Bordeaux mit Alexander Oetker

Shownotes

In dieser Folge spreche ich mit Alexander Oetker über seine ersten Frankreich-Momente, das Leben im Süden, seine Bücher und die Region um Bordeaux. Gemeinsam entwerfen wir im Gespräch eine Reise auf den Spuren von Commissaire Luc Verlain.

Sie hören unter anderem:

– wie Alexander Oetker ohne Französischkenntnisse Frankreich-Korrespondent in Paris wurde
– was sein Sachbuch „Es kann so schön sein, das Leben“ über den Süden erzählt
– warum Luc Verlain das Leben, die Frauen und den Wein liebt
– wie man in Bordeaux mit der Straßenbahn zu den ersten Châteaux fährt
– wie im Sauternes durch Edelfäule Süßwein entsteht
– warum Arcachon die Heimat der besten französischen Austern ist, jedenfalls für Alexander Oetker

Für wen ist diese Folge besonders interessant?

Für Menschen, die

– Krimis lesen und die echten Schauplätze entdecken möchten
– Bordeaux und seine Weinregionen kennenlernen möchten
– Meer, Austern und Weinschlösser auf einer Reise verbinden möchten
– wissen möchten, wie Frankreich im Alltag wirklich tickt

Orte und Stationen aus der Folge

– Bordeaux: Altstadt, Place Saint-Pierre, Miroir d’eau, Cité du Vin, Bacalan
– Saint-Émilion und Pomerol
– Langon und Sauternes
– Arcachon, Dune du Pilat und Cap Ferret
– das Médoc und der Phare de Cordouan

Kulinarische Eindrücke aus der Folge

– Steak frites mit geheimer Soße im L’Entrecôte
– Austern am Bassin d’Arcachon
– Sauternes zur Foie gras und als Begleitung eines ganzen Menüs
– das Plat du Jour mit Tischwein und das lange Mittagessen

Reisetipp aus der Folge

Steigen Sie auf die Dune du Pilat morgens gegen halb zehn nach dem Frühstück oder gegen 19 Uhr kurz vor der blauen Stunde, wenn der Leuchtturm am Cap Ferret zu blinken beginnt.

Weiterführende Inspiration

Die Krimireise Bordeaux und Atlantikküste auf den Spuren von Luc Verlain, die wir nach diesem Gespräch geplant haben, finden Sie hier. Sie bildet die Grundlage für ein individuelles Reiseangebot:

https://tourexquisit.de/krimireise-bordeaux-luc-verlain/

Das Transkript zum Nachlesen: https://tourexquisit.de/bordeaux-alexander-oetker-podcast/

Mein Gast: https://www.alexanderoetker.de/de/

Ein herzliches Dankeschön an Atout France (https://www.france.fr/de/) für die Unterstützung bei den Kontakten zu dieser Folge.

Transkript anzeigen

00:00:04: Bienvenue bei „À table!“, dem Frankreich-Podcast von Tour Exquisit mit Antje Seele. Hier hören, schmecken und erleben Sie Frankreich auf vielfältige Weise, mit Menschen, die dem Land verbunden sind. Er war das erste Mal mit sieben oder acht Jahren mit dem Trabi in der Bretagne und sagt selbst, das Land Frankreich hat ihn sofort angefixt. Er ist Autor, war Deutschlands jüngster Frankreich-Korrespondent, Restaurant-Tester und Kolumnist für den Feinschmecker. Willkommen, Alexander Oetker. Wir sprechen in dieser Folge über Ihre allerersten Frankreich-Momente, Ihre Bücher und ganz besonders über die Region Bordeaux und Umgebung, auf den Spuren Ihres Kommissars Luc Verlain. Wir nehmen Sie nämlich heute, liebe Hörer, mit auf ein besonderes Erlebnis, da Alexander Oetker und ich die Idee haben, gemeinsam für Sie eine Reise auf den Spuren seines Kommissars zu konzipieren. Willkommen, Herr Oetker. Freue mich sehr. Ich freue mich auch. Liebe Frau Seele, ja, es ist so ein bisschen Learning by Doing jetzt. Wir lernen voneinander, und dann reisen wir auch noch miteinander, quasi. Erst mal in Gedanken und dann richtig. Richtig toll, ja, finde ich auch. Eine ganz andere Idee.

00:01:16: Sie waren als Kind mit dem Trabi in der Bretagne, habe ich gehört. Können Sie noch sagen, welche konkrete Szene Sie da vor Augen haben? Was hat Sie damals an Frankreich so angefixt? Ich weiß gar nicht, wann ich so richtig angefangen habe zu denken. Ich glaube, mit sieben oder acht war es noch gar nicht so. Da war es halt nur so ein Gefühl. Also ich erinnere mich an diese Trabant-Nummer. Ich erinnere mich, wie alle gehupt haben auf dem Weg, weil das wirklich kurz nach dem Mauerfall war. Meine Mutter war schon zu DDR-Zeiten Romanistin. Das heißt, sie hat Französisch studiert, in dem Wissen, eigentlich niemals nach Frankreich fahren zu können, bis zur Rente zumindest, weil die Mauer ja einfach zu war. Und als die dann auf war, gab es kein Halten mehr für uns. Und dann sind wir tatsächlich mit dem Trabi zum ersten Mal in ein kleines Dörfchen nahe des Mont-Saint-Michel gefahren, in der Bucht des Mont-Saint-Michel, also kurz vor Cancale.

00:02:04: Und nennen Sie es verrückt oder nicht, aber es war gleich das Wissen: Das ist ja ein ganz anderer Ort. Ich weiß noch, wir haben uns mit dem Gastwirt irgendwie angefreundet, ob das jetzt an diesem Auto lag oder woran auch immer, keine Ahnung. Der hat mich dann auch mit in die Küche genommen. Ich sprach natürlich kein Wort Französisch mit sieben oder acht. Meine Mutter sprach auch deutlich schlechter Französisch, als sie es wahrscheinlich gedacht hatte. Aber es ging dann so mit Händen und Füßen, und dann hat er mich mit in die Küche genommen, und da gab es natürlich ganz andere Produkte. Und ich weiß noch, dass ich damals schon dachte: Wow, was ist das hier, hier schmeckt alles ganz anders. Und dieses Gefühl, dass man Frankreich am ehesten über den Bauch versteht, das ist, glaube ich, für mich auch immer geblieben. Ich bin jetzt Frankreich-Korrespondent für den Feinschmecker und esse mir Frankreich ja immer noch. Und ich glaube, das wird auch niemals aufhören, weil dieses Land halt genau das ist. Ich habe gerade einen Krimi fertig geschrieben, der auf dem Markt in Rungis spielt und in Paris in den großen, tollen Restaurants. Und es ist halt einfach so, dass das ganze Land wirklich ein Fest fürs Leben ist, wie Hemingway schon sagte. Und dieses Kulinarische, dieses Produktding, dieses Über-die-Grenze-Fahren: Wenn ich auf Lesereise bin … Ich war neulich irgendwo im Badischen und bin nur kurz rübergefahren, einkaufen im Supermarkt.

00:03:19: Ich könnte heulen, weil es so schön ist und weil es einfach genau dieses Leben ist, mit dem wir uns in Deutschland in vielen Momenten so schwertun, weil es die Produkte nicht gibt, weil es diese Genussfreudigkeit nicht gibt. Das ist da einfach da, und zwar egal, wo man ist, ob im Elsass oder in der Bretagne oder in der Aquitaine oder in Paris. Es ist einfach überall zu spüren. Und das ist, glaube ich, das, was ich als Siebenjähriger vielleicht noch nicht wusste, aber schon verstanden habe: Hier habe ich etwas Großes gewonnen für mein Leben, auch wenn ich das damals so sicher noch nicht gesagt hätte.

00:03:48: Ach, das kann ich wunderbar nachvollziehen. Sie sagten gerade, Sie sind in der DDR groß geworden. Ihre Mutter hat Französisch studiert. Ihr Vater war Zypriote, richtig? Mein Erzeugervater ist Zypriote, genau, und mein Stiefvater ist Deutscher, mit dem waren wir auch in der Bretagne. Und das war so eine ganz normale Kindheit in Ost-Berlin, die dann auf einmal nicht mehr in Ost-Berlin stattfand, sondern im vereinigten Deutschland und dann eben auch sehr, sehr viel in Frankreich. Wir haben dann tatsächlich kein anderes Land mehr angesteuert, bis ich irgendwann mit 18 ausgezogen bin. Und ein paar Jahre später saß ich dann selbst in Frankreich und dachte: Huch, wie ist denn das jetzt passiert? Ja, genau, denn Sie waren mit 26 der jüngste Frankreich-Korrespondent im deutschen Fernsehen. Können Sie sagen, welche Eigenschaft Sie dahin gebracht hat? Haben Sie da selbst eine Idee?

00:04:47: Chuzpe, würde ich sagen. Also zuallererst mal Chuzpe, irgendwie ein Mut, der aber aus der Unkenntnis der Umstände kam. Ich hatte meine Vorgängerin dort besucht, und die hat gesagt, sie ist da nicht ganz glücklich. Und dann bin ich irgendwann zu meinem Chef in Berlin, ich war damals politischer Korrespondent, und habe gesagt: Du, falls du was hörst und Frankreich frei wird, ich würde gerne nach Frankreich gehen. Und dachte halt nicht, dass da irgendwas verfängt. Und dann rief aber Peter Klöppel an, der damals der Anchorman unserer Nachrichtensendung und der Chefredakteur des Senders war. Da stand ich gerade unter der Dusche, und er fragte mich, ob ich nach Frankreich gehen will. Und ich dachte: Na klar will ich nach Frankreich gehen. Allerdings hat mich bis heute niemand gefragt, ob ich denn Französisch spreche. Wenn Sie überlegen, Sie wären Frankreich-Korrespondentin, denken Sie ja, die erste Frage ist: Sie sprechen aber Französisch? Mich hat niemand gefragt, wahrscheinlich haben das alle vorausgesetzt. Und ich habe dann tatsächlich in den ersten Wochen und Monaten in Paris gemerkt, wie wichtig Sprache für Integration ist. Das waren die Zeiten so um 2008, da war es schon noch wichtig, in Frankreich Französisch zu sprechen. Ich finde, es ist deutlich besser geworden. Die jungen Leute sprechen mit großer Akzentuierung Englisch, aber sie sprechen Englisch und halten da auch große Stücke drauf. Sie sind auch nicht mehr beleidigt, wenn man mit ihnen Englisch spricht.

00:06:05: Damals war das noch nicht so, und ich bin wirklich immer noch verwundert, dass ich nicht auf halber Strecke verhungert bin. Wenn Sie denken, Sie sprechen mit Brandenburger Abitur Französisch, dann sprechen Sie natürlich kein Französisch. Das war wirklich eine Katastrophe, und diese Einsamkeit, die dadurch entstand, weil man an ganz vielen Gesprächen nicht teilhaben konnte, mit dem Kameramann, mit dem Cutter und so weiter, das war schon echt schlimm. Da saß man in Paris, in dieser wunderschönen Stadt, aber war echt ziemlich allein. Und dann hat es neun Monate gedauert, und dann hat es Klick gemacht, so ein richtiges Klick. Und seitdem ist es fließend, würde ich sagen. Ich werde jetzt immer für einen Belgier gehalten, was für die Franzosen natürlich eine Beleidigung ist, für den Deutschen aber ein großes Kompliment.

00:06:47: Und träumen Sie auch auf Französisch? Non, non, non. Dafür müsste ich schon wirklich lange da sein, immer wieder, und nur Französisch sprechen. Aber dadurch, dass meine ganze Peergroup, also meine Familie, mit mir Deutsch spricht, stellt sich das nicht ein. Und wenn ich anfangen würde, auf Französisch zu schreiben: Das ist immer noch eine Katastrophe. Französisches Schreiben mit Grammatik und so, das ist immer noch sehr, sehr kläglich. Aber Sprechen ist sowieso viel schöner. In der Bar muss man Gott sei Dank nicht schreiben, und im Weinkeller auch nicht. Sie haben dann aber auch viele andere Länder des Südens bereist und ein Buch darüber geschrieben, das ich gerade gelesen habe. Das finde ich ganz, ganz großartig, weil es so warmherzig geschrieben ist.

00:07:32: Und da beschreiben Sie auch ganz viel den Respekt vor dem Alter und Ihre besondere Beziehung zu Ihrer Oma. Können Sie da noch mal etwas sagen? Was war die Motivation hinter diesem Buch? „Es kann so schön sein, das Leben“ heißt es, genau. Das ist mein erstes Sachbuch, das ist im April 2025 erschienen. Und das habe ich wirklich tatsächlich für mich geschrieben, weil mir diese gruselige Stimmung, die wir seit einigen Jahren in Deutschland haben, selbst tierisch auf die Nerven ging. Die Dinge sind gerade nicht rosig, das stimmt, aber wir machen sie uns auch immer noch schwerer, glaube ich. Und wir leben ja nicht auf einer Insel: Selbst wenn Sie mit guter Laune in den Tag starten, aber dann dreimal angemaunzt werden, dann maunzen Sie halt irgendwann auch zurück. Mir ist aufgefallen, dass es mir auch so geht. Und deswegen habe ich dieses Buch geschrieben, weil ich mich gefragt habe: Warum geht es den Leuten im Süden so viel besser als uns, obwohl sie ja eigentlich weniger haben? Es gibt weniger Geld im Süden und weniger soziale Sicherungssysteme. Das mussten wir in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008, 2009 leidvoll erfahren, als die Griechen quasi verhungert wären, wenn es zum Beispiel nicht die Alten gegeben hätte. Deswegen kam ich auf den Respekt vor dem Alter, die für die Jungen eingestanden sind. Das war in Portugal genauso. Da haben die Alten mit ihren Renten ihre Familien quasi durchgebracht.

00:08:48: Und diese Solidarität ist einer der Gründe, warum ich dieses Buch geschrieben habe, weil ich wirklich geschaut habe: Was ist denn der Unterschied? Ich habe mit ganz vielen Leuten im Süden gesprochen und gefragt, was sie anders machen, auch mit Leuten, die ausgewandert sind. Was fällt auf? Und es fällt auf, dass es eine andere Langsamkeit gibt und eine andere Achtsamkeit.

00:09:10: Das ist so ein schreckliches Modewort, aber natürlich ist es das trotzdem. Es gibt eine andere Religiosität. Es gibt ein anderes Gefühl dafür, dass man sich am Ende nur auf sich selbst verlassen kann. Dass man nicht immer gucken muss, was der Staat für einen tun kann, sondern dass sich die Portugiesen und die Griechen am Ende darauf verlassen, das irgendwie in der Familie zu regeln. Und durch diese Autarkie wird man ja auch freier, weil man am Ende sagt: Ich habe schon so viele Krisen mit meiner Familie überstanden, wir können alles schaffen. Und ich glaube, wir verlassen uns so oft auf irgendwelche Dinge von außen. Wir haben auch so oft Angst vor Dingen, die von außen auf uns zuströmen, dass uns das Bewusstsein dafür, was wir alles schaffen können, in vielen Punkten abhandengekommen ist.

00:09:52: Und deswegen war dieses Buch wie eine Erinnerung. Zehn Kapitel sind es. Da geht es auch darum, gütiger zu sich selbst zu sein. Wir sind immer so streng mit uns, wir Deutschen, ich auch mit mir selbst. Und da frage ich mich auch, warum das sein muss. Wenn in Frankreich die Dinge nicht klappen, dann klappen sie halt einfach nicht. Dieses Lieben der Imperfektion, das ist etwas ganz, ganz Angenehmes, insbesondere dann, wenn nicht mehr alles perfekt ist. Vielleicht waren die Sachen in Deutschland in den 60er- und 70er-Jahren mal besser. Jetzt kommt halt die Bahn nicht mehr, es gibt auch kein Internet, der Handwerker kommt auch nicht. Jetzt ist hier eben auch nicht mehr alles perfekt. Wir ärgern uns nur wahnsinnig tierisch darüber.

00:10:30: Und das macht dann noch mehr Druck. Und es ist, glaube ich, auch eine andere Form von Gemeinschaft. Das ist das, was ich immer so sehe und was ich auch auf unseren Reisen immer versuche. Dieses gemeinschaftliche Reisen heißt ja nicht nur, sich ein Land anzugucken, sondern eben auch mit den Leuten zu sprechen, gemeinsam am Tisch zu sitzen, am liebsten mit den Gastgebern, dass man wirklich so eine Art Familie auf Zeit gründet. Das finde ich auch immer etwas ganz Besonderes im Süden, diese Gastfreundschaft und dieses Zusammensein. Ja, voneinander lernen. Convivialité ist ja das Zauberwort auf Französisch. Das ist irgendwie Geselligkeit, aber jetzt nicht so schunkelige Geselligkeit, wo wir uns unter den Arm nehmen und aus Maßkrügen trinken. Es ist so eine Geselligkeit, wie man in Frankreich halt ist: drei, vier, fünf Stunden, genau wie in Italien und in Portugal. Es ist etwas Gemeinsames, aber in den kleinen Ebenen. Zuerst die Familie, dann das Dorf und dann irgendwann der Staatspräsident. Aber auf den verlässt sich halt niemand. Alle verlassen sich mehr auf sich. Und ich glaube, das ist etwas, was wir wieder mehr brauchen.

00:11:35: Das ist ja Ihr erstes Sachbuch gewesen. Sie schreiben ja auch viele Krimis, aber auch Thriller und Liebesromane. Das ist ein ganz breites Spektrum. Was ist der gemeinsame Nenner? Woran erkennt man einen Oetker?

00:11:47: Am Süden. Man erkennt einen Oetker, ohne jetzt allzu unbescheiden zu sein, daran, dass es starke Charaktere gibt. Und das sind Charaktere, die ich vermehrt im Süden finde. Das war ja das Tolle als Frankreich-Korrespondent. Ich hätte mir vorher nicht denken können, was ich da für Menschen kennenlerne. Tolle Menschen, besondere Menschen auch. Und was für absurde Dinge. Der Marathon du Médoc zum Beispiel: Das glaubt mir halt niemand, dass es in Frankreich einen Marathon gibt, bei dem die Leute während des Laufens an 20 Probierstationen Rotwein trinken, bei 35 Grad im Schatten, und dass die aber alle heil ankommen. Da war ich Teil dieser Weltmeisterschaft und habe teilgenommen. All diese Dinge: Lebensmittelfeste für die Paprikaschoten im Baskenland, für die Muscheln in der Bretagne, für …

00:12:36: … das Rind in Bazas. Jedes Lebensmittel, und sei es noch so winzig, hat sein eigenes Lebensmittelfest. Und dieser Stolz auf die Produkte und auf die Traditionen, das ist einfach phänomenal. Ich kann total gut verstehen, dass Ihnen die Ideen da nie ausgehen, weil es da so viel gibt.

00:12:57: Es gibt so viel, und das ist eben auch das Schöne an den Büchern, auch für mich. Ich kann halt wirklich mit tollen Leuten recherchieren. Ich muss nicht in die Leichenhalle und nicht in die Psychiatrie, um meine Bücher zu recherchieren, anders als manche Thriller-Kollegen, sondern ich kann zu Winzern, zu Austernzüchtern und zu Rettungsschwimmern und mit denen wirklich wahnsinnig tolle Dinge erleben. Und das macht eben auch, dass die Bücher wirklich Krimis für alle sind, die keine Krimis mögen, weil es nicht so blutig ist. Es gibt keine brutalen Morde, es kommen keine Kinder um. Ich kann das alles nicht mehr so gut lesen, seitdem ich selbst kleine Kinder habe. Ich kann es dann eben auch nicht gut schreiben und finde auch, dass die Welt derzeit einigermaßen schlimm genug ist, dass man sich mit Büchern auch gut unterhalten lassen kann. Von daher gibt es natürlich immer einen spannenden Kriminalfall, aber es geht eben auch wahnsinnig viel um Land und Leute, um gutes Essen, um schöne Landschaften. Also wirklich Bücher zum Wegträumen. Und das ist für mich einfach ein unglaubliches Privileg, das schreiben zu dürfen, und dass die Leute das auch wirklich lesen wollen.

00:14:01: Und das werden Sie, wenn Sie viele Reisen organisieren, ja auch wissen: Wir Deutschen haben so ein Bild von Frankreich, aber wir wissen trotzdem wahnsinnig wenig darüber, wie das Leben da wirklich ist.

00:14:13: Und dann dieses Privileg, jetzt nicht mehr in einer Minute 30 abends in den Nachrichten von Frankreich erzählen zu müssen, wo man ganz klar verkürzen und die Dinge immer zuspitzen und auf einen Punkt bringen muss, weil man eben nicht mehr als 90 Sekunden hat. Und jetzt habe ich eben 400 Seiten, um dieses Land zu erklären, um Probleme aufzuzeigen.

00:14:33: Ich habe recherchiert: Ich glaube, Sie haben in den letzten acht Jahren 36 Bücher geschrieben. Das klingt nach Handwerk und nach wahnsinnig viel Struktur und Disziplin. Ist das so? Schreiben Sie jeden Tag? Ja, ich schreibe schon jeden Tag, weil ich auch merke, dass es mir viel besser geht, wenn ich schreibe. Dann bin ich sehr mit mir im Reinen und habe keine Geschichte, die mir im Nacken sitzt. Das ist ganz schön, und es ist natürlich pures Handwerk. Ja, das ist es. Es sind jetzt ja keine Kafkas, sondern sehr gute Unterhaltungsliteratur, würde ich mal sagen. Die hat in Deutschland jetzt nicht so den wahnsinnig guten Ruf. Ich bin aber sehr froh und glücklich, das machen zu dürfen, weil Unterhaltungsliteratur mir ermöglicht, vom Schreiben leben zu können.

00:15:14: Und es ist tatsächlich pures Handwerk. Auf der einen Seite ist es genau das, was ich als Journalist gelernt habe: zu recherchieren, mich mit Leuten wirklich auszutauschen. Das ist ja die alte Wolf-Schneider-Lehre: Je besser man sich mit einer Sache auskennt, desto kürzer werden auch die Sätze. Und ich glaube, meine Sätze sind relativ kurz, so wie es auch Simenon damals vorgemacht hat. Da wusste man immer genau, worüber er schreibt, auch wenn die Sätze sehr, sehr kurz waren. Das ist dann auf der einen Seite, in Frankreich zu sein und mit den Menschen zu recherchieren, bei Winzern, bei Austernzüchtern, ich habe es schon gesagt,

00:15:47: mit den Menschen, die in den Büchern eine Rolle spielen. Ich war jetzt gerade auf dem größten Nacktcampingplatz Europas und habe da für ein Buch ein paar Tage gewohnt. Man geht also auch manchmal über Grenzen, über hohe Grenzen.

00:16:00: Und auf der anderen Seite, wenn die Geschichte geplottet ist – das ist beim Krimi immer schwer, weil alles stimmen muss und man Verdächtige, Ablenkungen und falsche Fährten braucht –, wenn das im Kopf alles fertig ist, dann ist es tatsächlich das pure Handwerk, sich hinzusetzen und das Buch in einem Guss zu schreiben. Ich schreibe nie Bücher parallel, sondern immer eins nach dem anderen. Es sind jetzt insgesamt 40 Bücher mittlerweile, glaube ich. Ja, das ist ein hohes Level. Das würde ich so nicht machen, wenn mir die Leute spiegeln würden, es liest sich wie ein Groschenroman. Aber da die Leute mir spiegeln: Wir wollen mehr, wir wollen mehr von dieser Sprache und von den Charakteren,

00:16:40: möchte ich auch genau so viel schreiben. Auch weil sich die Sehgewohnheiten der Leute verändert haben und damit auch die Lesegewohnheiten. Wir sind es jetzt gewöhnt: Wenn wir eine Serie lieben, dann wollen wir natürlich schnell weitergucken. Wir wollen wissen, wie es den Charakteren geht, wie es weitergeht. Und genauso ist das auch bei Büchern. Wenn Sie Luc Verlain wirklich ins Herz geschlossen haben, dann wollen Sie wissen, wie es bei ihm weitergeht, was er erlebt. Man möchte ihn auf diesen Reisen begleiten. Auf dem Buch stand ja beim ersten Band „der Kommissar zum Verlieben“. Ich glaube, er ist aber auch jemand, den man gern zum Freund hätte, wie mein Verleger immer sagt. Und es macht einfach Spaß, auch für mich, weil ich ihn jetzt schon ganz gut kenne, ihn zu begleiten und zu gucken, was aus ihm wird und was er erlebt. Allein literarisch in diese wunderschöne Region reisen zu dürfen, ist so ein Geschenk, dass ich mir nichts Schöneres vorstellen kann, als das zu schreiben. Ja, da ist man jeden Tag sozusagen selbst ein bisschen in Frankreich. Das ist echt toll. Erzählen Sie doch mal, wie ist Ihnen der Charakter Luc Verlain eingefallen? Ich habe selbst wahnsinnig gern Krimis gelesen. Früher gab es eher diese düsteren Skandinavien-Krimis mit Kommissaren, die sehr am Leben leiden, die Alkoholiker und geschieden sind, einen Haufen Leute erschossen haben und nach Ystad zwangsversetzt wurden. Mir war aber klar: Mein Kommissar muss ganz anders sein. Der muss das Leben lieben und die Frauen und den Wein.

00:18:02: Und ich hatte natürlich selbst viel Bruno gelesen, vom wunderbaren Kollegen Martin Walker. Die Bücher spielen ja im Périgord, das ist gar nicht so wahnsinnig weit von Luc entfernt, höchstens eineinhalb Autostunden. Und ich fand das ganz schön, wie Bruno da oben auf dem Berg steht und auf sein Dörfchen schaut, das ja das Dorf ist, in dem Martin Walker wohnt. Aber er hat sich entschieden, das ein bisschen anonym zu machen, also nicht zu sagen, um welches Dorf es geht, sondern sich eine Stadt auszudenken und damit die Charaktere zu beschreiben, die in den Büchern vorkommen. Ich habe gesagt, ich möchte das anders machen. Ich möchte es journalistisch so machen, dass die Leute den Büchern wirklich folgen können, dass sie dort hinreisen, die Restaurants besuchen und in die Orte gehen können. Das hat den Nachteil, dass es mehr Arbeit ist. Aber es ist natürlich für die Leute ganz toll, dann auf den Spuren des Kommissars unterwegs zu sein. Ich kriege wahnsinnig viele Nachrichten von Lesern, die mir Fotos schicken, dass sie Luc Verlain gesehen haben, mit dem Surfbrett unterm Arm. Letzte Woche habe ich so etwas aus Lacanau bekommen.

00:19:01: Und die rührenden Nachrichten sind natürlich die von Leserinnen und Lesern, die sagen: Wir haben da unser halbes Leben verbracht. Wir waren da in jedem Urlaub, haben da die Kinder aufwachsen sehen. Und jetzt können wir nicht mehr, weil wir krank sind oder im Rollstuhl sitzen oder pflegebedürftig sind. Aber Sie lassen uns mit den Büchern noch mal dorthin reisen. Und das ist natürlich etwas ganz Rührendes und Bewegendes. Allein so eine Nachricht bewirkt schon, dass ich weiß, warum ich diese Bücher schreibe.

00:19:25: Ja, das hat etwas ganz Sinnhaftes. Das ist, glaube ich, wirklich immer so eine Belohnung, wenn man etwas tut und merkt, man bekommt Wertschätzung, die Leute lieben das.

00:19:36: Schönere Berufe gibt es ja eigentlich nicht. Und wir verbinden jetzt sozusagen das Reisen mit Ihren Büchern. Für die, die Luc Verlain noch nicht kennen: Erzählen Sie doch mal in ein paar Sätzen, was ist das für ein Typ? Na ja, der wollte ja gar nicht in der Aquitaine sein. Er hat in jungen Jahren die Heimat verlassen, ist nach Paris gegangen, hat sich dort sehr schnell nach oben gearbeitet und ist Leiter der zweiten Pariser Mordkommission geworden. Aber als sein Vater, ein alter Austernzüchter, schwer erkrankt, entscheidet sich Luc, doch noch mal ein guter Sohn sein zu wollen, und zieht zurück in die verhasste Aquitaine. All diese Krimis folgen ja einem Muster, das ist immer so ähnlich: Irgendjemand, der aus Paris kommt, zieht zurück. Das ist in Frankreich aber auch tatsächlich so. Frankreich ist ein zentralistisches Land. Wer Karriere machen will, der muss eben erst mal nach Paris. Und gleichzeitig hassen alle Franzosen Paris ganz doll, finden die Pariser elitär und finden, dass man in Paris nicht wohnen kann. Und so geht es Luc natürlich nach kurzer Zeit auch. Er kommt zurück in die Aquitaine und verliebt sich natürlich wieder in die Strände, in die Weine und in dieses leichte, langsame Leben, das es dort gibt und das ja auch nicht so übertouristisch ist wie an der Côte d’Azur.

00:20:52: Und er bleibt dann da und verliebt sich natürlich auch zwischenmenschlich. Es gibt eine wunderschöne Liebesgeschichte. Er ist ein Typ, der, glaube ich, nicht so viel spricht, der dann spricht, wenn es etwas zu sagen gibt, und der diese Region wirklich atmet und lebt, in all ihrer Größe. Er ist jemand, der von den Menschen ringsum wirklich gemocht wird, von den Winzern, mit denen er zur Schule gegangen ist. Er kennt sich dort wahnsinnig gut aus und erfährt die Region mit seinem alten Jaguar, den er aus seiner kurzen Zeit bei Scotland Yard hat. Mit dem fährt er durch diese Gegend.

00:21:25: Also ein Bonvivant, der aber das einfache Leben liebt. Das finde ich, macht ihn auch so sympathisch. Ich habe gerade gelesen, ich glaube, das ist in dem Buch „Wilder Wein“: Er hat ja diese Cabane von seinem Vater und liebt die mehr als jedes Château. Ja, aber das würde ich auch, weil die ja genau hinter der Düne liegt. Und das ist, glaube ich, wirklich schon sehr, sehr schön. Und er liebt halt all diese Dinge, die in Frankreich so unterschiedlich sind. Sie können ganz einfach essen gehen, und es ist trotzdem ganz bezaubernd. Da gibt es einen Tischwein, und Sie essen das Plat du Jour für zwölf Euro. Oder Sie gehen eben drei Sterne essen. Es gibt all diese Möglichkeiten, Frankreich ist gerade gastronomisch so wahnsinnig vielfältig. Und ich glaube, das ist auch etwas, was Luc wahnsinnig schätzt,

00:22:05: diese Vielfalt und die Produkte. Und das eint uns auch sehr. Das finde ich auch, die Mischung macht es. Auch beim Weinprobieren ist es toll, mal in eins der Super-Châteaux zu kommen. Und dann ist es aber auch ganz schön, mal zu so einem kleinen Winzer zu gehen. Das darf gerne viel Abwechslung haben.

00:22:22: Genau, weil man da das Handwerk noch mal ganz anders versteht, gerade bei den kleinen Winzern, dass das wirklich bäuerliches Handwerk ist. Heutzutage ist es natürlich viel mehr, weil es auch wahnsinnig viel Bürokratie ist und weil die echt zu tun haben und international vermarkten müssen. Aber am Ende heißt es halt, morgens um fünf aufstehen und mit dem Trecker rausfahren. Es ist ein bäuerliches Leben. Im Vorgespräch ist ja die Idee entstanden, dass wir einmal gemeinsam eine Individualreise auf den Spuren von Luc Verlain konzipieren, für Ihre Leser und für unsere Kunden von Tour Exquisit. Lassen Sie uns doch mal ein bisschen überlegen. Ich hatte ja gesagt, das wäre schön, wenn wir das im Podcast machen. Wir überlegen also im Podcast, wie die Reise aussehen könnte. Ich würde mal sagen, so zehn Tage. Man soll ja immer ein bisschen langsam reisen, das finde ich wichtig. Und ich würde in Bordeaux starten.

00:23:14: Wissen Sie noch, wann Sie das erste Mal in Bordeaux waren? Können Sie sich daran erinnern? So mit Anfang 20 bin ich da auf dem Campingplatz gelandet. Aber da ist Bordeaux natürlich nichts gewesen, weil Sie da ja surfen wollen. Da wollen Sie ja nicht durch so eine wunderschöne mittelalterliche Stadt watscheln. Es war dann das Surfen, das mich eher an die Atlantikstrände gebracht hat. Und irgendwann habe ich Bordeaux dann ganz und gar als Stadt wahrgenommen, die so unglaublich lebenswert ist. Das war ja damals noch ein bisschen anders. Da war Bordeaux sehr, sehr grau und sehr …

00:23:48: … ja, leicht heruntergekommen, auch noch 2008. Und dann fing es an, dass sie die Stadt wirklich auf links gekrempelt haben. Das ist ja ganz vielen Städten in Frankreich so gegangen, dass die Bürgermeister verstanden haben: Wenn wir wollen, dass die jungen Leute dableiben, und wenn wir keine Flucht nach Paris wollen, dann müssen wir ihnen etwas bieten. Und ich glaube, das haben die Leute in Frankreich wahnsinnig gut verstanden. Seitdem der TGV zwei Stunden für 600 Kilometer dorthin braucht – das muss man sich als Deutscher mal auf der Zunge zergehen lassen –,

00:24:16: ist das halt auch die Pendlerstadt für die Pariser. Das finden die Bordelais natürlich furchtbar, dass jetzt so viele Pariser den ganzen Wohnraum aufkaufen. Aber es ist eine unglaublich lebenswerte Stadt. Das sind sehr stolze Bewohner, auch leicht knurrige. Die sind schon sehr, sehr bourgeois, weil da durch den Weinhandel und diese ganze Traditionskultur natürlich wahnsinnig viel Geld ist. Das ist ein Händlervolk, ein sehr stolzes Händlervolk. Deswegen ist es nicht immer ganz leicht, wenn man von außen reinkommt. Das ist Bordeaux, aber da kann man sehr, sehr gut so eine Reise starten. Genau, das wäre jetzt meine Frage: Was würde denn Luc Verlain an zwei, drei Tagen in Bordeaux machen, wenn er nicht ermitteln müsste?

00:24:59: Da gibt es so wahnsinnig viel zu tun. Natürlich muss man erst mal durch die Altstadt. Und das ist so toll, weil man wirklich alles zu Fuß machen kann. Man geht in den Weinladen L’Intendant, der sich an einer Wendeltreppe vier Etagen nach oben schraubt. Und je weiter man nach oben kommt, desto teurer werden die Flaschen. Und dann geht er natürlich ins L’Entrecôte, stellt sich 20 Minuten oder eine Stunde in die Schlange und wartet. Und dann gibt es da eben dieses eine Gericht, das es dort zu essen gibt: das beste Steak frites der Welt mit der geheimen Soße, die nicht einmal die Köche kennen, sondern nur die Familie, der dieses Restaurant gehört. Die stellt die Soße ganz geheim her, bringt sie in die Restaurants, und dort wird sie erst erwärmt und dann über dieses wunderbar saftige Steak gegeben. Und dann würde er wirklich durch die Altstadt laufen und genießen, dort ein Glas Wein probieren, dort mal in einen Weinladen gehen und in eine alte Buchhandlung.

00:25:52: Und dann kann man – das ist das Tolle in Bordeaux – die Straßenbahn nehmen, um zu ein paar der größten Schlösser zu fahren und dort Weinproben zu machen. Pape Clément zum Beispiel, Graves, diese ganzen Weingebiete liegen in Tramweite von Bordeaux. Man kann also wirklich in der Innenstadt in die Straßenbahn steigen, fährt eine Viertelstunde und steht auf einmal mitten in den Weinfeldern südlich von Bordeaux. Das ist ganz zauberhaft. Vielleicht würde Luc auch ein Rugbyspiel besuchen. Das ist etwas ganz Französisches, natürlich beliebter als Fußball. Und es ist ein Familienfest, dort zuzugucken, wie sich die Männer die Köpfe einschlagen. Es ist ein wahnsinnig schönes Spiel, es ist ganz schnell. Niemand versteht die Regeln, die Franzosen verstehen die Regeln auch nicht, aber es macht unglaublichen Spaß. Und dann picknicken die da, und alle sitzen en famille. Es ist ganz, ganz zauberhaft.

00:26:42: Man kann da wahnsinnig viel machen. Man kann diese Stadt ergründen, man kann natürlich ins Museum gehen. Es gibt wunderbare Museen, auch für zeitgenössische Kunst. Ah, und natürlich noch die Cité du Vin, dieses Weinmuseum in Form einer Dekantierkaraffe, das im nördlichen Viertel Bacalan steht. Genau gegenüber sind die Markthallen von Bacalan, wo man mit so einem riesigen Foodcourt wunderbar essen kann. Da gibt es wahnsinnig viel. Die alte U-Boot-Basis, die jetzt als Halle für ein Lichtspektakel genutzt wird. Das war früher die Werft der deutschen Wehrmacht. Das sind Betonblöcke, die man gar nicht abreißen kann, weil sie so riesig und schwer sind. Und die werden jetzt eben für so ein audiovisuelles Spektakel genutzt. Ich war in diesen Markthallen auch schon, wir haben ja auch schon Architekturreisen nach Bordeaux gemacht. Und ich war ganz erstaunt, dass man tatsächlich mit der Straßenbahn in wenigen Minuten schon zu den ersten Châteaux kommt. Haben Sie selbst einen Lieblingsplatz in Bordeaux?

00:27:40: Einen alten Platz unweit der Place du Parlement. Da gibt es Trauerweiden, und man kann da nicht so wahnsinnig gut essen, weil es dort so viele Touristenfallen gibt, aber man kann wunderbar einen Apéro nehmen, unter diesen Trauerweiden an einer alten Kirche: die Place Saint-Pierre. Und im Sommer lebt diese Stadt halt draußen. Alles ist draußen, alle jungen Leute sitzen draußen, die ganzen Studenten hängen da herum, und es wird gesprochen und gelacht, es gibt Musik, und das ist einfach ganz, ganz fantastisch. Das beschreiben Sie auch in dem Buch, diese „heure de l’apéro“. Das habe ich richtig vor Augen. Und dann gibt es ja auch diesen Miroir d’eau, diese spiegelnde Wasserfläche, die die Altstadtfassade aufnimmt. Ja, der Miroir d’eau ist unglaublich schön. Da wird das Wasser abgesaugt und kommt dann in Fontänen, in so Nebelfontänen, wieder heraus. Und das ist für die Kinder ein Spektakel. Aber wen das als Erwachsener nicht berührt, der hat wirklich irgendwo sein Herz verloren, weil es so berührend ist, gegenüber dieser unglaublichen Altstadtfassade, die so gut erhalten ist und abgestrahlt wurde. Deswegen glänzt sie jetzt so hell. Und dann spiegelt sie sich in diesem Wasser. Das ist zauberhaft. Ich bin noch ganz da drin, ich muss mich erst mal wieder sammeln. Fangen wir in Bordeaux an, da fällt uns genug ein für die ersten Tage.

00:28:58: Würde Luc dann auch einmal nach Saint-Émilion fahren? Da gibt es so viele Weinläden, dass es fast ein bisschen viel ist. Dann wird in den Altstadtstraßen noch Musik gespielt, da hängen überall Lautsprecher, und gerade zu Weihnachten wird es dann wahnsinnig kitschig. Und doch hat die Stadt natürlich etwas Unglaubliches. Sie stehen da oben auf der Aussichtsplattform an der monolithischen Felsenkirche und schauen hinunter,

00:29:22: erst auf die alten Dächer von Saint-Émilion und dann über die ganzen Weinberge ringsum. Das ist schon magisch. Und die ganze Stadt ist ja auch unterkellert, mit alten Weinkellern, die wirklich nach Moos riechen, nach alten Korken und nach Holz. Das ist einfach Wahnsinn. Es ist ganz viel Tradition, und es geht um ganz viel Geld und einen guten Ruf bei all diesen großen Châteaux, bei Angélus, bei Pavie, bei Cheval Blanc, bei Ausone und wie sie alle heißen. Wenn Luc nicht hinfahren würde, würde ich mit den Lesern auf jeden Fall gerne hinfahren.

00:29:58: Und da gibt es auch viele tolle Orte drumherum, natürlich das Pomerol. Langon ist eine ganz tolle Stadt, die an der Garonne liegt. Da ist schon auch viel los. Sauternes ist nicht so sehr weit weg. Das ist für mich so ein Dörfchen, wo wir auf dieser Reise unbedingt hinmüssen, weil es für mich das alte Frankreich verkörpert. Wirklich ein Dorf, in dem die Zeit stehen geblieben ist, mit diesem Dreiklang aus Boulangerie, Kirche und altem Marktplatz. Das ist ganz wunderbar. Natürlich mit diesen grandiosen Süßwein-Châteaux.

00:30:33: Dann ist natürlich das Médoc große Klasse, weil es einfach diese unglaublichen Weinschlösser hat. Stopp, da muss ich Sie unterbrechen, so schnell. Da sind wir noch nicht. Da sind wir noch nicht. Da folge ich Ihnen. Also Saint-Émilion, dann machen wir jetzt den Schlenker, das verstehe ich, und gehen jetzt erst mal runter ins Sauternes. Da spielt ja auch einer Ihrer letzten Romane, „Wilder Wein“. Für die, die das Sauternes nicht kennen: Erklären Sie doch noch mal, wofür es so bekannt ist. Es ist ja wirklich nur eine ganz, ganz kleine Appellation und auch ein ganz, ganz kleines Dörfchen, südlich von Langon in der östlichen Gironde. Und es ist bekannt für den teuersten Wein der Welt, nämlich Süßwein. Vor allen Dingen für Château d’Yquem, also das Y, das auf allen Flaschen steht, das große Logo, auch an der Mauer des Châteaus. Es ist einfach das berühmteste, teuerste Weingut der Welt. Dort fließt ein Flüsschen durch das Tal, der Ciron, und der sorgt für eine wahnsinnig hohe Luftfeuchtigkeit. Diese Luftfeuchtigkeit bewirkt, dass es eine Edelfäule gibt, also einen Schimmelpilz, der sich auf die Trauben setzt und die Traubenhaut zerfrisst. Dann verdunstet durch die Sonne das ganze Wasser in den Trauben, und zurück bleibt wirklich nur die Restsüße, also ganz, ganz süßer Traubensaft.

00:31:53: Die Trauben werden von Hand gelesen, wenn sie schon reichlich verschrumpelt aussehen. Und bei Yquem wird zum Beispiel in 13 Lesegängen immer nur die Traube genommen,

00:32:01: bei der es wirklich passt und die wirklich reicht für diesen perfekten Süßwein. Daraus entsteht dann ein unglaublich goldfarbener Wein, der bei den Franzosen immer noch sehr gern zur Foie gras verkostet wird. Ich habe im Sauternes tatsächlich schon mal ein ganzes Menü mit begleitendem Süßwein gegessen und getrunken. Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Das war wirklich fantastisch. Das war auf einem der bekannten Châteaux dort unten, Château Guiraud, die haben ja auch ein tolles Restaurant. Genau, auch ein Sternerestaurant. Da gibt es mittlerweile wahnsinnig tolle Restaurants. Und es gibt einfach Süßweine, die das absolut tragen, die solche langen Menüs gut begleiten können. Da geht es ja nicht darum, dass man Angst haben muss, liebliche Weine trinken zu müssen. Das sind keine lieblichen Weine, das sind vollaromatische Kracher,

00:32:57: die wahnsinnig fein sind. Ich bin da immer ein bisschen anfällig für Kopfschmerzen am nächsten Tag, weil natürlich wahnsinnig viel geschwefelt wird. Aber es ist eine unglaubliche Erfahrung, Süßweine zu verkosten. Das ist tatsächlich so. Dann fahren wir von Sauternes jetzt wieder Richtung Norden und kommen, bevor wir ins Médoc fahren, erst mal noch in Arcachon vorbei. Arcachon hat den großen Vorteil, dass es am Bassin liegt. Das Meer ist dort ganz ruhig, anders als am Atlantik, wo man wirklich nur mit großer Vorsicht baden darf. Dort kann man ganz wunderbar baden, auch mit Kindern. Es ist die Heimat der französischen Austern, der besten französischen Austern. Da werden die Bretonen widersprechen, aber ich bleibe dabei. Das ist schon so, dort unter dem Cap Ferret. Und es ist einfach eine ganz zauberhafte Stadt, die immer wieder Blütezeiten hatte. Es gab auch mal eine Zeit, in der sie ein bisschen heruntergekommen war. Aber jetzt hat man eben die neuen Markthallen gebaut,

00:33:52: und es ist wahnsinnig schön, dort einfach mal durchzuschlendern, durch die Markthallen, vorbei an den kleinen Boutiquen. Und dann irgendwo einzukehren, mit Blick aufs Bassin, wenn Ebbe ist und man die Austernbänke sieht und die Austernsäcke frei liegen, und man riecht die Meeresfrüchte in der Luft. Und dann verkostet man zwölf Austern oder 24, und es ist unglaublich, einfach wahnsinnig schön. Und in der Ferne schimmert die Dune du Pilat. Die ist ja auch nicht weit. Wenn man schon in Arcachon ist, dann fährt man noch diesen kurzen Schlenker nach Pilat. Man sieht diese unglaublichen Strandvillen, die Millionen kosten. Und dann ist man auf einmal im Wald, in diesen endlosen Seekiefernwäldern, die vor drei Jahren schrecklich gebrannt haben. Davon sieht man auch noch Überreste. Man sieht aber auch, wie schnell sich die Natur erholt, wie es wieder grüne Triebe an den Bäumen gibt und wie in diesen abgebrannten Wäldern wieder Leben entsteht. Und dann hält man auf dem großen Parkplatz, geht ein bisschen durch den Wald, und auf einmal steht man vor der höchsten Sanddüne Europas. Da muss man schon sagen, Frau Seele: wahnsinnig beeindruckend, oder? Wenn man da zum ersten Mal wirklich steht und denkt, das kann doch nicht sein. Ja, und da muss man unbedingt hoch und diesen wahnsinnigen Ausblick genießen.

00:35:11: Und wann machen wir das? So gegen Abenddämmerung, oder wann ist ein guter Zeitpunkt dafür? Es empfiehlt sich vielleicht morgens so um halb zehn nach dem Frühstück. Dann kann man das Frühstück wieder abtrainieren und hat richtig Hunger zum Déjeuner. Das ist ja meine liebste Mahlzeit am Tag, das Mittagessen mit dem Mittagswein in Frankreich. Das ist ganz toll, weil man sich dafür auch schon zwei Stunden Zeit lassen kann.

00:35:37: Oder man geht gegen 19 Uhr, kurz vor der blauen Stunde, je nach Jahreszeit. Dann geht man hoch und sieht, wie das Licht anfängt zu schimmern, wie die Schatten länger werden, die Vögel hinüberfliegen, die Paraglider links auf der Düne abheben und dem Wasser entgegenfliegen und die Austernzüchter mit den Booten aufs offene Meer hinaussteuern. Ja, das ist dann da oben tatsächlich eine sehr magische Stimmung, wenn der Leuchtturm am Cap Ferret anfängt zu blinken. Genau, sehen Sie, dann ist es doch ganz gut. Wir sagen den Gästen ungefähr, was eine gute Zeit ist. Wir machen ja keine strikten Zeitpläne, aber wir geben Vorschläge für Tagesausflüge, möglichst mit ein paar Tipps. Ja, das kann man sehr gut machen. Und dann kann man in Arcachon die Fähre hinübernehmen, denn das Cap Ferret darf man nicht außer Acht lassen. Im Sommer ist das Cap Ferret auch immer sehr zugestaut. Aber man kann vom Hafen in Arcachon wunderbar die Fähre nehmen und ist in einer halben Stunde drüben.

00:36:36: Und dann hat man diese unglaubliche Halbinsel, diese wahnsinnigen Sandstrände, mit so einem alten Bähnlein, das quer über die Halbinsel fährt, eine alte Schmalspurbahn aus deutscher Produktion, ganz, ganz ordentlich. Deswegen fährt die auch immer noch, obwohl sie wirklich durch den Sand und durch die Dünen fährt. Die fährt quer über das Cap Ferret, und da kann man auch wunderbar herumhängen, Austern essen und genießen und hat unglaubliche Blicke auf die Düne.

00:37:03: Herrlich. Dann fehlt eigentlich nur noch sozusagen Ihre Wahlheimat weiter im Norden, das Médoc. Stimmt. Das Médoc selbst ist gar nicht so richtig meine Wahlheimat. Wir sind westlich von Bordeaux, das ist noch Médoc Atlantique, aber die Médocains sind auch echt harte Knochen.

00:37:20: Die nehmen Fremde nicht so wahnsinnig gern an, wenn die dort wirklich hinziehen wollen. Außerdem waren mir die Dörfchen dort immer ein bisschen zu ausgestorben. Im Winter ist da wahnsinnig wenig los. Und ich will immer, dass im Winter auch noch ein paar Läden offen haben. Das ist im Médoc jetzt nicht überall so. Aber das Médoc ist natürlich einfach toll, weil es diese unglaublich traditionsreichen Schlösser hat. Weil es die Départementale 2 hat, die Straße, die an all diesen Schlössern vorbeiführt. Da wäre man auch gerne mal Schlossherr, weil links und rechts einfach diese unglaublichen Hütten stehen. Und wenn man Weinkenner ist, dann läuft einem bei jedem Namen das Wasser im Mund zusammen, weil es nicht nur architektonisch schön ist, sondern eben auch von den Namen her. Ich merke das jetzt schon.

00:38:06: Und ich liebe diese Symmetrien, die die Weinberge haben. Weinfelder sind es ja da, das Médoc ist ja ganz flach. Und dann stehen diese Rebstöcke in Reih und Glied, das finde ich ganz, ganz zauberhaft. Da finden wir etwas. Ich kenne da ein, zwei Châteaux, auf denen man sehr, sehr schön übernachten kann. Und dann hat man es auch nicht mehr weit, wenn man noch eine Weinprobe macht. Das passt doch super. Ja, so muss man das machen, das stimmt. Und wenn man all das gemacht hat, hat man trotzdem noch nicht ein Drittel dieser Aquitaine-Welt gesehen. Das ist ja einfach eine riesengroße Region. Da bräuchte man wahrscheinlich schon einen Monat. Das ist dann wie eine Weltreise, die muss man dann planen. Wenn man dann noch weiter hinunter in die Landes geht und dann ins Baskenland, wo Biarritz ist, wo ja auch Bücher von Luc Verlain spielen, dann könnte man schon wieder eine Reise planen. Das machen wir dann beim nächsten Mal, genau. Das Baskenland ist auch eine traditionsreiche, wunderschöne Gegend, wo Sie so viel erleben können, wo die Leute diesen großen Stolz haben, Basken zu sein, mit so vielen Geheimtipps und tollen Produkten, Schinken und Piment d’Espelette. Da gehen uns die Ideen nicht aus. Ich träume auch immer noch davon, mal einen Winter in Biarritz zu verbringen.

00:39:12: Insofern haben wir noch genug, wo wir weiterplanen können. Das ist überhaupt kein Problem. Absolut, ja.

00:39:19: Sehr schön. So entsteht eigentlich unsere Reise, würde ich sagen. Ja, genau. Wenn man den Leuten dann wirklich auch Restauranttipps gibt, natürlich auch schon Sachen vorbereitet und ihnen sagt: Das ist unschlagbar, das ist ein absolutes Must-have. Es gibt so viele neue, junge Köche. Das ist auch ein großer Sieg der Pandemie, dass sich ganz viele Leute von den Städten abgewandt haben und in die Heimat zurückgezogen sind, weil sie gemerkt haben, worauf es im Leben wirklich ankommt: aufs eigene Terroir. Da gibt es im Médoc wahnsinnig tolle Empfehlungen. Da konnte man vor zehn Jahren echt ganz schlecht essen. Und das zieht sich durch die ganze Aquitaine. Da gibt es wahnsinnig viele Empfehlungen. Man kann mit Austernzüchtern aufs Bassin hinausfahren. Man kann einmal zum Phare de Cordouan übersetzen, diesem wunderbaren Leuchtturm in der Mündung der Gironde, dem letzten Leuchtturm, der dort das ganze Jahr über wirklich bemannt ist. Da steht man dann quasi im Atlantik, auf einem Eiland, und kann in diesen Leuchtturm auch hineingehen. Da gibt es also ungeahnte Möglichkeiten für eine sehr, sehr spannende Reise, von der die Gäste hoffentlich noch sehr, sehr lange erzählen und träumen werden. Ja, wunderbar. Wir machen das auf unseren Reisen immer so, dass wir am ersten Abend, wenn die Gäste irgendwo neu ankommen, gerne schon etwas reservieren. Und für die anderen Tage geben wir immer Tipps, und da helfen wir auch bei den Reservierungen, oder die Gastgeber tun es. Das machen wir in ganz Frankreich so. Da bin ich mir sicher: In Frankreich wird keiner verhungern.

00:40:47: Außer er geht eine halbe Stunde zu früh ins Restaurant oder zwei Stunden zu spät, dann ist immer aus. Beim Mittagessen ist das schon sehr auffällig. Ich habe letztens wieder nicht auf die Uhr geguckt. Ich hatte ein Interview im Saarland und habe gesagt, ich gehe jetzt auf jeden Fall noch Mittag essen, und bin dann

00:41:03: um 13.20 Uhr oder so bei Forbach über die Grenze gefahren. Um 13.25 Uhr war ich an der Tür und habe aufgemacht. Da kam die Frau mir schon entgegen und sagte: „Non, non, non, non, non, cuisine fermée.“ Da sind sie wirklich so streng, weil sie auch sagen: Wir machen zweimal am Tag Service, und wir halten uns hier an die Essenszeiten. Hier wird nicht gesnackt. In Frankreich wird nicht gesnackt. Es gibt auch keinen Wein außerhalb des Essens. Das ist natürlich ärgerlich, wenn man Urlauber ist und schnell mal etwas essen will. Aber es ist etwas, das mir großen Respekt abverlangt. Ich bin dann zurück nach Saarbrücken gefahren und musste in Deutschland essen. Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Ich glaube, ich muss jetzt auch gleich mal etwas essen gehen. Ich würde sagen, wir beide konzipieren die Reise noch zu Ende, und dann wird sie bald buchbar sein. Ich freue mich sehr darauf. Und dann können wir in diesem Jahr vielleicht auch schon eine weitere Reise planen. Da würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank, Herr Oetker. Und wir bleiben in Kontakt. Das machen wir. Dankeschön. Und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, jetzt auch Hunger,

00:42:05: Durst und Lust bekommen haben und bald mit uns en voyage gehen. Merci beaucoup, bon voyage, bis bald. Au revoir. Merci. Au revoir.

00:42:13: Wenn Sie beim Zuhören gerade Bordeaux vor Augen hatten, die Garonne am frühen Abend, den Miroir d’eau, ein Glas Wein zur „heure de l’apéro“, dann können Sie diese Route jetzt tatsächlich als Reise erleben. Wir waren nach dem Gespräch schon fleißig, und unsere gemeinsame Krimireise Bordeaux und Atlantikküste auf den Spuren von Kommissar Luc Verlain ist ab sofort buchbar. Wir haben genau die Stationen, über die Alexander Oetker und ich eben gesprochen haben, als kuratiertes Paket geplant: Bordeaux als Basis, dann Sauternes mit Süßwein und Handwerk, ein Atlantiktag in Arcachon mit Bootsfahrt zum Cap Ferret und Austern und zum Abschluss das Médoc entlang der großen Châteaux, mit Verkostung und Zeit für die Landschaft.

00:42:57: Auf der Website finden Sie die komplette Reisebeschreibung, und wenn Sie einen Wunschzeitraum im Kopf haben, schreiben Sie uns einfach eine kurze Mail oder rufen Sie uns an. Den Link zur Reise finden Sie in den Shownotes. Merci fürs Zuhören, und vielleicht heißt es für Sie schon bald: Bon voyage nach Bordeaux.

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