Provence-Reise: Gorges du Verdon, Lac de Sainte-Croix und Moustiers-Sainte-Marie
Shownotes
Neu: Diese Folge gibt es erstmals auch als Videopodcast auf YouTube.
In dieser Folge nehme ich Sie mit in die Provence rund um den Lac de Sainte-Croix, die Gorges du Verdon und Moustiers-Sainte-Marie – in eine Region, die für mich von türkisfarbenem Wasser, provenzalischen Dörfern, Märkten und ganz besonderen Landschaften geprägt ist. Ich erzähle Ihnen unter anderem, – warum der Lac de Sainte-Croix und die Gorges du Verdon für mich zu den eindrucksvollsten Landschaften der Provence gehören – was Moustiers-Sainte-Marie so besonders macht – welche Rolle Märkte, Cafés und regionale Lebensart auf einer Reise durch die Provence spielen – wie ich ein Stück des Sentier Martel gewandert bin – wie ich die Lavendelblüte auf meiner Reise fast verpasst habe – und warum für mich die schönsten Reiseerlebnisse oft genau dann entstehen, wenn nicht alles durchgeplant ist Dabei geht es nicht um eine vollständige Aufzählung aller Sehenswürdigkeiten, sondern um persönliche Erlebnisse und ausgewählte Orte, die mir von meiner Provence-Reise besonders in Erinnerung geblieben sind. Diese Folge ist bewusst persönlich gehalten: eher eine Reiseerzählung als ein klassischer Reiseführer. Ich möchte Ihnen ein Gefühl für die Region geben und gleichzeitig Anregungen für Ihre eigene Provence-Reise mitgeben. Für wen ist diese Folge besonders interessant? Für Menschen, die – die Provence individuell und mit dem eigenen Auto entdecken möchten – besondere Orte abseits standardisierter Reiserouten suchen – Landschaft, regionale Lebensart und Märkte schätzen – gerne wandern, baden oder auf dem Wasser unterwegs sind – Wert auf Zeit, Muße und ein entspanntes Reisetempo legen – nicht nur Sehenswürdigkeiten abhaken, sondern eine Region wirklich erleben möchten Orte und Stationen aus der Folge – Lac de Sainte-Croix – Gorges du Verdon – Moustiers-Sainte-Marie – Sentier Martel – provenzalische Nachtmärkte – Brocantes und Antiquitätenmärkte unter Platanen Kulinarische Eindrücke aus der Folge In der Episode erzähle ich unter anderem von – provenzalischen Märkten mit Honig, Nougat, Oliven und regionalen Produkten – Cafés und Restaurants rund um einen Marktplatz – einem Tartare de bœuf au couteau mit Salat und Frites – einem Glas Weißwein und der Freude daran, einen Reisetag ganz bewusst ausklingen zu lassen Mein Reisetipp aus der Folge Planen Sie in der Provence bewusst Zeit für ungeplante Entdeckungen ein. Ein Nachtmarkt, eine Brocante, ein Café unter Platanen oder ein spontaner Badestopp lassen sich nicht vollständig vorausplanen – und genau diese Momente bleiben mir oft besonders lange in Erinnerung. Auch bei der Reisezeit lohnt sich eine bewusste Entscheidung: Wer die Lavendelblüte in voller Pracht erleben möchte, reist in einer besonders beliebten Zeit. Wer etwas früher oder später fährt, erlebt die Provence oft ruhiger und hat dafür mehr Raum für andere Entdeckungen. Weiterführende Inspiration Wenn Sie die Provence selbst entdecken möchten, finden Sie auf meiner Website passende Reiseideen und individuell geplante Frankreichreisen: https://tourexquisit.de/individuelle-frankreichreisen-tour-exquisit/ Alle Folgen von „À table! – Der Frankreich-Podcast“ finden Sie hier: https://tourexquisit.de/a-table-der-frankreich-podcast/ Newsletter abonnieren: https://tourexquisit.de/reise-newsletter/
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00:00:00: Willkommen bei „À table!“, dem Frankreich-Podcast von Tour Exquisit mit Antje Seele. Ich saß neulich Abend mit einer Freundin in der Küche. Ich hatte ihr eine Frankreichreise ausgearbeitet, und wir schauten uns ihre Fotos an. Sie erzählte dazu Geschichten von einem Ort, an dem sie gewesen war: Moustiers-Sainte-Marie, den Gorges du Verdon und dem Lac de Sainte-Croix. Ich kenne diese Gegend gut – schließlich hatte ich sie ihr empfohlen. Und plötzlich hatte ich selbst eine unglaubliche Sehnsucht.
00:00:18: Als wir damals zum Lac de Sainte-Croix gefahren sind und sich diese Schlucht mit ihrem fast unwirklich türkisgrünen Wasser vor uns auftat, war das schon ein besonderer Moment. Und dann Moustiers-Sainte-Marie: dieses wie in die Felsen hineingemeißelte Juwel. Dazu eine fantastische Unterkunft mitten im Ort. Unser Gespräch am Küchentisch hat bei mir die Sehnsucht nach dieser Reise wieder geweckt, die ich 2025 genau in diesem Teil der Provence gemacht habe.
00:01:28: Wir sind im Südosten Frankreichs, mitten in der Provence. Hier liegen der Lac de Sainte-Croix, die Gorges du Verdon und Moustiers-Sainte-Marie. Moustiers ist einer dieser provenzalischen Orte, die man kaum beschreiben kann, ohne sofort in Klischees zu geraten. Das Dorf liegt am Hang, mit den typischen warmen Farben der Provence: Ocker, Pastelltöne und alte Steinhäuser. Es geht bergauf und bergab, durch den Ort fließt Wasser, es gibt einen Wasserfall und eine Kirche.
00:02:05: Und dann ist da natürlich dieser Stern. Hoch oben zwischen den sich auftürmenden Felsen hängt eine Kette, und an dieser Kette hängt ein Stern. Um ihn ranken sich zahlreiche Geschichten und Legenden. Wie er dorthin gekommen ist, weiß niemand ganz genau. Wir haben diesen Stern 2025 zum Anlass genommen, unsere ganz eigenen Geschichten dazu zu erfinden. Daraus entstand ein kleiner Wettbewerb. Ich lag nachmittags am See und schrieb meine Geschichte – sie floss mir einfach so aus der Hand. Am Abend haben wir uns gegenseitig unsere Geschichten vorgelesen. Hinter uns lag inzwischen der dunkle See, und jeder stand einzeln dort und erzählte seine eigene Version. Ich hatte eine Zirkusgeschichte geschrieben – und natürlich war es auch eine Liebesgeschichte. Nach meinem Vortrag kam ein kleines Mädchen mit leuchtenden Augen zu mir und fragte mich, wo genau dieser Zirkus denn nun sei. Das hat mich sehr berührt. Und es war gleichzeitig ein Teil der Idee, überhaupt Geschichten zu erzählen. Wenn Sie diese Geschichte noch nicht kennen: Ich habe sie Ihnen auf der Webseite verlinkt.
00:03:28: Moustiers hat im Sommer einen kleinen Nachtmarkt – und der ist wunderbar stimmungsvoll. Er zieht sich auf beiden Seiten durch den Ort, der vom Fluss geteilt wird. Was mich überrascht hat, war die Qualität der angebotenen Dinge: Kunst, Holzarbeiten, Skulpturen, Kosmetik, Honig, Nougat, Oliven und vieles mehr. Man kann dort herrlich entlangschlendern, während langsam die Abenddämmerung einsetzt. An diesem Abend gab es Musik und ein kleines Fest, später spielte eine Liveband. Besonders schön war, dass dort sehr viele Einheimische unterwegs waren. Es machte einfach Freude, dem Treiben zuzusehen. Die Band war nicht besonders gut – sie spielte englische Lieder mit diesem typisch französischen Akzent. Aber das war völlig egal. Es ging überhaupt nicht um Perfektion. Alle tanzten miteinander: Jung und Alt, in allen möglichen Konstellationen. Im Hintergrund hörte man die Zikaden. Das Ganze hatte etwas unglaublich Leichtes.
00:05:00: Und genau das ist es, was ich auf Reisen suche. Man kann eine Reise noch so perfekt planen – die schönsten Momente sind oft die ungeplanten. Die kann man nicht kaufen und nicht buchen. Dafür muss auf einer Reise Raum bleiben. Man muss sich einlassen und den Blick für die kleinen schönen Dinge behalten.
00:05:21: An einem Tag sind wir zufällig in einen Nachbarort gefahren – und dort haben wir eine Brocante entdeckt. Ein Antiquitätenmarkt unter Platanen, bei mehr als 30 Grad und blauem Himmel. Was gibt es Schöneres? Ich liebe diese Märkte und könnte stundenlang anschauen, was dort alles angeboten wird. Unter anderem entdeckte ich ein altes Spiel. Es erinnerte ein bisschen an „Mensch ärgere dich nicht“, hatte aber Spielfiguren, die wie Pferdeköpfe aussahen. Bis heute bin ich ein bisschen traurig, dass ich es nicht mitgenommen habe. Ich unterhielt mich dort auch mit einem Händler. Für mich ist eine Brocante fast so, als würde man bei jemand anderem zu Hause stöbern. Man sieht Gegenstände und stellt sich vor, wie sie früher benutzt wurden. Es steckt so viel Tradition darin – etwas, das ich an Frankreich besonders mag. Ein Freund von mir ist Antiquitätenhändler und lebt im Burgund. Er hat immer gesagt: Manche Dinge findet man in Frankreich einfach nur auf solchen Märkten in der Provence. Und tatsächlich: Für mich fühlt es sich dort manchmal an, als wäre ich wieder ein Kind und würde den alten Speicher meiner Großeltern entdecken. Überall tauchen kleine Wunder aus vergangenen Zeiten auf.
00:07:05: Viele dieser Märkte finden auf einem zentralen Platz statt. So war es auch dort. Rund um den Platz lagen Restaurants und Cafés – der perfekte Ort, um den Tag einfach vertrödeln zu lassen. Ein Glas Weißwein, etwas zu essen, sitzen und schauen. Ich habe ein Tartare de bœuf au couteau gegessen – mit dem Messer geschnittenes Rindfleisch, etwas gröber als unser klassisches Tatar. Dazu Ei, Salat und natürlich Frites. Einen schöneren Ausklang nach so einem Vormittag kann ich mir kaum vorstellen.
00:07:38: Nun muss ich noch etwas über diesen wunderbaren See erzählen. Der Lac de Sainte-Croix ist kein natürlicher See, sondern ein Stausee. In diesem Gebiet lag früher das Dorf Les Salles-sur-Verdon. Beim Bau des Stausees in den 1970er-Jahren mussten die Bewohner umziehen; Glocke und Brunnen wurden erhalten und in den neu aufgebauten Ort übernommen. Ich habe im vergangenen Sommer sehr viel Zeit am Lac de Sainte-Croix verbracht. Ich war Kanufahren, Stand-up-Paddeln und Schwimmen. Das Wasser hat dieses unglaublich intensive Türkis, das fast unwirklich wirkt. Direkt vom See geht es weiter in die Gorges du Verdon. Über eine große Brücke gelangt man in die Schlucht – und dieses türkisfarbene Wasser begleitet einen weiter zwischen den steilen Felswänden.
00:08:32: Ich kenne die Gorges du Verdon schon seit vielen Jahren, auch noch aus Zeiten, als sie deutlich weniger besucht waren. Ich bin schon einmal komplett um die Schlucht herumgefahren. Dabei gibt es fantastische Aussichtspunkte, und mit etwas Glück kann man Gänsegeier beobachten. Was ich allerdings bis zum vergangenen Sommer noch nie gemacht hatte: hinunter in die Schlucht wandern. Diesmal bin ich ein Stück auf dem Sentier Martel gegangen. Es war eine beeindruckende und wunderschöne Wanderung – auch wenn ich die Steigung etwas unterschätzt und meine Kondition vielleicht ein wenig überschätzt hatte. Der Weg nach unten beginnt zunächst recht einfach. Dann kommen allerdings ziemlich steile Stufen und Treppen. Unten fanden wir schließlich einen Platz am Wasser. Jeder saß ein wenig für sich. Wir schauten auf dieses glasklare Wasser und die hohen Felswände, picknickten und verbrachten einfach Zeit dort. Dann mussten wir natürlich wieder hinauf. Der Rückweg war deutlich anstrengender: steil bergauf und an manchen Stellen mit wenig Sicherung zur Seite. Trotzdem war es für mich ein ganz großartiges Naturerlebnis.
00:10:07: Einen kleinen Wermutstropfen gab es auf dieser Reise. Es war genau die Zeit, in der der Lavendel noch vereinzelt blühte. Bei meiner Anreise hatte ich sogar noch ein Feld gesehen, das in voller Blüte stand. Da es schon relativ spät war, dachte ich: Das schaue ich mir in den nächsten Tagen noch in Ruhe an. Ein paar Tage später fuhr ich wieder vorbei – und da war es bereits zu spät. Die volle Lavendelblüte habe ich also nicht mehr erlebt. Auf der anderen Seite gibt es natürlich immer diese Abwägung: Wer den Lavendel in voller Pracht sehen möchte, reist auch zu einer Zeit, in der besonders viele Menschen in der Provence unterwegs sind. Man muss sich entscheiden: volle Lavendelblüte und mehr Besucher – oder etwas früher beziehungsweise später fahren, den Rest der Provence genießen und dafür möglicherweise auf die Blüte verzichten.
00:10:57: Was ist mir von dieser Reise geblieben? Ein Stern zwischen den Felsen. Ein tanzender Platz. Ein Antiquitätenmarkt. Dieses türkisblaue Wasser. Die Farben der Provence und vor allem diese besondere Abenddämmerung, die es für mich fast nur dort gibt. Lavendel – zumindest noch ein wenig davon und der Duft im richtigen Moment. Und immer wieder dieses ländliche Frankreich, das sich einem nicht erschließt, wenn man einfach hindurchfährt. Man entdeckt es nur mit Zeit, mit Muße und mit Raum für die kleinen Dinge und ungeplanten Begegnungen.
00:11:32: Im Zuge dieser Podcastfolge habe ich auch meine Provence-Reisen noch einmal überarbeitet. Wenn Sie Lust bekommen haben, diese Region selbst zu entdecken, schauen Sie gerne auf meiner Webseite vorbei. Und natürlich bin ich gespannt, wie Ihnen die neue Form von „À table!“ gefällt – denn diese Folge gibt es erstmals auch als Videopodcast. Ich freue mich über Kommentare und Likes. Bis bald – à bientôt!
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