Bonjour le Tour: Paris zum ersten Mal. Mein Sohn, die Tour de France und ich

Shownotes

Die Serie „Bonjour le Tour“ endet dort, wo für viele Frankreich beginnt: in Paris. Ich kenne Frankreich seit über vierzig Jahren und plane seit zwanzig Jahren Frankreichreisen – nur Paris habe ich mir all die Jahre aufgehoben. Jetzt fahre ich zum ersten Mal hin, mit meinem knapp zwölfjährigen Sohn, am Tag des Tour-Finales.

Sie hören unter anderem:

– warum Paris für mich nie eine Pflichtstation zwischen zwei Terminen sein sollte
– wie mir eine Kundin Hemingways „Paris – Ein Fest fürs Leben“ empfohlen hat
– warum ich Paris aus zweiter Hand kenne, aber nicht weiß, wie es sich anfühlt
– warum das Finale 2026 über den Montmartre führt
– wie sich mit dieser Reise ein Kreis schließt, der bei meinem Vater begann
– welche neue Serie aus den Rezepten meiner Mutter entstehen wird

Für wen ist diese Folge besonders interessant?

Für Menschen, die

– die Tour de France verfolgen
– Paris zum ersten Mal oder ganz neu erleben möchten
– ohne Checkliste reisen möchten
– persönliche Reisegeschichten mögen

Orte und Stationen aus der Folge

– die Champs-Élysées
– Montmartre
– Le Marais
– Saint-Germain-des-Prés
– die Seine am Abend

Reisetipp aus der Folge

Nehmen Sie sich für Paris wenig vor: einen Stadtteil auswählen, morgens Croissants aus einer kleinen Bäckerei holen, im Café sitzen, sich auch mal verlaufen und dort bleiben, wo es sich richtig anfühlt.

Mein Newsletter:

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Diese Folge habe ich, wie jede Episode von „À table!“, vollständig allein geschrieben, aufgenommen und geschnitten. Ich freue mich über Ihr Feedback und über eine Bewertung des Podcasts.

Das Transkript zum Nachlesen: https://tourexquisit.de/paris-tour-de-france-podcast/

Transkript anzeigen

00:00:00: „À table!“, der Frankreich-Podcast von Tour Exquisit mit Antje Seele.

00:00:09: Bonjour le Tour – eine Reise von Katalonien bis Paris auf den Spuren der Tour de France 2026.

00:00:17: Diese Serie ist meinem Vater gewidmet.

00:00:20: Heute endet diese Reise, und sie endet dort, wo für viele Frankreich beginnt: in Paris.

00:00:27: Ich kenne Frankreich seit über vierzig Jahren.

00:00:30: Seit zwanzig Jahren plane ich Frankreichreisen.

00:00:33: Ich habe Reiseideen entwickelt, Hotels ausgesucht, Routen geplant und unzähligen Menschen dabei geholfen, Frankreich kennenzulernen.

00:00:41: Und trotzdem gibt es einen Ort, den ich mir bis heute aufgehoben habe: Paris.

00:00:49: Sie werden sich wahrscheinlich darüber wundern.

00:00:51: Ehrlich gesagt habe ich mich irgendwann selbst darüber gewundert.

00:00:56: Ich war noch niemals in Paris.

00:00:59: Sie kennen wahrscheinlich das Lied. Es handelt von Sehnsucht, von Dingen, die man sich für später aufhebt. Und genau so war Paris für mich.

00:01:09: Es gibt dafür einen sehr persönlichen Grund: Ich hatte immer das Gefühl, dass Paris etwas Besonderes sein sollte.

00:01:16: Ich wollte diese Stadt nicht zwischen zwei Terminen erleben. Nicht auf einer Geschäftsreise, nicht, weil man sie eben gesehen haben muss.

00:01:24: Ich wollte Paris mit einem Menschen erleben, den ich liebe. Mit Zeit, mit Muße. Einfach Hand in Hand durch die Straßen gehen.

00:01:31: So hatte ich mir das immer vorgestellt.

00:01:34: Das Leben hat anders entschieden.

00:01:37: Heute fahre ich zum ersten Mal nach Paris, mit meinem Sohn. Er ist knapp zwölf Jahre alt, und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass genau jetzt der richtige Moment gekommen ist.

00:01:51: Kurz vor dieser Reise traf ich eine Kundin.

00:01:53: Ich brachte ihr ihre Reiseunterlagen vorbei, und wir kamen ins Gespräch.

00:01:57: Sie erzählte mir begeistert von einem Buch, das sie gerade las: „Paris – Ein Fest fürs Leben“ von Ernest Hemingway.

00:02:05: Ich kannte es noch nicht, also habe ich es mir sofort besorgt und zur Einstimmung auf meine erste Paris-Reise gelesen.

00:02:14: Hemingway beschreibt Paris nicht als Sehenswürdigkeit – er beschreibt Paris als Lebensgefühl: hungrig, lebendig. Nicht die Postkarte, sondern den Zustand.

00:02:25: Vielleicht suche ich genau deshalb Frankreich immer

00:02:27: wieder.

00:02:29: Das Verrückte ist: Ich kenne Paris aus zweiter Hand wahrscheinlich besser als manche Städter.

00:02:35: Ich kenne die Arrondissements auf dem Stadtplan.

00:02:38: Ich weiß, von welcher Brücke aus der Blick auf den Eiffelturm besonders schön sein soll, ich kenne Restaurants, Buchhandlungen und Museen, aber ich weiß nicht, wie Paris sich wirklich anfühlt.

00:02:49: Ich weiß nicht, wie sich eine Metrofahrt am frühen Morgen anfühlt.

00:02:53: Ich weiß nicht, wie es ist, an einem Sommerabend in einem kleinen Café zu sitzen und einfach zuzusehen, wie die Stadt um einen herum lebt.

00:03:02: Genau das möchte ich jetzt

00:03:03: entdecken.

00:03:04: Nicht möglichst viel sehen, sondern Paris erleben.

00:03:08: Natürlich endet heute auch die Tour de France in Paris – drei Wochen, mehr als 3.000 Kilometer, neun Regionen, und am Ende rollen die Fahrer über die Champs-Élysées.

00:03:19: Seit Jahrzehnten gehört dieses Finale zu den Bildern, die jeder Radsportfan kennt.

00:03:25: In diesem Jahr führt die Strecke zusätzlich über den Montmartre.

00:03:28: Ich finde, das ist eine wunderbare Idee. Denn Montmartre steht für ein Paris, das bis heute Menschen aus aller Welt anzieht.

00:03:35: Nicht wegen der großen Boulevards, sondern wegen der kleinen Gassen, der Künstler und der Cafés – und dieses ganz besonderen Lebensgefühls.

00:03:43: Picasso war hier, Renoir, Van Gogh, Toulouse-Lautrec … Sie alle haben diesen Stadtteil geprägt.

00:03:50: Vielleicht passt Montmartre deshalb so gut zur Tour de France, denn auch die Tour erzählt jedes Jahr neue

00:03:57: Geschichten.

00:03:59: Ich habe mir für diese Reise nur wenig vorgenommen.

00:04:02: Kein straffer Plan, keine Liste von Sehenswürdigkeiten – nicht möglichst viel sehen, sondern einen Ort wirklich kennenlernen.

00:04:11: Vielleicht einen Stadtteil auswählen.

00:04:13: Morgens in einer kleinen Bäckerei Croissants holen, in einem Café sitzen, Menschen beobachten, sich auch mal verlaufen und dort stehen bleiben, wo es sich richtig anfühlt.

00:04:23: Ich freue mich darauf, Paris gemeinsam mit meinem Sohn zu entdecken. Nicht, weil ich ihm jede Ecke erklären kann, sondern weil wir beide die Stadt zum ersten Mal wirklich erleben.

00:04:33: Ich bin gespannt, worüber wir staunen werden, und wahrscheinlich wird er Dinge entdecken, an denen ich einfach vorbeigelaufen

00:04:40: wäre.

00:04:41: Natürlich gibt es Orte, die ich unbedingt sehen möchte: Montmartre, Le Marais, Saint-Germain-des-Prés, die kleinen Buchhandlungen, Cafés, Märkte … Und irgendwann natürlich auch die Seine am Abend.

00:04:54: Aber kein Druck, Paris läuft nicht weg … Vielleicht ist das sogar der größte Luxus auf Reisen: zu wissen, dass man nicht alles schaffen muss.

00:05:02: Nicht alles schaffen kann. Sondern dass es reicht, wenn man einen Ort mit Neugier erlebt.

00:05:08: Als wir diese Podcastreise „Bonjour le Tour“ begonnen haben, saß ich gedanklich wieder in L’Escala, in dem Fischerort meiner Eltern, bei meinen Großeltern, mit einer Telefonzelle, mit den ersten französischen und spanischen Wörtern.

00:05:24: Dann kam mein Vater.

00:05:26: Die langen Autofahrten nach Frankreich.

00:05:29: Die Burgen, die Weinberge … die Heißluftballons.

00:05:32: Der Morvan, die Weinlese und all die Menschen, die mich auf meinem Weg begleitet haben.

00:05:38: Während Sie diese Folge hören, endet die Tour de France auf den Champs-Élysées.

00:05:43: Und wissen Sie was?

00:05:45: An genau diesem Tag, dem 26. Juli, komme ich selbst zum ersten Mal in Paris an.

00:05:50: Als mir das auffiel, musste ich lächeln. Denn schöner hätte sich dieser Kreis eigentlich nicht schließen können.

00:05:56: Während die Fahrer ihre Tour de France beenden, beginnt für mich eine neue Frankreich-Geschichte.

00:06:03: Mein Vater hat mir Frankreich gezeigt. Er hat mir beigebracht, den schönen Weg zu nehmen, auch wenn er länger dauert – auch wenn man nicht genau weiß, was kommt.

00:06:12: Jetzt fahre ich mit meinem Sohn nach Paris, zum ersten Mal.

00:06:15: Ich bin gespannt, welche Erinnerungen wir beide mit nach Hause bringen werden, und vielleicht beginnt mit dieser Reise gar kein Ende, sondern ein neues Kapitel.

00:06:26: Im Nachlass meiner Eltern habe ich alte Rezepte aus Frankreich gefunden.

00:06:30: Meine Mutter ist als Au-pair-Mädchen dort gewesen. Von ihr habe ich gelernt, wie wichtig es ist, mit Liebe zu kochen und diesen Genuss zu teilen.

00:06:39: Daraus wird hier eine neue Serie entstehen – für Sie.

00:06:45: Wenn Sie mich auf dieser Reise durch Frankreich begleitet haben, dann danke ich Ihnen von Herzen. Und wenn Sie auch künftig mit mir Frankreich entdecken möchten, freue ich mich, wenn Sie meinen Newsletter abonnieren.

00:06:55: Dort und im weiteren Verlauf des Podcasts werde ich bestimmt auch erzählen, wie Paris dann wirklich war.

00:07:03: Während ich diese Folge aufnehme – die letzte in der Reihe „Bonjour le Tour“ –, ist die Tour gerade erst gestartet.

00:07:09: Es ist Sonntagabend, noch Anfang Juli.

00:07:12: Vor mir steht ein Glas Rotwein, und ich freue mich auf das, was kommt.

00:07:16: Wenn Sie diese Folge hören, ist all das schon Geschichte.

00:07:20: Vielleicht sitze ich da gerade in einem kleinen Pariser Café und denke …

00:07:24: Was für eine Reise!

00:07:26: À bientôt, Ihre Antje Seele.

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