berge sind nicht komfortabel, sie sind kalt und steil und fordern einen – und genau das prägt sich ein, egal ob man sieben oder fünfzig ist. Savoyen war lange kein Teil Frankreichs, sondern ein eigenständiges Herzogtum, das wichtige Alpenpässe und Handelsrouten kontrollierte. Erst 1860 wurde es durch eine Volksabstimmung französisch – und diese Geschichte trägt die Region bis heute in Architektur, Küche und Identität.

REBLOCHON UND SAVOYER KÜCHE

Die savoyische Küche ist für Berge gemacht, und ihr Herzstück ist der Reblochon, mein Lieblingskäse: weich, cremig, mit einer nussigen Tiefe und einem Hauch von Alm. Sein Name geht auf das heimliche zweite Melken zurück, das die Bauern früher machten, nachdem der Steuereintreiber die Milch schon gezählt hatte – ein Schmuggelkäse, sozusagen. Am bekanntesten ist die Tartiflette, Kartoffeln, Speck, Zwiebeln und Reblochon im Ofen, bis das Haus nach Berg und Butter riecht. Ich mache aber auch gerne eine Reblochon-Tarte mit dünnen, säuerlichen Apfelscheiben, die dem cremigen Käse etwas entgegensetzen.

AUSBLICK: HAUTE-PROVENCE

Südlich von Gap beginnt bereits eine andere Welt – die Haute-Provence und schließlich die Côte d'Azur. Für diese Region habe ich individuelle Reisen entwickelt, die genau diesen besonderen Süden Frankreichs erlebbar machen. Übermorgen kommt die letzte Folge dieser Reihe: Paris.

Diese Folge – wie jede Episode von À table – habe ich vollständig allein geschrieben, gesprochen, aufgenommen und geschnitten. Ich freue mich über Ihr Feedback und gerne auch über eine Bewertung des Podcasts.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Adtabne, der Frankreich-Podcast von Tour Exquisit mit Antje Seele.

00:00:10: Bonjour le tour!

00:00:11: Unsere Reise entlangt der Tour de France, twenty sechsundzwanzig.

00:00:15: Heute geht es in die Alpen – dorthin wo die Tour de Frans jedes Jahr ihre größten Geschichten schreibt und dort hin wo mein Vater den diese Serie gewidmet ist früher immer denselben Satz sagte.

00:00:28: Der Telekommexpress rollt wieder Wenn Jan Ulrich im magenterfarbenen Trikot am Bergangriff und das Feld hinter ihm auseinanderfiel, mein Vater saß auf dem Sofa.

00:00:40: Ich saß

00:00:40: daneben.".

00:00:41: Und draußen lief der Alltag weiter.

00:00:43: Drinnen waren wir in den Alpen!

00:00:47: Warum die Alpen die Tour entscheiden?

00:00:50: Heute fährt die Tour von Gappinauf zur Alpe duès – zweimal endet die Tour, zwanzig sechsundzwanzig dort oben.

00:00:57: Das hat es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben….

00:01:00: In den Flachetappen wird taktiert.

00:01:02: Im Zeitfahren werden Sekunden gewonnen, aber in den Alten da fällt die Entscheidung.

00:01:07: Bei zehn oder zwölf Prozent Steigung kann sich niemand mehr verstecken – hier geht es nicht um Kraft sondern auch um Willen!

00:01:15: Deshalb stehen an der ALP-DOS jedes Jahr hunderttausende Menschen.

00:01:19: Sie warten stundenlang.

00:01:22: Vor einigen Wochen erzählte ich in meiner Unternehmergruppe von dieser Podcastserie.

00:01:27: Einer musste schmunzeln.

00:01:29: Das war Simon Langer Unser Coach selber Unternehmer und früher mit einer Handelsagentur im Radsport tätig.

00:01:36: Er war schon mehrfach an der Alp-DOS, und als wir uns darüber unterhielten, sagte er folgenden Satz...

00:01:59: Weil du halt denkst, da geht jetzt gleich richtig was.

00:02:02: Ich habe Simon natürlich sofort in den Podcast eingeladen.

00:02:09: heute mein Gast Simon Langer.

00:02:11: Simon schön dass du da bist.

00:02:12: ich freue mich sehr.

00:02:15: Ja das kann ich dir natürlich zurückgehen liebe Antja!

00:02:18: Ich freu mich sehr in diesem erlauchten Kreis von deiner in einer Podcastreinfolge über dein Lieblingsland Gas zu sein.

00:02:31: Das ist wirklich sehr schön.

00:02:33: Simon, du warst mehrfach an der Alpe d'Huess.

00:02:36: Wie muss man sich das vorstellen?

00:02:37: Wie kommt man da überhaupt hin?

00:02:40: Ich bin mit ein paar Freunden mehrfach mit dem Wohnmobil die Tour de France-Etappen, die Berggetappen hinterhergefahren immer so vier fünf Tage und natürlich auch Alpe D'Huis ist die Königseitappe Bergankunft.

00:02:55: Du fährst also hoch.

00:02:56: Und unsere erste Grundregel, die haben wir bei den ersten Tour De France festgelegt Fahr immer soweit nach oben, wie es geht bis ein Polizist oder wer auch immer dich wieder zurückschickt.

00:03:09: Weil die Zeit haben... Viele denken ich park jetzt hier weil da oben ist ja eh kein Platz mehr.

00:03:16: das ähnlich wie so auf dem Parkplatz auf dem Supermarkt immer vor der Tür fahren

00:03:21: und dann?

00:03:21: Die Fahrer kommen erst am späten Nachmittag.

00:03:24: was macht man denn den ganzen Tag?

00:03:26: Dann ist natürlich ein langer Tag.

00:03:28: du wachst so ungefähr um auf nachdem du am vorab ein bisschen gegrillt hast und das vielleicht auch weil ab fünfundreißig

00:03:37: pilgern

00:03:38: tausende menschen ja tausend diesen berg hoch, weil die natürlich auch ganz oben am ziel stehen wollen oder da die wollen alle ganz hoch ans gatter an diese berg zielankunft.

00:03:49: Und dann denkst du war berggangkunft so siebzehn uhr dreißig oder siebzen Uhr je nachdem.

00:03:54: da sitzen die schon acht neun stunden auf dem fahrrad und fahren dann doch mal diese.

00:04:09: Und dann spürt man irgendwann, dass es losgeht?

00:04:12: So circa zwei Stunden bevor die Tour also die Radfahrer zu dir kommen kommt erst mal die Werbekaramane und dann rückt schon so alles ein bisschen vor in Richtung Straßenmitte.

00:04:27: Dann wird's... Schweine laut, dann kommen nämlich die Hubschrauber und fliegen das so ab.

00:04:33: Und wenn die Werbekarawane durch ist, dann dauert es noch circa zwei Stunden.

00:04:36: und wenn du den ersten Heli hörst, dann wirds Zeit sich einen Platz an der Straßenmitte zu reservieren.

00:04:44: Du stehst auf der rechten Seite vielleicht oder auf der linken?

00:04:47: Das ist ja egal.

00:04:48: Dann bewegst du dich zur Strasse Mitte.

00:04:50: sehr oft haben wir gar keine Mittellinien weil es in diese Bergstraßen sind.

00:04:55: Und der Gegenüber, der eben da parkt.

00:04:57: Der kommt genauso Richtung Mitte und du stehst ihm so ja erst mal mit einem Meter Abstand weil es passiert hier noch nichts oder hält sich mit dem wo er herkommt und was der macht wie oft er schon bei der Tour de France ist auch sein erstes Mal ist oder whatever.

00:05:12: und Du lernst unheimlich viele nette Menschen kennen?

00:05:16: Du hast ja auch das Glück.

00:05:19: Das ist eines der größten Sportereignisse die weltweit übertragen wird.

00:05:23: Das kostet keinen Eintritt.

00:05:25: Also dein Einsatz ist quasi Schweiß, Sonnenbrand und einen Rucksack mit hochnehmen weil Essen und Trinken ist da oben auch keine Versorgung.

00:05:34: Dann kommen die Motorräder

00:05:36: Und dann hörst du schon so ein bisschen das Brummen.

00:05:38: Da kommen wieder mehr Helikopter natürlich, weil die Spitze vom Peloton wird dann immer näher beobachtet.

00:05:44: Vielleicht hast Du auch Glück und das gelbe Tico ist dabei oder vielleicht im zweiten Abschnitt?

00:05:48: Dann sind die Helis viel näher bei einander, weil sie dann immer mit den Fernsehbildern hin- und her switchen.

00:05:54: Kommen da sich noch ein paar Kamerawagen zwischendurch und wenn es losgeht... guckst du, dann gehst du immer näher.

00:06:03: Du berührst dich quasi mit dem Gegenüber so Nasenspitze an Nasenspitze fast wie gesagt beim Date in Rondeau.

00:06:11: Guckst so mit ihm sehnsüchtig den Berg hinunter weil du halt denkst da geht jetzt gleich richtig was und was das Fernsehen nicht so transportieren kann ist diese Steilheit.

00:06:24: man merkt es natürlich schon ja wie hoch es da geht und hat dann Schilder siebzehn Prozent und was weiß ich noch alles Aber wie so richtig steil ist, das siehst du halt nur wenn du stehenden Fusses an dieser Dein Gegenüber den Berg hinunter guckst.

00:06:44: Dann bist Du heiß wie Frittenfett die Stimmung steigt dann kannst Du noch mal ganz kurz ins Mommobil gehst vielleicht nochmal pinkeln oder ziehst ja noch eine Kohle oder sonst und dann rennst Du sofort wieder zurück weil Du willst ja bloß nicht verpassen.

00:06:56: Hier nachher fährt er dann Dir vorbei und Du warst keine Ahnung.

00:06:59: Das geht da gar nicht.

00:07:01: Dann kommt die Chantamarie, ja.

00:07:03: Die Franzosen immer cool hier mit so einem halben Jethelm Sonnenbrille und braun gebrannt fahren die da halbern nicht da mit ihren fetten Dingern.

00:07:13: darum bisschen blaulicht aber ohne Signal Und dann haben dann die Ellenbogen komplett auseinander als

00:07:22: einen Platz zu schaffen sozusagen

00:07:24: Genau!

00:07:25: Und dann guckst du so nach unten und dann siehst Du Diese ganzen Köpfe, wie die quasi nach hinten gehen.

00:07:34: Weil sich jeder zurücklehnt, ah der Motorradfahrer kommt und gehen danach durchgefahren ist sofort wieder zusammen.

00:07:43: Und zwar noch näher.

00:07:44: Jetzt berühren sie sich diese Nasen beider.

00:07:47: Da kommt er natürlich auch zu dir und dann sieht es wie so eine Laola, die da den Berg hoch und runter geht.

00:07:51: Sieht man wahrscheinlich glaube ich auch im Fernsehen Wie die Köpfe natürlich auch ein bisschen auseinander gehen nicht mehr so weit wie beim Motorradfahrer, weil der Radfahrer ist ein bisschen schmaler.

00:08:03: Die fahren dann auch nicht da nebeneinander hoch sondern schön hintereinander fährt er dir quasi ins Gesicht.

00:08:09: also du siehst Du siehst dieses Leiden des Kämpfen.

00:08:13: Du hörst die Menge die schreit und tobt und feuert die an.

00:08:18: Mich wunderts manchmal dass relativ wenig passiert.

00:08:20: Also

00:08:21: richtig gänsehaut.

00:08:24: Du bist der hautnah dabei also wirklich Haut nah.

00:08:28: Das ist verrückt, du kannst wenn der dann dir vorbeizieht kriegst du einen Schweißtropfen ab sozusagen und das ist ein Bild, das brennt dir das so ins Gedächtnis Du vergisst es einfach nicht.

00:08:44: ja weil du warst ganz keinen Autogramm nehmen, das ist klar weil er fährt aber so nah an einem Spitzensportler dran zu sein.

00:08:55: ich weiß nicht Ob es überhaupt noch ein anderes Sportart gibt, wo das so ist.

00:09:00: So nah wie du am Albtüräs dem Spitzensportler hautnah dabei bist.

00:09:07: Dann erinnere ich natürlich wieder an meinen ersten Impuls.

00:09:10: Fahr soweit wie möglich nach oben dann geht's darum das Ding zu gewinnen auch immer wieder schön anzusehen.

00:09:17: Das Trikot ist ja offen wegen der Luft und alles.

00:09:20: Und dann wird da nochmal das Haar ein bisschen gerichtet die Sonnenbrille gesetzt Helm zurechtgezupft, wenn er den einen aufhat.

00:09:27: Trikot glatt gezogen, Reißverschluss hoch.

00:09:30: Arme nach oben und das ist das Bild, dass dann halt um die Welt geht ja.

00:09:37: Weißt du noch wer der erste war, den Du am Alp du erst gesehen hast?

00:09:41: Wenn ich ehrlich bin... Nein!

00:09:44: Ich kann es Dir wirklich nicht sagen.

00:09:46: Aber Ihr wart mehrfach da ne?

00:09:48: Ja wir also die Tour geht immer einmal im Uhrzeigersinn und einmal gegen den Uhrzeigersinn startet sehr oft irgendwo im Ausland Und hat dann manchmal so Transfer-Etappen und wir waren tendenziell auch öfters, wenn sie... Lass mich kurz überlegen gegen den Urzeigersinn gefahren ist.

00:10:10: Weil wir dann den weitesten Weg in die französischen Alpen... Also wir haben quasi bis Mittelmeer gerochen ja?

00:10:19: Die Côte d'Azur Landstriche und da waren wir dann dementsprechend öfters.

00:10:30: Und immer wenn sie Alptö Hess hatten als Bergankunft war das quasi Pflichtprogramm, wenn wir geplant haben, immer um Albtö Hess weil es halt einfach mega spektakulär ist.

00:10:44: Wann's genau aufgehört bin ich ehrlich weiß ich jetzt auch nicht ob es... Es war glaube ich der letzte Tourseek vom Armstfrunk.

00:10:54: Heute ist es quasi nur noch die Nostalgie und Erinnerung.

00:11:24: und soll mit den Zuschauern einen Schluck Wein geteilt haben.

00:11:28: Ob es stimmt, weiß niemand mehr – aber das Bild bleibt!

00:11:33: Die Duelle Ulrich gegen Armstrong Zwei Fahrer so verschieden wie möglich.

00:11:38: Ulrich dieser schwere Kraftvolle erdverbundene Tritt.

00:11:41: Armstrong federleicht fließend scheinbar mühelos.

00:11:45: Mein Vater auf dem Sofa der Telekom Express diese Spannung die sich über Wochenaufbaute um sich in den Alpen entlut.

00:11:52: Diese Duelle haben mich die Tour lieben gelernt, nicht als Sport allein.

00:11:56: Als Geschichte!

00:11:57: Als Drama!

00:11:59: Als das echte Menschsein unter extremen Bedingungen.

00:12:03: Henri de Grange der Gründer der Tour de France soll einmal gesagt haben Der Gallibier ist ein Berg.

00:12:09: Neben ihm ist alles andere nur Hügel.

00:12:19: Als die ersten Fahrer zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts hierher rauf kam, gab es noch keine modernen Rennräder.

00:12:25: Kaum Schaltung!

00:12:26: Unbefestigte Straßen... Manche schoben ihre Räder über längere Abschnitte und trotzdem kämpften sie sich hinauf.

00:12:35: Die Steigung ist heute dieselbe.

00:12:37: Der Wind auf der Passhöhe ist auch derselbe.

00:12:39: Das Gefühl wenn man oben ankommt Und ins Tal schaut das sagen alle die dort waren Ist nicht zu beschreiben.

00:12:48: Ich kenne die Alpen seit meiner Kindheit, Frankreich, Österreich und Schweiz.

00:12:53: Einmal war es ein Clubmät – alle sprachen französisch, die Animatöre, die anderen Familien, die Scheelehrer.

00:13:00: Ich hatte Schnülschuhe statt Skischuhe und flog ständig auf die Nase.

00:13:03: Meine Mutter trug einen Overall in Kanarien gelb im Türkees….

00:13:08: ich vergesst das nie!

00:13:09: Und trotzdem ….

00:13:10: ich habe das geliebt….

00:13:11: Berge sind nicht komfortabel, sie sind kalt, steil ... Sie fordern einen.

00:13:16: Das erste Mal auf einem Gipfel stehen, in Stahl schauen, spülen wie klein man ist und wie groß die Welt.

00:13:22: Das prägt sich ein – egal ob man sieben Jahre alt ist oder fünfzig!

00:13:28: Die Alpen sind nicht nur eine Kulisse, sie sind eine gelebte Welt.

00:13:32: Savoyen verlangen keinen Teil Frankreichs.

00:13:34: über viele Jahrhunderte ein eigenständiges Herzogtum, kontrollierten die Savoyaden wichtige Alpenpässe und Handelsrouten zwischen Nord- und Südeuropa.

00:13:44: Erst in den USA wurden Savoyen Teil Frankreichs durch eine Volksabstimmung.

00:13:50: Die Menschen hier erinnern sich daran, ihre Architektur, ihre Küche, ihre Identität tragen diese Geschichte in sich.

00:13:59: Die Savoya-Küche ist für Berge gemacht und der Käse der Dieselküche trägt ist der Reblouchon – mein Lieblingskäse!

00:14:08: Weich, cremig mit dieser nussigen Tiefe und einem Hauch von Almen und frischer Milch.

00:14:14: Sein Name hat eine Geschichte, die ich besonders liege.

00:14:16: Er kommt vom Wort für das zweite Melken, dass die Bauern früher heimlich machten nachdem der Steuereintreiber schon die Milch gezählt hatte.

00:14:24: Die Milch dieses zweiten geheimen Melkens war fettiger Frommage de Contribonds sozusagen – ein Schmuggelkäse Aber was für einer?

00:14:34: Die bekannteste Art ihn zu essen dachte.

00:14:36: flat Kartoffeln, Speck, Zwiebeln, Reblouchon – alles zusammen in den Ofen bis der Käsegold-braun schmilzt und das Haus nach Berg und Butter riecht.

00:14:46: Aber ich mache auch gerne ein Reblochon Tacht!

00:14:49: Der Boden dünn und knusprig darauf dünne Apfelscheiben, säuerliche Sorten die dem Käse etwas entgegensetzen und darüber der Rebloschon, der im Ofen langsam schmilst und sich mit dem Apfel verbindet.

00:15:01: Diese Kombination aus salzigen, cremigen Käse und säuerlichem Apfel Unwiderstehlich.

00:15:08: Übermorgen, am sechsohnzwanzigsten Juli kommt die letzte Folge dieser Reihe Paris.

00:15:14: Die heutige Etappe endet in den Alpen Aber südlich von Gabb beginnt bereits eine andere Welt – die Ur-Provence und schließlich die Côte d'Azur.

00:15:22: Für diese Region habe ich individuelle Reisen entwickelt, die genau diesen besonderen Süden Frankreichs erlebbar machen.

00:15:29: Alle Informationen dazu finden sie auf www.tuexquizit.de.

00:15:35: Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann in Frankreich.

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